Regionalliga Nordost

Regionalliga Nordost: Vorschau 14. Spieltag

Späte Tore haben den vergangenen Spieltag geprägt, direkte Duelle bestimmen das kommende Wochenende. Der FC Carl Zeiss Jena empfängt am Freitag den punktgleichen BFC Dynamo, einen Tag später stehen sich der FSV Zwickau und Erzgebirge Aue im Westsachsenderby gegenüber. Spitzenreiter Chemnitz bekommt es mit einer Magdeburger U23 zu tun, die gerade ihre Niederlagenserie beendet hat. Erfurt reist nach Greifswald, Halle erwartet Lok Leipzig. Und auch am Tabellenende ist nach den Siegen des RSV Eintracht und von Tasmania Berlin neue Bewegung entstanden: Beide treffen nun unmittelbar aufeinander.

 

--- 14. SPIELTAG - REGIONALLIGA NORDOST ---

 

Freitag, 23.10.26, 19:00 Uhr

FC Carl Zeiss Jena – BFC Dynamo

Zwei Mannschaften mit jeweils 25 Punkten, fünf Zähler hinter dem Spitzenreiter: Schon der Freitagabend bietet ein Duell mit Gewicht für die Spitzengruppe. Jena hat sich mit drei Ligasiegen in Folge wieder näher an die vorderen Plätze herangearbeitet. Beim jüngsten 2:1 in Luckenwalde musste der FCC allerdings einen Rückstand überwinden. Moritz Fritz glich per Strafstoß aus, Jannes Werner erzielte den Siegtreffer. Dass die Entscheidung nicht früher fiel, lag an ungenutzten Möglichkeiten; in der Schlussphase bewahrte Torhüter Till Härting seine Mannschaft vor dem Ausgleich.

Der BFC Dynamo kommt nach dem 1:1 gegen Chemnitz mit dem Nachweis nach Thüringen, auch dem Tabellenführer erhebliche Probleme bereiten zu können. Die Berliner erschwerten dem CFC über weite Strecken den Spielaufbau und gingen durch Tim Windsheimer in Führung. Nur drei Minuten später war der Vorsprung jedoch wieder dahin.

Beide haben damit einen konkreten Ansatzpunkt für das direkte Duell: Jena muss seine Chancen konsequenter nutzen, Dynamo gute Spielphasen länger im Ergebnis absichern. Ein Sieger könnte sich vorerst bis auf zwei Punkte an Chemnitz heranschieben. Für den FCC wird es zudem darauf ankommen, die Berliner früh unter Druck zu setzen, ohne ihnen durch ungenaue Zuspiele einfache Gegenangriffe zu ermöglichen. Nach den jüngsten Aufgaben wartet auf Jenas Offensive nun eine besonders anspruchsvolle Prüfung.

 

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SV Babelsberg 03 – BFC Preussen

Babelsberg steht nach dem 0:6 bei Tasmania Berlin vor einer deutlichen Reaktion. Schon nach einer Viertelstunde lag die Mannschaft mit drei Toren zurück, zur Pause hieß es 0:4. Zwei weitere Gegentreffer kurz nach Wiederbeginn machten die Niederlage noch schmerzhafter. Nur eine Woche nach dem 0:0 gegen Lok Leipzig war von der zuvor gezeigten defensiven Stabilität wenig übrig geblieben.

Auch Preussen hat einen Rückschlag zu verarbeiten. Beim 1:3 gegen Altglienicke gerieten die Berliner früh ins Hintertreffen und gingen mit einem Zwei-Tore-Rückstand in die Pause. Luis Inderwisch verkürzte spät, doch die Hoffnung auf einen Punkt hielt nur wenige Minuten. Seit vier Ligaspielen wartet der BFC nun auf einen Sieg.

Die Tabellennachbarn trennen lediglich zwei Punkte. Für Babelsberg geht es deshalb neben der sportlichen Wiedergutmachung auch darum, einen direkten Konkurrenten auf Abstand zu halten. Preussen könnte mit einem Auswärtserfolg vorbeiziehen. Nach den jüngsten Spielverläufen kommt der Anfangsphase besondere Bedeutung zu: Beide Mannschaften müssen verhindern, erneut früh einem Rückstand hinterherzulaufen. Babelsberg braucht vor eigenem Publikum vor allem verlässliche Abstände zwischen den Mannschaftsteilen; Preussen muss seine Gegenwehr früher entfalten als zuletzt gegen die VSG.

 

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VSG Altglienicke Berlin – FSV 63 Luckenwalde

Altglienicke hat auf die Niederlage gegen Dynamo mit einem 3:1 bei Preussen geantwortet. Jonas Nietfeld und Emeka Oduah sorgten früh für klare Verhältnisse. Als der Gegner in der Schlussphase noch einmal herankam, stellte Tim Rieder den alten Abstand rasch wieder her. Die VSG fand damit sowohl zu Beginn als auch in einem kritischen Moment die passende Antwort. Nun soll der Auswärtserfolg gegen das Schlusslicht bestätigt werden.

Luckenwalde konnte den Sieg bei Chemie Leipzig dagegen nicht mit weiteren Punkten untersetzen. Gegen Jena reichte auch die Führung durch Phil Butendeich nicht: Der FSV verlor 1:2 und rutschte wieder ans Tabellenende. Chancen auf einen Punkt waren dennoch vorhanden. Zamzow scheiterte spät allein vor Jenas Torhüter – eine Möglichkeit, die zeigte, dass die Partie bis zum Ende offen blieb.

