Regionalliga Nordost

Regionalliga Nordost: Zusammenfassung 4. Spieltag

Halle marschiert, Lok bleibt dran

Nach dem 4. Spieltag der Regionalliga Nordost thront der Hallesche FC mit makelloser Bilanz an der Tabellenspitze. Der 2:1-Sieg im Spitzenspiel bei Rot-Weiß Erfurt war ein Statement: Trotz früher Unterzahl des Gegners tat sich der Favorit lange schwer, ehe Halili in der Nachspielzeit das Siegtor köpfte. Vier Spiele, vier Siege – die Mannschaft von Robert Schröder wirkt gefestigt und effizient.

Engster Verfolger bleibt der 1. FC Lok Leipzig. Beim noch punktlosen Schlusslicht Hertha Zehlendorf reichte ein Joker-Tor von Adetula zum vierten Erfolg im vierten Spiel. Die Leipziger behaupten damit Rang zwei mit zehn Zählern. Dahinter schieben sich drei Teams mit je neun Punkten ins obere Tableau: Luckenwalde feierte dank Maciejewski und Jannene einen souveränen 3:0-Sieg gegen Aufsteiger Preussen, Altglienicke setzte sich früh entscheidend in Eilenburg durch (2:0) und auch Erfurt bleibt trotz der Niederlage in Reichweite.

Carl Zeiss Jena kam im Traditionsduell beim FSV Zwickau nicht über ein 0:0 hinaus. Die Mannschaft von Volkan Uluc war über weite Strecken das aktivere Team, haderte jedoch mit der Chancenverwertung und musste sich mit einem Zähler begnügen. Mit sieben Punkten liegt Jena auf Rang sechs, Zwickau mit fünf Zählern knapp dahinter.

Ein Ausrufezeichen setzte die zweite Mannschaft des 1. FC Magdeburg. Das junge Team siegte in Chemnitz mit 4:2 – Baars und Millgramm waren die prägenden Figuren. Der CFC kassierte damit die erste Heimniederlage und fällt ins Mittelfeld zurück. Magdeburg II hingegen etabliert sich mit sechs Punkten in der oberen Hälfte.

In Berlin gab es zwischen dem BFC Dynamo und dem ZFC Meuselwitz eine Punkteteilung (1:1). Putaro rettete dem BFC zumindest einen Zähler, nachdem Reincke zuvor per kurioses Eigentor die Gäste in Führung gebracht hatte. Beide Teams stecken mit jeweils vier Punkten im unteren Mittelfeld fest.

Greifswald und Hertha II trennten sich 1:1. Damit sammeln beide Mannschaften wichtige Zähler für den Abstand zur Abstiegszone, verharren aber ebenfalls im unteren Tabellendrittel. Für Babelsberg war der 3:2-Sieg bei Chemie Leipzig der ersehnte Befreiungsschlag – die Filmstädter sprangen auf vier Punkte, während Chemie mit null Zählern weiter am Boden der Tabelle rangiert. Neben den Leutzschern bleibt auch Zehlendorf punktlos – beide haben nach vier Spieltagen schon erheblichen Druck.

Die Tabelle sortiert sich langsam: Halle gibt weiter den Ton an, Lok bleibt in Schlagdistanz, während Luckenwalde und Altglienicke die Rolle der ersten Verfolger einnehmen. Im Keller stehen Chemie und Zehlendorf bereits mit dem Rücken zur Wand – die ersten Wochen haben die Kräfteverhältnisse klarer gezeichnet.

Die ausführlichen Spielberichte:

BFC Dynamo beißt sich die Zähne aus

BFC Dynamo – ZFC Meuselwitz 1:1 (0:1)

Der BFC Dynamo ist am Sonntag nicht über ein 1:1 im Heimspiel gegen den ZFC Meuselwitz hinausgekommen. Vor 1.736 Zuschauern im Sportforum Berlin liefen die Gastgeber lange einem kuriosen Eigentor von Reincke hinterher, ehe Putaro nach einer Stunde mit einem sehenswerten Volley für den Ausgleich sorgte. In einer intensiven, aber nicht hochklassigen Partie bewiesen die Gäste aus Thüringen große Defensivstärke und nahmen verdient einen Zähler mit.

