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Trauer um Eberhard "Matz" Vogel

Der Nordostdeutsche Fußballverband trauert um Eberhard „Matz“ Vogel. Der frühere DDR-Nationalspieler, Rekordspieler der DDR-Oberliga und erfolgreiche Trainer ist am 1. September 2026 im Alter von 83 Jahren verstorben. Mit ihm verliert der Fußball im Nordosten eine seiner herausragenden Persönlichkeiten.

Eberhard Vogel wurde am 8. April 1943 in Altenhain bei Frankenberg/Sachsen geboren und wuchs in Niederwiesa auf. Dort begann er bereits als Neunjähriger bei Traktor Niederwiesa mit dem Fußballspielen. 1959 wechselte er im Alter von 16 Jahren zum SC Motor Karl-Marx-Stadt, aus dem später der FC Karl-Marx-Stadt hervorging.

Nach dem Aufstieg in die DDR-Oberliga entwickelte sich der schnelle, dribbelstarke und technisch versierte Linksaußen zu einem der besten Angreifer seiner Generation. Für den Karl-Marx-Städter Club bestritt Vogel 198 Oberligaspiele und erzielte 70 Tore. 1967 gehörte er zur Meistermannschaft des FCK, zwei Jahre später wurde er zum DDR-Fußballer des Jahres gewählt.

Nach dem Abstieg des FCK wechselte Vogel 1970 zum FC Carl Zeiss Jena. Auch dort prägte er über viele Jahre eine erfolgreiche Ära. Mit den Thüringern gewann er 1972, 1974 und 1980 den FDGB-Pokal und wurde fünfmal DDR-Vizemeister. Zu den Höhepunkten seiner Laufbahn gehörte das Finale im Europapokal der Pokalsieger 1981, in dem sich der FC Carl Zeiss Jena in Düsseldorf erst nach einer Führung mit 1:2 gegen Dinamo Tiflis geschlagen geben musste. Vogel stand damals im Alter von 38 Jahren noch auf dem Platz.

Bis zu seinem Karriereende 1982 absolvierte er für Karl-Marx-Stadt und Jena insgesamt 440 Spiele in der DDR-Oberliga. Diese bis heute unerreichte Zahl macht ihn zum ewigen Rekordspieler der höchsten Spielklasse des DDR-Fußballs. Seine 188 Oberligatore werden lediglich von Joachim Streich übertroffen. Sein früherer Mitspieler und späterer Trainer Hans Meyer bezeichnete ihn als „einen begnadeten Stürmer, der in jeder Weltklassemannschaft gespielt hätte“.

Auch im Trikot der DDR-Auswahl hinterließ Eberhard Vogel bleibende Spuren. Zwischen 1962 und 1976 bestritt er 74 Länderspiele und erzielte 25 Tore. 1964 in Tokio und 1972 in München gewann er jeweils die olympische Bronzemedaille. Bei der Weltmeisterschaft 1974 gehörte er zum Aufgebot der DDR und kam in drei Begegnungen zum Einsatz. Unvergessen bleiben außerdem sein direkt verwandelter Eckball gegen die Sowjetunion in der Olympiaqualifikation 1964 sowie sein spektakuläres Fernschusstor im Londoner Wembley-Stadion gegen England im Jahr 1970.

Schon während seiner aktiven Laufbahn hatte Vogel ein Studium an der Deutschen Hochschule für Körperkultur in Leipzig absolviert und damit die Grundlage für seine zweite Karriere gelegt. Ab 1983 arbeitete er als Nachwuchstrainer beim Deutschen Fußball-Verband der DDR. Unter seiner Leitung wurde die Juniorenauswahl 1986 Europameister. Ein Jahr später belegte die U-20-Auswahl bei der Weltmeisterschaft den dritten Platz, 1989 führte er die U 16 zur Vize-Europameisterschaft. Zu den Spielern, die er in dieser Zeit begleitete und förderte, gehörten unter anderem Matthias Sammer und Rico Steinmann. 1989 und 1990 gehörte Vogel zudem als Assistent von Eduard Geyer zum Trainerstab der DDR-Nationalmannschaft.

Nach der Wiedervereinigung führten ihn weitere Stationen unter anderem zu Hannover 96, zum FC Carl Zeiss Jena und als Nationaltrainer nach Togo. Besonders eng blieb sein Wirken mit dem Fußball im Nordosten verbunden. In der Saison 1994/95 führte er den FC Carl Zeiss Jena in die 2. Bundesliga. Mit dem 1. FC Magdeburg sorgte er 2000/01 für bundesweites Aufsehen: Als erster Viertligist erreichte der FCM nach Siegen gegen den 1. FC Köln, den FC Bayern München und den Karlsruher SC das Viertelfinale des DFB-Pokals. Zugleich gewann die Mannschaft die NOFV-Oberliga Süd und schaffte über die Aufstiegsspiele gegen den BFC Dynamo den Sprung in die Regionalliga.

Weitere Trainerstationen in der Region waren der VfB Pößneck, der FSV Hoyerswerda, der Dresdner SC und der VfB Sangerhausen. Später war Vogel nochmals im Scoutingbereich des FC Carl Zeiss Jena tätig. Seinen beiden großen Spielervereinen blieb er zeitlebens eng verbunden und wurde sowohl in Chemnitz als auch in Jena als Ehrenmitglied gewürdigt.

Eberhard „Matz“ Vogel wird nicht allein wegen seiner Rekorde und Erfolge in Erinnerung bleiben. Weggefährten schätzten ihn als bescheidenen, ehrlichen und geradlinigen Menschen, der seine außergewöhnlichen Fähigkeiten stets in den Dienst der Mannschaft stellte. Als Spieler, Trainer und Förderer junger Talente hat er den Fußball im Nordosten über Jahrzehnte geprägt.

Der Nordostdeutsche Fußballverband wird Eberhard Vogel ein ehrendes Andenken bewahren. Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Angehörigen und allen, die ihm nahestanden.

 

Bild: Bundesarchiv Bild 183-N0608-0003, Fußball-WM, DDR-Fußball-Nationalmannschaft.jpg: Mittelstädt, Rainer

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