Regionalliga Nordost

Regionalliga Nordost: Zusammenfassung 1. Spieltag

ZFC gewinnt Nachholespiel bei Hertha II

Nachholespiel am Mittwoch (04.09.25): Der ZFC Meuselwitz hat mit einem 3:2-Auswärtssieg bei Hertha BSC II den ersten Saisonsieg eingefahren und dabei erstmals auch durch Stürmer Hansch getroffen. Nach zweimaligem Rückstand drehten Pfeil und Oke die Partie im zweiten Durchgang. Für Hertha II, die zur Pause noch verdient führten, war es eine bittere Niederlage nach ordentlicher erster Hälfte.

Der erste Spieltag der neuen Regionalliga-Saison bot bereits ein vielschichtiges Tableau: Von dominanten Favoritensiegen über packende Unentschieden bis hin zu überraschenden Auswärtscoup – die neun Auftaktbegegnungen (eine davon abgesagt) lieferten frühe Fingerzeige auf das Leistungsgefüge 2025/26.

Den überzeugendsten Auftritt lieferte zweifelsohne der FC Carl Zeiss Jena. Mit einem klaren 4:1 in Babelsberg unterstrich der FCC trotz massivem Umbruch seine Ambitionen. Die Uluc-Elf dominierte die Partie über 90 Minuten, überrannte den überforderten SVB bereits in Halbzeit eins und ließ selbst nach dem Anschlusstreffer nichts anbrennen. Lankford, Eshele, Prokopenko und Hessel markierten die Tore – Jena setzte das erste Ausrufezeichen und grüßt von der Tabellenspitze.

Dahinter reihte sich die U23 des 1. FC Magdeburg ein – mit einem überraschenden Auswärtssieg bei der BSG Chemie Leipzig. Der 2:0-Erfolg wiegt doppelt schwer, weil die Elbestädter über 40 Minuten in Unterzahl agierten. Mergner und Zajusch nutzten zwei rare Gelegenheiten eiskalt, während Chemie trotz Dauerdruck und Überzahl nicht traf. Der Favorit aus Leutzsch verpatzte somit seinen Start in eigener Arena.

Auch Altglienicke überzeugte. Der 2:0-Heimsieg gegen Hertha 03 Zehlendorf fiel nach einer Roten Karte gegen Wicht (49.) in eine deutliche Überlegenheit. Nietfeld und Wagner stellten binnen neun Minuten auf 2:0 – Zehlendorf blieb ohne echte Torchance.

In Chemnitz reichte ein kunstvoller Lupfer von Erlbeck und der Abschluss von Tobias Müller zum 1:0-Sieg gegen den ambitionierten Greifswalder FC. Die Gäste aus Vorpommern waren im letzten Drittel zu harmlos, während der CFC aus einer stabilen Ordnung überzeugte. Auch Halle durfte zum Einstand von Coach Schröder jubeln: Joker Damelang traf spät zum 1:0 gegen den BFC Dynamo, dessen Torwart Ortegel in der Nachspielzeit mit Rot vom Platz musste.

Hochdramatisch ging es in Zwickau zu, wo sich der FSV und Meister Lok Leipzig 1:1 trennten. Möbius brachte die Hausherren spät in Führung (80.), Arcalean konterte postwendend (81.) – ein intensives, letztlich gerechtes Remis. Einen ähnlich turbulenten Verlauf nahm die Partie in Berlin, wo Aufsteiger BFC Preussen beim 2:2 gegen Eilenburg gleich zweimal zurückkam. Joker Ramadan und Hoch sicherten dem couragierten Neuling den ersten Punkt.

Rot-Weiß Erfurt startete mit einem 2:1-Arbeitssieg gegen Luckenwalde. Ugondu und Aboagye trafen spät für das Gerber-Team – ein später Anschluss der Gäste blieb ohne Wirkung. Die Partie Hertha BSC II gegen Meuselwitz wurde hingegen wegen einer Autobahnvollsperrung kurzfristig abgesagt. (-as)

Die ausführlichen Spielberichte:

Oke beendet Tor- und Sieglosigkeit des ZFC

Hertha BSC II – ZFC Meuselwitz 2:3 (2:1)

Nach wochenlanger Misere und offensiver Ladehemmung hat der ZFC Meuselwitz beim 3:2-Auswärtserfolg gegen Hertha BSC II endlich den ersten Saisonsieg eingefahren. In einer Partie mit wechselnden Spielanteilen und dramatischem Finish sorgte der eingewechselte Elias Oke mit einem abgefälschten Distanzschuss in der 79. Minute für die Entscheidung – und beendete damit nicht nur die Sieglos-Serie, sondern zugleich die fast gespenstische Sturmflaute der Thüringer.