Schon früh deutete sich an, dass Meuselwitz nicht als Opferlamm in die Hauptstadt gereist war. Mit aggressivem Pressing erzwang die Elf von Georg-Martin Leopold mehrere Ballverluste im Berliner Aufbau. Nach einer knappen Viertelstunde verpasste Stiller per Kopf nur knapp das Ziel, ehe Balde aus spitzem Winkel zum Abschluss kam. Die Belohnung folgte in der 24. Minute: Nach einem Einwurf griff Reincke zum Rückpass auf seinen Keeper – doch Ortegel stand versetzt, der Ball segelte über die Linie. Ein Eigentor der unglücklichen Sorte brachte die Gäste in Führung.

Der BFC brauchte einige Minuten, um sich von diesem Rückschlag zu erholen. Karatas und Dadashov hatten erste Gelegenheiten, Putaro kam im Strafraum zum Abschluss, scheiterte aber an der kompakten ZFC-Abwehr. Meuselwitz hingegen blieb mit Kontern gefährlich: Hansch prüfte Ortegel aus der Distanz, Trübenbach musste nach Behandlung kurz pausieren, biss sich aber zurück in die Partie. So ging es mit der knappen, aber nicht unverdienten Führung für die Gäste in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel übernahm der BFC zunehmend die Kontrolle. Karatas war nun der auffälligste Akteur, setzte Putaro mehrfach in Szene. Zunächst verzog der Angreifer noch knapp (55.), ehe es in der 59. Minute klingelte: Karatas flankte von links, Putaro nahm den Ball direkt und hämmerte ihn volley in die Maschen – der viel umjubelte Ausgleich.

Berlin drückte in der Folge, vergab aber die große Chance zur Führung, als Mattmüller einen Eckball freistehend nicht verwerten konnte (63.). Meuselwitz brauchte einige Minuten, fand dann aber wieder ins Spiel zurück. Hansch verzog knapp (79.), Eckardt köpfte das Leder am Tor vorbei (77.). Auf der Gegenseite wirbelte Karatas weiter, sein Schuss drehte sich hauchdünn am langen Pfosten vorbei (84.). In der hektischen Schlussphase brannte es gleich mehrfach im ZFC-Strafraum, doch weder Dadashov noch Putaro fanden die Lücke.

So blieb es beim gerechten 1:1, das beiden Mannschaften nur bedingt weiterhilft. Der BFC Dynamo offenbarte Schwächen in der Chancenverwertung und haderte mit dem unglücklichen Eigentor, während Meuselwitz mit viel Einsatz und cleverem Verteidigen einen wertvollen Punkt im Abstiegskampf einfahren konnte.

 

GFC und Hertha II trennen sich unentschieden

Greifswalder FC - Hertha BSC II 1:1 (0:0)

Der Greifswalder FC und die U23 von Hertha BSC haben sich am Sonntag in der Regionalliga Nordost 1:1 getrennt. Vor heimischem Publikum brachte Hüther die Gastgeber in der 57. Minute in Führung. Doch die Hertha-Youngsters schlugen zurück: Lum erzielte in der 77. Minute den Ausgleichstreffer.

Beide Teams lieferten sich eine ausgeglichene Partie, in der die Gäste nach dem Rückstand mehr Risiko gingen und sich mit dem Ausgleich belohnten. Greifswald verpasste es, die knappe Führung über die Zeit zu bringen, während Hertha II mit einer engagierten Schlussphase den Punkt erkämpfte.

Weitere statistische Daten zur Begegnung lagen bis zum Redaktionsschluss nicht vor.