Dabei sah zunächst alles nach einem weiteren Rückschlag für die Gäste aus, denn die kleine Hertha übernahm früh die Spielkontrolle und entwickelte über ihre technisch versierten Offensivakteure Ajvazi, Bellomo und Ünal kontinuierlich Druck. Bellomo war es auch, der in der 34. Minute nach einem Freistoß an die Latte von Ajvazi goldrichtig stand und zum überfälligen 1:0 abstaubte. Doch praktisch im Gegenzug überraschte der ZFC mit einem Standard aus dem Halbfeld: Hansch stand nach Verlängerung am zweiten Pfosten frei und köpfte aus kurzer Distanz zum 1:1 ein – es war zugleich das erste Stürmertor der Saison.

Die Berliner blieben jedoch spielbestimmend und schlugen noch vor der Pause zurück. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte setzte sich Rölke über rechts stark durch, fand im Rückraum Ünal, der mit präzisem Flachschuss ins rechte Eck das verdiente 2:1 markierte. Die Gastgeber schienen auf Kurs Heimsieg – doch die Partie kippte im zweiten Durchgang.

ZFC-Trainer Georg-Martin Leopold bewies ein glückliches Händchen bei seinen Wechseln. Der agile Pauling brachte über rechts neuen Schwung und war in der 72. Minute maßgeblich am Ausgleich beteiligt: Sein präziser Flachpass landete bei David Pfeil, der aus kurzer Distanz verwandelte – sein erster Treffer im ZFC-Dress. Fortan waren die Gäste wie entfesselt, während Hertha II zunehmend fahrig agierte. Oke, nur neun Minuten zuvor eingewechselt, fasste sich aus gut 25 Metern ein Herz, sein Schuss wurde abgefälscht und senkte sich unhaltbar hinter Keeper Heide ins Netz (79.). Die Moral der Meuselwitzer, die einen zweimaligen Rückstand in einen Sieg drehten, war in dieser Phase bemerkenswert.

Hertha drängte zwar noch auf den Ausgleich, doch Sedlak im ZFC-Tor parierte mehrfach stark, u.a. gegen Rölke (76.). Die letzten Minuten waren hitzig, mehrere Gelbe Karten für die Gastgeber folgten, sogar ein Betreuer wurde nach dem Schlusspfiff mit Rot bedacht. Am Ende jubelten die Gäste über drei eminent wichtige Zähler – und die Erkenntnis, dass sie in der Liga angekommen sind.

 

FCC zeigt Reife: Vier Tore in Potsdam

SV Babelsberg 03 – FC Carl Zeiss Jena 1:4 (0:3)

Mit einem furiosen 4:1-Auswärtssieg beim SV Babelsberg 03 hat der personell stark veränderte FC Carl Zeiss Jena ein deutliches Ausrufezeichen zum Auftakt der Saison gesetzt. Die Mannschaft von Volkan Uluc dominierte den Kontrahenten vom Anpfiff an, ging trotz eines vergebenen Elfmeters in Führung und stellte mit einem überlegenen Offensivtrio schon zur Pause die Weichen auf Sieg. Für Babelsberg blieb lediglich Ergebniskosmetik.

Die neuformierte Jenaer Elf ließ von Beginn an keinen Zweifel daran, dass sie die ambitionierten Saisonziele ernst meint. Mit aggressivem Pressing, hohem Balltempo und klarer Zielstrebigkeit schnürte der FCC die Gastgeber schon früh in deren Hälfte ein. Es dauerte nur bis zur 21. Minute, ehe sich die Überlegenheit erstmals im Ergebnis niederschlug – und das auf kuriose Weise: Nach einem Foul von Babke an Eshele parierte der Babelsberger Keeper zunächst glänzend den fälligen Elfmeter, doch Lankford schaltete am schnellsten und staubte zum 0:1 ab.

Nur zehn Minuten später folgte der nächste Wirkungstreffer. Nach einem Ballgewinn von Butzen gegen Büch schlug der Rechtsverteidiger eine mustergültige Flanke auf Eshele, der per Kopfballaufsetzer zum 0:2 vollendete (31.). Die Hausherren wirkten zunehmend überfordert, konnten offensiv kaum Akzente setzen und waren defensiv oft einen Schritt zu spät. Das 0:3 kurz vor dem Pausenpfiff durch Prokopenko (45.) war fast eine logische Folge: Nach einem hohen Ball von Fritz ließ sich Lessel im Zentrum zu leicht abkochen, Babke kam zu spät – Prokopenko blieb cool und verwandelte artistisch.

Nach dem Seitenwechsel zeigte Babelsberg zunächst Moral. Der eingewechselte Postelt brachte frischen Schwung, Wegener verkürzte nach scharfer Hereingabe auf 1:3 (49.). Kurz flackerte Hoffnung auf, doch Jena antwortete eiskalt: Hessel köpfte nach Ecke von Lankford zum 1:4 ein (62.) – der alte Abstand war wiederhergestellt.

Im weiteren Verlauf verwaltete der FCC die Führung abgeklärt, ließ kaum noch Chancen zu und wechselte routiniert durch. Babelsberg versuchte über die Joker Queißer und Yilmaz noch einmal Druck aufzubauen, doch echte Gefahr entstand nur selten. Keeper Liesegang musste nur bei einem Tiefenlauf von Queißer (75.) ernsthaft eingreifen.

Bitter für Babelsberg: Co-Trainer Daniel Frahn, einstiger Torgarant, sah wegen wiederholten Meckerns noch die Gelb-Rote Karte – ein symbolisches Bild für einen Nachmittag, an dem es aus Potsdamer Sicht an vielem fehlte.

Jena hingegen unterstrich eindrucksvoll, dass auch ein Kaderumbruch nicht zwangsläufig mit Instabilität einhergehen muss – das Team präsentierte sich geschlossen, diszipliniert und offensiv stark. Ein gelungener Start in eine Spielzeit, die für den FCC nach mehr schmeckt.

 

Alberico glänzt, Müller trifft – Chemnitz siegt

Chemnitzer FC – Greifswalder FC 1:0 (1:0)

Mit einem knappen, aber verdienten 1:0-Heimerfolg gegen den runderneuerten Greifswalder FC ist der Chemnitzer FC erfolgreich in die neue Saison der Regionalliga Nordost gestartet. In einer von Intensität und hohem läuferischem Aufwand geprägten Partie war es Routinier Tobias Müller, der kurz vor der Pause für den Treffer des Tages sorgte. Die Gäste agierten mutig, blieben aber offensiv zu harmlos, um dem Spiel noch eine Wende zu geben.

Die Himmelblauen, die in ihrer 60. Vereins-Saison einen ambitionierten Neuaufbau eingeleitet haben, präsentierten sich von Beginn an als das aktivere Team. Neuzugang Filippo Alberico belebte die linke Außenbahn mit viel Tempo und Drang zum Tor. Bereits in der 7. Minute hatte der quirlige Flügelspieler die erste große Gelegenheit eingeleitet, als er mustergültig Bozic bediente, der jedoch aus kurzer Distanz am stark reagierenden Jakubov im GFC-Tor scheiterte. Auch in der Folge blieb Chemnitz tonangebend, während die Gäste sich zunächst auf Ballzirkulation und kontrollierten Aufbau fokussierten – allerdings häufig mit riskanten Pässen im eigenen Drittel.

Alberico und Damer tauschten auf den Flügeln mehrfach die Seiten, was die Greifswalder Defensive vor permanente Aufgaben stellte. Dennoch dauerte es bis zur 42. Minute, ehe sich das Übergewicht der Duda-Elf auf der Anzeigetafel niederschlug. Nach einem energischen Vorstoß durch das Zentrum ließ Erlbeck gleich mehrere Gegenspieler aussteigen und bediente Müller mit einem feinen Chipball in den Lauf. Der Routinier blieb vor Jakubov eiskalt und schob souverän zum 1:0 ein.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild nur marginal. Chemnitz kontrollierte das Geschehen, versäumte es aber, die Führung frühzeitig auszubauen. Alberico (55.) und Baumgart (62., 78.) vergaben weitere gute Gelegenheiten. Aufseiten der Gäste keimte nur sporadisch Gefahr auf – die beste Chance verzeichnete Ndualu, dessen Abschluss aus spitzem Winkel ans Außennetz rollte (58.).

In der Schlussphase drückte der GFC nochmals auf den Ausgleich, kam jedoch kaum zu zwingenden Abschlüssen. Ein Elfmeterpfiff blieb aus, als Wagner den eingewechselten Grimaldi im Strafraum zu Boden rempelte (82.) – eine zumindest diskussionswürdige Szene. Chemnitz verteidigte den knappen Vorsprung mit Geschick und Einsatzbereitschaft. Auch der späte Doppelwechsel – Ekui und Stockinger kamen in der Nachspielzeit – brachte nochmal Stabilität in die Ordnung der Gastgeber.

Die Partie endete mit unschönen Szenen an der Seitenlinie: Schiedsrichter Johannes Drößler zeigte in der hektischen Nachspielzeit mehreren Mitgliedern des Greifswalder Betreuerstabs die Rote Karte – der Frust über die verpassten Punkte entlud sich offenbar verbal.