 

Effiziente Gäste bestrafen wankenden CFC

Chemnitzer FC – 1. FC Magdeburg II 2:4 (1:2)

Der Chemnitzer FC hat im Heimspiel gegen die Reserve des 1. FC Magdeburg eine bittere 2:4-Niederlage kassiert und damit den Nimbus der Heimstärke verspielt. Vor 4.616 Zuschauern im Stadion an der Gellertstraße präsentierten sich die Gäste als effiziente und mutige Einheit, die mit dem überragenden Doppeltorschützen Baars und Joker Millgramm immer wieder Nadelstiche setzte. Chemnitz hielt kämpferisch dagegen, glich zweimal aus, brach am Ende aber defensiv ein.

Die Partie begann temporeich. Schon nach wenigen Minuten rettete F. Müller spektakulär auf der Linie, ehe Magdeburgs Offensivdrang belohnt wurde: Baars zog von der linken Seite in die Mitte und traf trocken ins linke Eck (11.). Doch die Chemnitzer Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Ekui setzte Alberico im Strafraum in Szene, der platziert zum 1:1 einschob (12.). Ein furioser Auftakt, der die Zuschauer sofort elektrisierte.

Die Begegnung blieb offen, beide Teams suchten den schnellen Weg nach vorn. Kurz vor der Pause nutzten die Gäste eine Unachtsamkeit eiskalt. El-Zein kam zum Abschluss, sein Ball landete über Umwege bei Meier, der in der Nachspielzeit der ersten Hälfte aus kurzer Distanz zur erneuten Führung vollendete (45.+1). Chemnitz ging mit hängenden Köpfen in die Kabine, während die jungen Magdeburger mit breiter Brust in den zweiten Durchgang starteten.

Doch die Himmelblauen zeigten Moral. Nach einem Sturmlauf über die rechte Seite köpfte Bozic eine Flanke zum 2:2 ein (56.). Nun drängten die Hausherren auf die Wende, doch Magdeburg blieb gefährlich. Ein schneller Gegenstoß über Krempicki führte zum 2:3: Der eingewechselte Millgramm schloss den Angriff mit einem Schuss ins lange Eck ab (67.). Das Spiel kippte erneut, Chemnitz lief abermals hinterher.

Trainer Benjamin Duda brachte frische Kräfte, doch die letzte Konsequenz fehlte. Chancen waren vorhanden – etwa durch Bochmann per Kopf (90.+1) –, doch Kampa im FCM-Tor zeigte sich als sicherer Rückhalt. Als Chemnitz alles nach vorn warf, schlug Magdeburg ein letztes Mal zu: Millgramm bediente Baars, der in der Nachspielzeit zum 2:4-Endstand einschob (90.+2).

Der Jubel bei den Gästen war groß: Mit schnellem Umschaltspiel, klarer Struktur und beeindruckender Effizienz entführten sie verdient drei Punkte aus Chemnitz. Für den CFC war es ein ernüchternder Nachmittag – trotz leidenschaftlichem Auftritt fehlte die defensive Stabilität, um gegen den frechen Aufsteiger zu bestehen.

 

Otto hält lange, doch Halili köpft HFC zum Sieg

Feldverweis für Boboy nach Defensiv-Blackout gegen den Hallenser Baro. Foto: Holger Elias

FC Rot-Weiß Erfurt – Hallescher FC 1:2 (0:0)

Vor stimmungsvollen 10.942 Zuschauern im Steigerwaldstadion hat der Hallesche FC das Spitzenspiel der Regionalliga Nordost in dramatischer Manier für sich entschieden. In der dritten Minute der Nachspielzeit köpfte Innenverteidiger Halili die Gäste zum 2:1-Sieg und beendete damit Erfurts beeindruckende Serie. Rot-Weiß hatte trotz fast 80-minütiger Unterzahl leidenschaftlich gekämpft und war durch Caciel sogar in Führung gegangen.

Schon früh war die Partie aufgeladen: Nach zehn Minuten verlor Boboy als letzter Mann den Ball an Baro, griff nach – und sah die Rote Karte wegen Notbremse. Erfurt stand von da an mit zehn Mann auf dem Feld. Halle übernahm das Kommando, schnürte die Gastgeber phasenweise am eigenen Strafraum ein. Chancen waren reichlich vorhanden: Kulke traf die Latte (23.), Polat verzog aus drei Metern (28.), mehrfach prüfte Elezi den hervorragend reagierenden Keeper Otto. Doch die Grün-Weißen verpassten es, ihre Dominanz in Zählbares umzumünzen. Erfurt dagegen lebte von einzelnen Nadelstichen. Ein Freistoß von Fehler krachte an die Latte (19.), kurz vor der Pause scheiterte Ugondu frei an Müller (44.).