Mit einem insgesamt abgeklärten und reifen Auftritt sichert sich der CFC zum Auftakt die volle Punktausbeute und kann auf dieser Leistung aufbauen. Die neuformierte Mannschaft zeigte bereits gute Ansätze, insbesondere im Umschaltspiel und in der Kompaktheit gegen den Ball. Greifswald hingegen muss offensiv zulegen, um sich in der ausgeglichenen Liga zu behaupten – viele Ballkontakte und Spielkontrolle allein genügen auf diesem Niveau nicht.

 

Zajusch entscheidet clever geführte Partie

BSG Chemie Leipzig – 1. FC Magdeburg II 0:2 (0:0)

Ein starker Auftritt des 1. FC Magdeburg II hat dem Aufstiegsanwärter BSG Chemie Leipzig zum Saisonstart einen empfindlichen Dämpfer verpasst. Im traditionsreichen Alfred-Kunze-Sportpark siegte die U23 der Elbestädter mit 2:0 – trotz über 40 Minuten in Unterzahl. Während Chemie seine Feldvorteile nicht in Zählbares ummünzen konnte, nutzten die Gäste zwei ihrer wenigen Offensivaktionen im zweiten Durchgang eiskalt.

Vor 4.257 Zuschauern begann die Partie mit einem vorsichtigen Abtasten beider Teams, wobei der Gast aus Sachsen-Anhalt sich keineswegs versteckte. Im Gegenteil: Früh deuteten die Blau-Weißen an, dass sie nicht gewillt waren, in Leipzig die Rolle des Punktelieferanten zu übernehmen. Die Mannschaft von FCM-Trainer Dennis Sander agierte mutig im Spielaufbau, suchte häufig den schnellen Weg über die Flügel – besonders über den wendigen Sanogo, der in der 18. Minute mit einem feinen Solo beinahe für die Führung gesorgt hätte, aber am rechten Pfosten scheiterte.

Auch Chemie versteckte sich nicht, hatte aber Probleme im letzten Drittel. Zwar kam Stürmer Ratifo in der ersten Hälfte mehrfach zum Abschluss – etwa nach einer scharfen Hereingabe in der 16. Minute oder bei einem Kopfball aus zentraler Position (21.) – doch Magdeburgs Keeper Kruth zeigte sich hellwach und ließ sich nicht bezwingen. Kurz vor dem Seitenwechsel verpasste Langner per Direktabnahme aus 20 Metern nur knapp das Ziel (45.+2), sodass es torlos in die Kabinen ging.

Die zweite Halbzeit begann mit einem personellen Tausch auf beiden Seiten, ehe das Spiel binnen Minuten in eine neue Dynamik kippte: Erst wurde Magdeburgs Birk nach wiederholtem Foulspiel in der 49. Minute mit Gelb-Rot vom Platz gestellt, dann gingen die dezimierten Gäste sieben Minuten später dennoch in Führung. Nach einer Flanke von Millgramm war der eingewechselte Mergner zur Stelle und spitzelte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie – 0:1 (56.).

Der Führungstreffer wirkte wie ein Nackenschlag für Chemie. Zwar erhöhten die Grün-Weißen unter der Regie von Trainer Alipour nun spürbar den Druck, doch fehlte es weiterhin an Präzision und Durchschlagskraft im letzten Drittel. Hoffnungen auf den Ausgleich keimten mehrfach auf, insbesondere als Mäder Ratifo im Strafraum in Szene setzte und dessen Aufsetzer nur knapp über das Tor strich (67.). Doch es blieb bei der optischen Überlegenheit.

Magdeburg verteidigte mit hoher Disziplin, stellte die Räume clever zu und lauerte weiterhin auf Umschaltmomente. In der 77. Minute sorgte schließlich Innenverteidiger Zajusch für die Entscheidung: Sein Fernschuss aus rund 25 Metern wurde von einem Chemie-Spieler unglücklich abgefälscht und ließ Böggemann im Leipziger Tor keine Chance – 0:2. Auch in der Schlussphase fand Chemie keine Mittel mehr, um dem Spiel eine Wendung zu geben. Der letzte Abschluss durch Timpelan in der Nachspielzeit wurde abgefälscht und stellte Kruth vor keinerlei Probleme.

Die Gäste aus Magdeburg, die sich in der Sommerpause stark verjüngt und neu ausgerichtet haben, setzten mit diesem Auswärtscoup ein erstes Achtungszeichen in der Liga. Chemie hingegen muss sich den Vorwurf gefallen lassen, trotz Überzahl und zahlreicher Abschlüsse zu wenig aus dem eigenen Spiel gemacht zu haben. Für beide Teams gibt es in der kommenden Woche viel aufzuarbeiten – wenn auch unter gänzlich unterschiedlichen Vorzeichen.

 

Sekunden des Wahnsinns in Zwickau

FSV Zwickau – 1. FC Lok Leipzig 1:1 (0:0)

Der Auftakt in die neue Regionalliga-Spielzeit hätte kaum dramatischer verlaufen können: In einem hochintensiven Duell zweier sächsischer Traditionsvereine trennten sich der FSV Zwickau und der 1. FC Lok Leipzig vor 7.513 Zuschauern mit einem insgesamt gerechten 1:1-Unentschieden. Zwei Treffer binnen 60 Sekunden ließen die Partie in der Schlussphase kurzzeitig explodieren – und sorgten für ein gerechtes, wenn auch emotional aufgeladenes Remis.

Die erste Hälfte gehörte weitestgehend den Gästen aus Leipzig, die mit gewohnt hoher Ballzirkulation und strukturierter Raumaufteilung die Spielkontrolle übernahmen. Vor allem Kapitän Ziane war ständiger Unruheherd, ließ aber mehrfach die nötige Präzision im Abschluss vermissen. Seine besten Chancen vergab er in der 39. und 45. Minute, als er jeweils aus aussichtsreicher Position verzog. Auch Maderer (12.) und Arcalean (16.) verpassten den möglichen Führungstreffer. Zwickau hielt defensiv gut dagegen, kam aber erst in der 33. Minute durch Pilger erstmals gefährlich vors gegnerische Tor.

Zur Pause reagierte FSV-Coach Rico Schmitt und brachte mit Routinier Ronny Zimmermann sowie Neuzugang Haubner zwei frische Kräfte. Der Spielfluss wurde intensiver, das Geschehen ausgeglichener. Zwickau agierte nun mutiger, vor allem über die rechte Seite mit Albert und Zimmermann. In der 55. Minute verpasste Zimmermann mit einem Drehschuss die Führung nur knapp. Leipzigs Dreifachwechsel in der 66. Minute – Zimmer, Maier und Adetula kamen – zeigte zunächst Wirkung: Adetula (70.) scheiterte aus 14 Metern, kurz darauf prüfte Abderrahmane FSV-Keeper Hiemann (67.).

Als sich beide Seiten schon mit einem torlosen Remis zu arrangieren schienen, entlud sich in der 80. Minute urplötzlich die aufgestaute Energie: Nach einem langen Einwurf von Dittrich verlängerte Zimmermann per Kopf auf Möbius, der sich am Elfmeterpunkt die Kugel zurechtlegte und mit einem kompromisslosen Dropkick zum 1:0 einnetzte – ein Einstand nach Maß für den Neuzugang aus Eilenburg.

Doch der Jubel der Westsachsen hielt nur Sekunden: Leipzigs Arcalean fasste sich unmittelbar nach Wiederanstoß ein Herz, zog aus 18 Metern halbrechter Position ab und traf ins kurze Eck – ein sehenswerter, wenngleich haltbarer Treffer, bei dem Hiemann im Zwickauer Tor keine gute Figur abgab (81.).

In der hektischen Schlussphase drückte Zwickau auf den Sieg, hatte durch Jacobi (85.) nochmals die große Gelegenheit, doch Lok-Keeper Naumann parierte stark. Kurz vor Abpfiff probierte es Breitenbücher mit einem Distanzschuss (89.), verfehlte das Ziel jedoch deutlich. Die Leipziger verwalteten den Punktgewinn clever über die Nachspielzeit.

Fazit: Zwickau überzeugte durch mannschaftliche Geschlossenheit, Leipzig zeigte individuelle Klasse. Der FCL präsentierte sich als reiferes Team mit mehr Kontrolle, der FSV mit größerem Herz und Willen. Zwei unterschiedliche Spielanlagen, ein gerechtes Resultat.

 

Damelang erlöst Halle mit Joker-Tor

Hallescher FC – BFC Dynamo 1:0 (0:0)

Der Hallesche FC ist mit einem knappen, aber verdienten 1:0-Erfolg gegen den BFC Dynamo in die Regionalliga-Saison gestartet. In einer Partie, die über weite Strecken vom hohen Aufwand beider Teams, aber auch von Ungenauigkeiten und defensiver Stabilität geprägt war, avancierte Einwechselspieler Damelang zum umjubelten Matchwinner. Den Schlusspunkt setzte BFC-Schlussmann Ortegel mit einer Notbremse und Rot in der Nachspielzeit – ein bitteres Ende für die leidenschaftlich kämpfenden Berliner.