Die zweite Hälfte begann mit einem Paukenschlag. Trotz Unterzahl wagte Erfurt den Vorstoß – und wurde belohnt. Caciel fasste sich aus 18 Metern ein Herz, sein abgefälschter Schuss schlug unhaltbar im rechten Winkel ein (51.). Das Stadion tobte, die Hoffnung auf eine Sensation war greifbar. Doch Halle schlug zurück: Nach einem Foul an Baro entschied Schiedsrichter Lukawski auf Strafstoß, den Elezi sicher verwandelte (64.).

Im Anschluss entwickelte sich ein Abnutzungskampf. Erfurt warf sich in jeden Zweikampf, verteidigte mit Herz und Leidenschaft, während Halle das Geschehen kontrollierte, aber selten die letzte Durchschlagskraft fand. Otto hielt mit mehreren Glanztaten den Punkt fest, die Zuschauer peitschten ihr Team nach vorn. Doch die Kräfte schwanden zusehends.

Als sich alles auf eine Punkteteilung einstellte, schlug der HFC doch noch zu. Ein weiter Einwurf von Schmedemann segelte in den Strafraum, wurde verlängert – und Halili köpfte aus fünf Metern ins Netz (90.+3). Der Jubel im Gästeblock kannte keine Grenzen, während die Erfurter Spieler erschöpft zu Boden sanken.

Für Halle bedeutet der Last-Minute-Erfolg den vierten Sieg im vierten Spiel und die Verteidigung der makellosen Bilanz. Erfurt zahlte trotz aufopferungsvollem Auftritt Lehrgeld – die frühe Unterzahl und die hohe Belastung erwiesen sich am Ende als zu große Hypothek.

HFC-Trainer Schröder wirkte lange Zeit eher angespannt, doch sein Team konnte in Erfurt gewinnen. Foto: Holger Elias

Frühe Tore entscheiden zugunsten Altglienicke

FC Eilenburg – VSG Altglienicke 0:2 (0:2)

Altglienicke machte am Freitagabend früh Nägel mit Köpfen. Mit einem Kopfballtor durch Nietfeld (10.) und einem Volleytreffer von Sylla (21.) sorgte die Berliner Mannschaft bereits in der Anfangsviertelstunde für klare Verhältnisse. Trotz eines gesteigerten Einsatzes im zweiten Durchgang blieb Eilenburg im Ilburg-Stadion mit 0:2 torlos – trotz spürbarer Steigerung konnte die Abwehr der Gäste sowie ihr sicherer Schlussmann nicht überwunden werden.

Die Begegnung nahm früh Fahrt auf: Altglienicke presste mit hohem Tempo und zwang die Hausherren zu riskanten Abspielen im eigenen Strafraum. Den ersten Treffer markierte Nietfeld per Kopf am Fünfmeterraum, nachdem er eine präzise Flanke gegen die Laufrichtung des Torhüters verwertete. Kurz darauf legte Sylla nach Vorarbeit von Nietfeld volley nach – eine kaltschnäuzige Entscheidung, die Eilenburg bereits früh ins Hintertreffen brachte.

Die Muldestädter wirkten in Phase eins wenig stabil und fanden kaum Mittel gegen die kontrollierte Spielweise der Gäste. Erst nach etwa 30 Minuten gelang es ihnen, sich gegen die hochgewachsene Defensive zu lösen. Beschäftigt von Aguilars und Pestels Flügelspiel entwickelt Eilenburg erste Offensivaktionen: Borck und Mattmüller konnten sich im Strafraum nicht entscheidend durchsetzen, und Distanzschüsse von Kretzer sowie Weiß fanden im Berliner Torhüter Klatte ihren Meister.