Dabei begann die Begegnung aus Hallescher Sicht mit einem Schockmoment: Keine 60 Sekunden waren gespielt, da tauchte Karatas plötzlich frei vor HFC-Keeper Müller auf. Der Schlussmann rettete mit dem Fuß reflexartig – es sollte die einzig wirklich zwingende Chance der Gäste über 90 Minuten bleiben.

Fortan übernahm die Elf von Robert Schröder die Spielkontrolle. Mit dominanter Ballzirkulation und zahlreichen Vorstößen über die rechte Seite erspielten sich die Gastgeber ein optisches Übergewicht, blieben jedoch bis zur Pause weitgehend harmlos. Einzig Wosz (34.) und Kulke (33.) kamen nach gelungenen Spielzügen zu nennenswerten Abschlüssen. BFC Dynamo verteidigte leidenschaftlich, lauerte auf Umschaltmomente, blieb aber meist an der gut organisierten HFC-Defensive hängen.

Im zweiten Durchgang setzte sich das Bild fort. Halle drückte, doch das letzte Drittel blieb das große Problem. Erst mit der Hereinnahme von Damelang (69.) kam frischer Schwung. Der Joker sorgte für Dynamik über die linke Seite – und wurde zum spielentscheidenden Faktor: Nach einer Flanke kam er im Strafraum zum Abschluss, scheiterte zunächst an Ortegel, verwertete aber den Abpraller entschlossen zum 1:0 (80.).

Dynamo reagierte offensiv, brachte frische Kräfte mit Rogero, Gnodtke und Windsheimer, blieb jedoch harmlos. Die beste Gelegenheit auf den Ausgleich hatte Dadashov per Kopf (49.), doch Müller parierte erneut stark. Halle hingegen verpasste es, durch Baro (89.) den Sack zuzumachen. Der Stürmer köpfte nach einer Ecke aus kurzer Distanz am Tor vorbei.

In der Nachspielzeit kam es dann zur finalen Szene: Der eingewechselte Baro lief nach einem Konter allein aufs Tor zu, wurde von BFC-Keeper Ortegel rüde vor dem Strafraum gefällt – klare Notbremse, Rote Karte (90.+4). Den anschließenden Freistoß jagte Kulke in den Abendhimmel – es blieb beim knappen Erfolg für den HFC.

Für Halle war es ein Arbeitssieg zum Einstand von Trainer Robert Schröder, der viel Geduld und ein goldenes Händchen bei den Einwechslungen bewies. BFC Dynamo stemmte sich mit allem, was möglich war, gegen die Niederlage, ließ offensiv aber zu viel vermissen und beendete die Partie ohne ihren Torhüter.

Wegen Notbremse in der 94. Minute mit Rot vom Platz gestellt: BFC-Torwart Nicolas Ortegel. Foto: Patrick Skrzipek (Sport und Event Photograph)

Hoch und Ramadan beleben Aufsteiger

BFC Preussen – FC Eilenburg 2:2 (0:1)

Mit einem dramatischen 2:2-Unentschieden ist der ambitionierte Aufsteiger BFC Preussen in seine erste Regionalliga-Saison gestartet. Gegen den FC Eilenburg entwickelte sich vor 563 Zuschauern ein Spiel mit zwei gegensätzlichen Halbzeiten: Der FCE agierte zunächst effizient und abgezockt, doch die Berliner schlugen mit Joker-Toren zurück – und brachten die Spree zum Brodeln.

Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt, aber in ihrer Dramaturgie umso bemerkenswerter: Drei der vier Treffer fielen nach der 65. Minute, zwei davon durch Einwechselspieler. Die Partie, die in Hälfte eins zunächst strukturiert und von viel Mittelfeldgeplänkel geprägt war, explodierte im zweiten Durchgang in ein offenes Spektakel.

Dabei war es der FC Eilenburg, der das erste Ausrufezeichen setzte: In der 29. Minute nutzte Rechtsverteidiger Aquilar seine starke Form und vollendete einen Abpraller aus kurzer Distanz trocken zum 0:1. Es war der erste klare Torschuss der Gäste – und gleich drin. Preussen, bis dahin mit mehr Ballbesitz und Standards, konnte die eigene Feldüberlegenheit nicht in Zählbares ummünzen. Ein Kopfball von Butendeich (9.) und ein Fernschuss von Fontein (40.) blieben die gefährlichsten Annäherungen. Viel Aufwand, wenig Ertrag – das Fazit zur Pause war ernüchternd.