Mit Wiederbeginn kam Eilenburg stärker auf. Erhöhter Druck über die Außenseiten führte zu Gelegenheiten: Eine präzise Flanke von Aguilar fand Niemitz am Fünfer, doch sein Abschluss segelte deutlich über das Tor (63.). Wenig später verfehlte Mattmüller nach kluger Vorbereitung den Anschluss nur knapp (65.). Die Berliner verteidigten mit Ruhe und nutzen ihre Erfahrung, die Führung sicher heimzuschaukeln.

Die Einwechslung dreier Offensivkräfte – darunter ein frisch verpflichteter Debütant – brachte mehr Tempo, doch nicht die nötige Präzision. Auf der Gegenseite lauerten Hartl und Co. auf Konterchancen, die Pieles im Tor der Sachsen souverän entschärfte. In der Schlussphase blieben Fischers Kopfball (89.) und Kretzers Abschluss (82.) ohne Ertrag.

Am Ende steht ein verdienter Auswärtserfolg für Altglienicke, das mit dem dritten Sieg in vier Spielen weiter oben in der Tabelle mitmischen kann. Für Eilenburg war es eine schmerzliche Lektion: Trotz spürbarem Einsatz reichte es nicht, um den Rückstand aufzuholen – die Liga bestraft solche Nachlässigkeiten konsequent.

 

Kein Sieger im Traditionsduell

FSV Zwickau – FC Carl Zeiss Jena 0:0

Das traditionsreiche Duell zwischen dem FSV Zwickau und Carl Zeiss Jena endete am Freitagabend leistungsgerecht 0:0. Vor 8.430 Zuschauern in der GGZ-Arena lieferten sich beide Teams eine intensive Begegnung, in der Jena die aktivere Mannschaft war, Zwickau aber mit Einsatz und einem glänzend aufgelegten Torhüter die Null hielt. Trotz zahlreicher Chancen auf beiden Seiten blieb das Netz unberührt – auch, weil beide Keeper mit starken Paraden glänzten und die Abwehrreihen in den entscheidenden Momenten standhielten.

Die Partie begann mit viel Tempo. Zwickau startete mutig und hätte früh in Führung gehen können: Nach einer Hereingabe verpasste Eixler in der Mitte knapp, kurz darauf verhinderte Liesegang gegen Pilger die Führung der Westsachsen (4.). Doch Jena antwortete prompt, kombinierte sich immer wieder gefährlich nach vorn und prüfte Heimkeeper Hiemann erstmals durch Lankford (15.) und Eshele (16.). Bereits in dieser Phase wurde klar: Beide Mannschaften waren um offensive Akzente bemüht, doch die Torhüter standen im Mittelpunkt.

Jena übernahm im weiteren Verlauf die Kontrolle, insbesondere über die linke Seite mit Prokopenko. Nach einer halben Stunde drängten die Thüringer auf den Führungstreffer, scheiterten aber an der kompakten Zwickauer Defensive. Ein Distanzschuss von Butzen (25.) und ein Versuch von Prokopenko (39.) blieben ebenso erfolglos wie der abgeblockte Abschluss von Reddemann (42.), bei dem Ziemer in höchster Not rettete. Zur Pause war das torlose Remis trotz Vorteilen für die Gäste ein gerechtes Zwischenergebnis.

Die zweite Hälfte begann mit einem unschönen Bild: Pyrotechnik auf beiden Seiten führte zu einer kurzen Unterbrechung. Danach erhöhte Jena den Druck weiter. Eshele sah früh Gelb, setzte aber dennoch Akzente in der Offensive. Immer wieder zwangen die Blau-Gelben die Gastgeber tief in die eigene Hälfte, forderten nach einem Zweikampf an Hessel im Strafraum Strafstoß, doch Schiedsrichter Drößler ließ weiterspielen (54.).

Zwickau hingegen setzte nur noch vereinzelt Nadelstiche. Möbius prüfte Liesegang aus halbrechter Position (49.), später vergab der eingewechselte Dobruna die größte Chance der Gastgeber, als er aus zehn Metern am stark reagierenden Keeper scheiterte (81.). Auf der Gegenseite drängte Jena unermüdlich: Butzens Schuss aus 20 Metern strich Zentimeter am Pfosten vorbei (75.), während Hoppe und Kratzenberg in der Schlussphase frische Impulse brachten. In der Nachspielzeit stand der Siegtreffer für die Gäste auf dem Fuß, doch Breitenbücher warf sich in letzter Sekunde in Hoppes Abschluss (90.+3).

Am Ende blieb es beim 0:0, das den Westsachsen dank leidenschaftlichem Einsatz einen Punkt sicherte. Für Jena hingegen war es das zweite Spiel in Folge ohne Sieg, obwohl die Mannschaft von Volkan Uluc über weite Strecken mehr investierte und die besseren Chancen besaß. Der FSV bewies Moral, während sich Jena mit der Rolle des dominanten, aber glücklosen Teams begnügen musste.

 

Zehlendorf drängt, Lok trifft

Artistische Einlage: Der 23-jährige Innenverteidiger Jan-Philipp Stein wechselte zu Beginn der Saison aus Aschaffenburg zur Lok nach Leipzig. Foto: Kerstin Kellner

Hertha 03 Zehlendorf – 1. FC Lok Leipzig 0:1 (0:0)

Der 1. FC Lok Leipzig bleibt in der Regionalliga Nordost auf Kurs und erkämpfte sich trotz langer Unterzahl einen 1:0-Auswärtssieg bei Hertha 03 Zehlendorf. Joker Aykut Adetula traf in der 75. Minute nach einer sehenswerten Kombination und machte damit den vierten Saisonsieg perfekt. Die Berliner, die weiterhin ohne Punkt am Tabellenende verharren, verpassten es, aus der numerischen Überlegenheit Kapital zu schlagen.

Die Anfangsphase gehörte dem Außenseiter: Zehlendorf suchte mutig den Weg nach vorne, während die Leipziger in der Abstimmung unsicher wirkten. Torhüter Naumann musste zunächst nur bei Standards eingreifen, doch die Gastgeber hielten das Tempo hoch. Nach einer Viertelstunde übernahm der Meister aus Leipzig zunehmend die Kontrolle. Über Öztürk und Kang rollten erste Angriffe, die beste Möglichkeit vergab Ziane, als er eine scharfe Flanke von Dombrowa knapp verfehlte (29.). Kurz vor der Pause musste Naumann gegen einen scharf getretenen Freistoß von Wicht parieren, ehe Keller aus 20 Metern knapp vorbeizielte – so ging es torlos in die Kabinen.

Der zweite Durchgang begann mit einem Paukenschlag: Öztürk sah nach einem Foul mit offener Sohle die Gelb-Rote Karte (51.), Leipzig musste fortan mit zehn Mann auskommen. Zehlendorf witterte seine Chance, brachte frische Kräfte und hatte durch Doll die große Möglichkeit zur Führung – doch der Angreifer setzte den Ball nach Umkurven von Naumann nur ins Außennetz (57.). Die Berliner drängten, konnten ihre Überzahl jedoch nicht in klare Torchancen ummünzen.

Lok-Trainer Jochen Seitz bewies mit seinen Wechseln das richtige Gespür. Arcalean brachte Schwung über rechts, und eine Viertelstunde vor Schluss folgte der entscheidende Moment: Ein langer Ball von Naumann, per Kopf von Arcalean verlängert, landete bei Adetula. Der Joker nahm das Zuspiel auf, zog aus spitzem Winkel ab und traf ins lange Eck – 0:1 (75.).

Die Schlussphase geriet zum Abnutzungskampf. Zehlendorf warf alles nach vorne, Dedidis eilte in der Nachspielzeit bei einer Ecke sogar selbst in den Strafraum. Doch der Keeper setzte den Kopfball über die Latte, während Leipzigs Defensive aufopferungsvoll verteidigte.