Nach Wiederanpfiff schien Eilenburg zunächst frischer, dominanter, bissiger – ein Plan des neuen Trainers Kevin Rodewald, der Wirkung zeigte. Doch der BFC steigerte sich ab Minute 60 merklich. Ramadan, kurz zuvor eingewechselt, glich in der 67. Minute nach einem kraftvollen Zuspiel von Breitkreuz mit einem sehenswerten Abschluss zum 1:1 aus. Der Premierentreffer des Angreifers elektrisierte das Publikum – doch nur für kurze Zeit.

Denn Eilenburg konterte prompt. Niemitz tankte sich über links in den Strafraum, Ramadan kam zu spät – Elfmeter. Der eingewechselte Kretzer verwandelte eiskalt (76.) und stellte die Führung für den FCE wieder her. Doch wer nun dachte, Preussen sei geschlagen, der hatte die Berliner Rechnung ohne die Joker gemacht.

Nur fünf Minuten nach dem Rückstand kam mit Hoch der nächste Matchwinner von der Bank. Der 80. Spielminute kaum auf dem Platz, schloss der Offensivmann nach kluger Ablage von Mensah eiskalt mit links ab – 2:2 (83.). Und beinahe hätte Breitkreuz den ganz großen Jubel ausgelöst, doch Pieles im FCE-Tor reagierte mit einer Weltklasse-Parade (79.). Am Ende blieb es beim Remis – ein Punkt, der für Eilenburg durchaus schmeichelhaft, für den BFC aber auch Ausdruck des unbedingten Willens war.

Taktisch agierten die Berliner variabel im 4-2-3-1, wirkten defensiv manchmal zu offen, aber offensiv flexibel. Trainer Alexander Ende bewies mit den Einwechslungen von Ramadan und Hoch ein exzellentes Gespür. Auf Eilenburger Seite überzeugte vor allem der auffällige Aquilar, während Neuzugang Shoshi im Angriff kaum eingebunden war.

Fazit: Ein Spiel, das mehr bot, als man nach 45 Minuten erwarten durfte. Der BFC Preussen zeigte Moral, Tempo und Offensivgeist – Eilenburg glänzte mit Effektivität und Nervenstärke. Die Zuschauer sahen ein echtes Regionalliga-Feuerwerk.

 

Gerber-Elf startet mit Arbeitssieg in die Saison

FC Rot-Weiß Erfurt – FSV 63 Luckenwalde 2:1 (0:0)

Mit einer späten, aber verdienten Energieleistung hat Rot-Weiß Erfurt einen gelungenen Start in die neue Regionalliga-Saison gefeiert. Gegen ein taktisch diszipliniertes Team des FSV Luckenwalde behielt die Mannschaft von Fabian Gerber die Ruhe und setzte nach torloser erster Halbzeit durch Joker Ugondu und Flügelflitzer Aboagye die entscheidenden Nadelstiche zum 2:1-Auftaktsieg. Den Treffer für die Gäste erzielte Jannene (90.+4) per Kopf. 

Die Rahmenbedingungen stimmten: Bestes Fußballwetter, 6.834 Zuschauer im gut gefüllten Steigerwaldstadion und ein Gegner, der zwar in der Vorsaison nur knapp dem Abstieg entkam, jedoch nie bereit schien, sich dem Favoriten kampflos zu ergeben. Schon früh wurde deutlich, dass Erfurt zwar mit mehr Spielanteilen agierte, Luckenwalde aber mit präziser Raumaufteilung und giftigem Zweikampfverhalten konterte.

Die Gastgeber brauchten eine Viertelstunde, um den Druck zu erhöhen. Fehler (16.) und Ugondu (14., 12.) sorgten für erste Duftmarken, doch sowohl Zielgenauigkeit als auch letzte Konsequenz ließen zu wünschen übrig. Caciel und Aboagye sorgten über außen für Betrieb, doch Palmowski im FSV-Tor und eine gut sortierte Fünferkette hielten den Kasten bis zur Pause sauber. Luckenwalde verzeichnete derweil durch Bachmann (11.), Maciejewski (57.) und König (52.) selbst einige gefährliche Umschaltmomente – Keeper Otto musste mehrfach hellwach reagieren.

Nach dem Seitenwechsel intensivierte Erfurt die Bemühungen: Moritz, Wolf und erneut Aboagye prüften Palmowski, doch die letzte Präzision fehlte. Ein Treffer durch Ugondu (51.) wurde wegen Abseits aberkannt, was den Gastgebern zusätzlichen Antrieb verlieh. Trainer Gerber bewies dann ein goldenes Händchen mit der Einwechslung von Dehl und Felßberg (68.).

Nur vier Minuten später war es genau dieses Duo, das die Partie auf den Kopf stellte: Dehl flankte gefühlvoll von links, Felßberg legte per Kopf quer, Ugondu spitzelte den Ball über die Linie – 1:0 (72.). Der Bann war gebrochen.

Erfurt wollte sofort nachlegen. Aboagye prüfte Palmowski (74.), traf wenig später nur den Außenpfosten (78.). Luckenwalde wehrte sich nach Kräften, brachte frische Kräfte, fand aber keinen Zugriff mehr. Stattdessen setzte Aboagye in der 90. Minute den Schlusspunkt: Nach wiederholtem Solo über links schlenzte er den Ball aus 16 Metern präzise ins lange Eck – ein technisch feiner Abschluss und die endgültige Entscheidung. Den Schlusspunkt setzte allerdings Jannene (90.+4) zum 1:2-Anschluss für die Gäste mit einem Kopfballtreffer.

Der insgesamt verdiente Auftaktsieg war letztlich auch das Produkt größerer Spielreife, besserer Bank und Geduld gegen einen aufopferungsvoll kämpfenden Gegner, der bis zum Schluss unangenehm blieb.

 

Nietfeld und Wagner bringen die VSG auf Kurs

VSG Altglienicke – FC Hertha 03 Zehlendorf 2:0 (0:0)

Mit einem souveränen 2:0-Erfolg über den FC Hertha 03 Zehlendorf ist die VSG Altglienicke erfolgreich in die neue Regionalliga-Saison gestartet. In einer über weite Strecken ereignisarmen Partie sorgte ein Doppelschlag binnen neun Minuten in der zweiten Halbzeit für die Entscheidung. Das Spiel kippte endgültig, als Zehlendorfs Wicht nach einem rüden Einsteigen mit Rot vom Platz musste – ein Wendepunkt, den die Gäste nicht mehr kompensieren konnten.

Die Partie in der Spree-Arena begann zäh und war in der ersten halben Stunde geprägt von Ungenauigkeiten im Spielaufbau und wenig Torgefahr auf beiden Seiten. Lediglich Türpitz sorgte kurz vor der Pause mit einem Lattenkracher aus 18 Metern für kollektives Aufstöhnen im weiten Rund – der einzige echte Aufreger in einer taktisch disziplinierten, aber spielerisch mäßigen ersten Hälfte.

Die zweite Halbzeit begann mit einem personellen Wechsel auf Seiten der VSG: Wagner ersetzte den blassen Friedrich und sollte zum spielentscheidenden Akteur avancieren. Zunächst jedoch sorgte ein ungestümes Foul von Zehlendorfs Sechser Wicht an Altglienickes Antreiber Hartl für die erste klare Linie im Spiel – Schiedsrichter Klemm aus Gröditz zückte in der 49. Minute die Rote Karte. Der Platzverweis brachte die VSG in Überzahl in eine dominierende Rolle.

Nur zwei Minuten später nutzte das Heimteam die numerische Überlegenheit aus: Schickersinsky flankte präzise von rechts, in der Mitte flog Nietfeld heran und vollendete per Kopf zur Führung (51.). Es war die Belohnung für die deutlich gesteigerte Angriffslust der Berliner, die nun mit mehr Mut und Dynamik agierten. In der 60. Minute fiel dann die Vorentscheidung. Diesmal schlug Wagner selbst eine Flanke von der linken Seite, die im Strafraum an Freund und Feind vorbei rauschte und im langen Eck einschlug – 2:0 (60.).

Die Gäste aus dem Berliner Südwesten, ohnehin ohne echte Torchance in der ersten Hälfte geblieben, waren in Unterzahl nun vollständig vom Rhythmus abgeschnitten. Auch die frischen Kräfte, die der Gäste-Trainer mit Steinrücken und Bunger (beide 79.) sowie Moradi (88.) brachte, vermochten nichts mehr zu ändern. Altglienicke kontrollierte das Spiel, spielte die Führung routiniert herunter und setzte noch einige Nadelstiche über die rechte Seite.

Altglienicke wechselte seinerseits in der Schlussphase dreifach und gab mit Saliger und den Manske-Brüdern mehreren Akteuren Einsatzzeit. Der Sieg der Hausherren geriet dabei nicht mehr in Gefahr. Die VSG präsentierte sich vor allem defensiv sehr stabil, ließ kaum etwas zu und überzeugte mit klarer Spielkontrolle nach der Roten Karte.

Für Zehlendorf hingegen bleibt festzuhalten: Ohne offensive Durchschlagskraft und mit einem folgenreichen Aussetzer in der Rückwärtsbewegung wird es in der Regionalliga schwer. Zumal die frühe Ampelkarte von Wicht bereits in dieser Saison ein mahnendes Beispiel für die Bedeutung von Disziplin und Balance im Zentrum liefert.

Texte: Holger Elias (NOFV)

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