Nach 94 Minuten war der dritte Saisonsieg für Lok perfekt. Die Probstheidaer bleiben damit im Spitzenfeld der Tabelle, während Zehlendorf auch im vierten Spiel ohne Punktgewinn dasteht und der Realität der Regionalliga schmerzhaft Tribut zollt.

Jugend gegen Erfahrung: Der 19-jährige Berliner Quiala im Duell mit dem 33-jährigen Lok-Stürmer Djamal Ziane. Foto: Kerstin Kellner

Didoss entscheidet spannendes Kellerduell

BSG Chemie Leipzig – SV Babelsberg 03 2:3 (1:2)

Das erhoffte Befreiungserlebnis blieb für die BSG Chemie Leipzig aus. Im richtungsweisenden Kellerduell gegen den SV Babelsberg 03 unterlagen die Grün-Weißen am Freitagabend im Alfred-Kunze-Sportpark mit 2:3 und kassierten damit die vierte Niederlage in Folge. Zwar gelang Hoffmann und Ratifo die Premiere auf der Leipziger Torschützenliste, doch defensive Instabilität und individuelle Fehler machten die Hoffnungen zunichte. Babelsberg nutzte die Schwächen der Gastgeber konsequent aus und verschaffte sich mit dem ersten Saisonsieg Luft im Tabellenkeller.

Von Beginn an zeigten die Filmstädter, dass sie den Ernst der Lage verstanden hatten. Aggressives Anlaufen und frühe Ballgewinne drängten Chemie in die Defensive. Schon nach wenigen Minuten musste Keeper Horenburg eingreifen, ehe Müller in der 22. Minute die erste Großchance knapp vergab. Sechs Minuten später nutzte derselbe Spieler einen kapitalen Fehler eiskalt aus: Horenburg faustete einen Ball unglücklich vor die Füße des Angreifers, der trocken zur Gästeführung einschoss.

Chemie wirkte zu diesem Zeitpunkt verunsichert, kämpfte sich aber allmählich zurück. Nach einem Foul an Ratifo brachte Aliji einen Freistoß präzise in den Strafraum, Hoffmann setzte sich energisch durch und köpfte zum 1:1-Ausgleich ein – das erste Saisontor für die Leutzscher überhaupt (40.). Die Freude währte jedoch nur vier Minuten: Nach einem Foul im Strafraum zeigte Schiedsrichter Rauschenberg auf den Punkt. Schmidt behielt die Nerven und stellte den alten Abstand wieder her (44.).

Nach dem Seitenwechsel versuchte Chemie, mehr Kontrolle zu gewinnen. Trainer Adrian Alipour reagierte mit einem Doppelwechsel, und tatsächlich hatte Weigel den Ausgleich auf dem Kopf – sein Versuch landete jedoch an der Latte (50.). Die Hausherren witterten ihre Chance, vergaben aber durch Seidel eine weitere Riesengelegenheit, als dieser frei vor Babke auftauchte und den Ball nicht im Tor unterbrachte (68.).

Effizienter zeigte sich Babelsberg: Müller brach über rechts durch und legte quer auf Didoss, der aus kurzer Distanz zum 3:1 einschob (71.). Ein Treffer, der wie eine Vorentscheidung wirkte. Zwar stemmte sich Chemie gegen die Niederlage, doch in der Offensive blieb vieles Stückwerk. Erst in der Nachspielzeit gelang Ratifo nach einem Steilpass der 2:3-Anschluss, den die Gäste vehement als Abseits monierten (90.). Zu mehr reichte es nicht – auch weil Babelsberg in den letzten Minuten leidenschaftlich verteidigte.

Am Ende stand ein verdienter Sieg für die Gäste, die mit nun vier Punkten den Anschluss ans untere Mittelfeld herstellen konnten. Chemie hingegen bleibt punktlos und steckt nach einem weiteren enttäuschenden Auftritt tief im Tabellenkeller fest. Die defensive Unsicherheit und mangelnde Chancenverwertung machen deutlich, dass für die Alipour-Elf die Trendwende dringend erfolgen muss, will man nicht schon früh den Anschluss im Abstiegskampf verlieren.

 

FSV feiert klaren Heimsieg gegen Preussen

FSV 63 Luckenwalde - BFC Preussen 3:0 (0:0)

Der FSV 63 Luckenwalde hat am Freitagabend eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass der Saisonstart kein Zufallsprodukt ist. Mit einem klaren 3:0-Erfolg über den BFC Preussen feierte die Mannschaft von Michael Braune den dritten Sieg in Serie und bestätigte die eigene Frühform. Vor 727 Zuschauern im Werner-Seelenbinder-Stadion sorgte ein Doppelschlag von Maciejewski kurz nach der Pause (48., 53.) sowie das späte 3:0 durch Jannene (81.) für klare Verhältnisse.

Dabei hatten die Gäste in den ersten 20 Minuten durchaus ihre Momente. Preussen-Trainer Daniel Volbert erkannte: „Wir hatten viel den Ball und haben es geschafft, die Partie anfangs offen zu gestalten. Aber Fußball ist nun einmal Ergebnissport – und Luckenwalde hat uns mit Tempo und Kontern eiskalt bestraft.“ Dass seine Mannschaft nach einer fast komplett neu zusammengestellten Truppe mit 19 Neuzugängen noch Zeit braucht, stellte der Coach außer Frage: „Wir sind in jede Falle getappt, die uns Luckenwalde gestellt hat. Aber auch wenn es schmerzt – vielleicht brauchen wir solche Spiele, um zu lernen.“

Auf der Gegenseite sprach Braune von einer verdienten Entwicklung im Spiel: „In der Anfangsphase sind wir mehr hinterhergelaufen, als mir lieb war. Danach hatten wir gute Chancen, und in der Halbzeit haben wir uns klar gemacht: Wollen wir Komplimente sammeln oder Spiele gewinnen?“ Die Antwort gaben seine Spieler auf dem Platz – angeführt von einem überragenden Maciejewski, der die Partie binnen fünf Minuten entschied. „Zum Glück hatte Matze heute seinen Salzstreuer dabei“, scherzte Braune, „und hat uns den Unterschied gemacht.“

Die Effektivität nach der Pause war das Resultat einer klaren Marschroute. Während Preussen mehr Ballbesitz verbuchte, war der FSV im Umschalten zielstrebiger und zeigte sich defensiv stabil. Braune blieb dennoch auf dem Teppich: „Wir haben neun Punkte – neun mehr als zwei andere Teams. Das ist alles, was zählt. Es sind Punkte gegen den Abstieg. Wir wissen, wie hart die letzte Saison war, und genießen die Momentaufnahme, mehr nicht.“

Besonders ins Auge fiel die Entwicklung einzelner Spieler. Auf Nachfrage zu Simon Goldnack, der auffällig stark auftrat, erklärte Braune: „Das hat weniger mit mir zu tun, sondern mit der gesamten Truppe. Die Jungs ziehen voll mit, harmonieren super. Da wächst gerade etwas zusammen. Klar hätte sich Wolle für seinen Aufwand mit einem Tor belohnen müssen – aber das kann er ja nachholen.“

Während Luckenwalde also selbstbewusst in die englische Woche geht – „Am Dienstag wollen wir die schlechtesten Gäste aller Zeiten sein“, so Braune mit Blick auf die nächste Auswärtspartie –, richtet sich bei Preussen der Fokus auf das kommende Duell mit Chemie Leipzig. Volbert hofft, dass seine neuformierte Mannschaft aus der Niederlage die richtigen Schlüsse zieht: „Wir dürfen uns nicht an Luckenwalde messen, sondern an Teams in unserer Kragenweite.“

Mit dem dritten Sieg hat sich der FSV im oberen Tabellendrittel festgesetzt, während der Aufsteiger aus Lankwitz eine ernüchternde Lehrstunde erhielt. Für beide gilt jedoch: Die Saison ist noch lang, und die englische Woche wird zeigen, ob Luckenwalde die Euphorie konservieren und ob Preussen die Lernkurve rasch ansteigt.

Texte: Holger Elias

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