Für die Gäste liegt darin ein Ansatz, aber noch keine Entwarnung. Mit sechs Punkten benötigt Luckenwalde dringend weitere Ergebnisse, die auch in der Tabelle helfen. Bei der VSG wird dafür ein konzentrierter Beginn nötig sein. Altglienicke hat zuletzt gezeigt, wie schnell es einen Gegner in die Defensive drängen kann. Der FSV muss diesem Druck standhalten und zugleich seine eigenen Angriffe so ausspielen, dass aus einzelnen Entlastungen echte Torchancen werden.

 

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Sonnabend, 24.10.26, 14:00 Uhr

FSV Zwickau – FC Erzgebirge Aue

Derbyzeit in Westsachsen – mit unterschiedlichen Gefühlslagen bei beiden Mannschaften. Zwickau brachte aus Erfurt ein 2:2 mit, musste den Ausgleich allerdings erst mit der letzten Aktion hinnehmen. Philipp Harants spektakulärer Treffer aus der eigenen Hälfte und das zweite FSV-Tor durch Oliver Fobassam Nawe hatten einen Auswärtssieg greifbar gemacht. Vor allem vor der Pause setzten die Gäste Erfurt mit Ballgewinnen und schnellen Angriffen unter Druck. Nach dem Seitenwechsel wurden die eigenen Offensivaktionen seltener, ehe eine Ecke den späten Ausgleich brachte.

Aue verlor gegen Halle durch einen Treffer in der Nachspielzeit mit 0:1. Es war die vierte Pflichtspielniederlage nacheinander. Zusätzlich erschwerte der Platzverweis gegen Tim Maciejewski nach gut einer Stunde die Aufgabe. Die lange gehaltene Null brachte den Veilchen am Ende keinen Punkt.

Für Zwickau bietet das Derby die Gelegenheit, den nur zwei Zähler entfernten Nachbarn zu überholen. Aue braucht einen Erfolg, um die jüngste Entwicklung zu stoppen. Dabei dürfte entscheidend sein, wer seine Angriffe besser absichert: Der FSV hat seine Gefährlichkeit nach Ballgewinnen gezeigt, darf sich bei einer Führung aber nicht erneut zu weit zurückdrängen lassen. Aue muss seinerseits wieder mehr eigene Torgefahr entwickeln, nachdem die letzten beiden Ligaspiele ohne Treffer blieben.

 

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RSV Eintracht 1949 – SV Tasmania Berlin

Am Tabellenende treffen zwei Mannschaften aufeinander, die am vergangenen Wochenende neue Zuversicht gewonnen haben. Der RSV setzte sich durch Endi Jupollis Tor in der Nachspielzeit mit 1:0 bei Hertha BSC II durch. Für die Stahnsdorfer war es der erste Ligaerfolg seit dem 1. August. Tasmania beendete seine sieglose Serie noch deutlicher: Das 6:0 gegen Babelsberg war der bislang überzeugendste Ertrag der Berliner in dieser Saison.

Bemerkenswert war dabei die Verteilung der Tore. Sechs verschiedene Spieler trafen für Tasmania; die Entscheidung fiel praktisch schon vor der Pause. Für den RSV bedeutet das, seine Aufmerksamkeit nicht auf einen einzelnen Angreifer beschränken zu können. Die Gäste wiederum treffen auf eine Mannschaft, die zuletzt ohne Gegentor blieb und bis in die Nachspielzeit an ihre Chance glaubte.

Neun Punkte für Eintracht, acht für Tasmania: Der Abstand ist gering, die Bedeutung des direkten Duells entsprechend groß. Beide wollen verhindern, dass ihr Erfolg nur eine kurze Unterbrechung der schwierigen Saison bleibt. Ein erneuter Sieg würde nicht nur das eigene Konto verbessern, sondern zugleich einen unmittelbaren Konkurrenten auf Distanz halten. Gefragt ist deshalb, die Zuversicht des vergangenen Spieltags mit der nötigen Geduld zu verbinden.

 

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Chemnitzer FC – 1. FC Magdeburg II

Chemnitz hat seine Tabellenführung beim BFC Dynamo verteidigt, musste sich den Punkt beim 1:1 aber hart erarbeiten. Offensiv fand der CFC lange nur schwer in die Begegnung. Umso wichtiger war die schnelle Reaktion auf den Rückstand: Maurizio Grimaldi traf bereits drei Minuten nach der Berliner Führung zum Ausgleich. Die Mannschaft bewahrte damit ihre Widerstandskraft, auch wenn ihr der Gegner spielerisch viel abverlangte.

Magdeburgs U23 kommt mit frischem Selbstvertrauen. Das 4:2 gegen Greifswald beendete eine Serie von fünf Niederlagen. Nach einem Rückstand kurz nach der Pause drehten Elisio Widmann mit zwei Treffern, Kevin Manthey und Luis Trus die Partie. Innerhalb von gut 20 Minuten wurde aus dem 0:1 ein 4:1. Die Magdeburger zeigten dabei, welches Potenzial in ihrer Offensive steckt, wenn sie ihre Aktionen entschlossen zu Ende spielen.

Beim Tabellenführer wartet nun eine andere Aufgabe. Chemnitz stellt mit sieben Gegentoren weiterhin die stabilste Defensive der Liga. Der CFC wird zugleich wieder mehr eigene Kontrolle anstreben als zuletzt in Berlin. Für die Gäste gilt es, die gute Phase gegen Greifswald zu bestätigen, ohne sich beim Angriff auf den Spitzenreiter zu weit zu öffnen. Das jüngste Ergebnis war ein Befreiungsschlag; wie tragfähig er ist, zeigt sich nun gegen den bislang konstantesten Gegner der Liga.

 

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Sonnabend, 24.10.26, 16:00 Uhr

Greifswalder FC – FC Rot-Weiß Erfurt

Greifswald muss nach dem 2:4 in Magdeburg vor allem eine Phase auswerten, in der die Begegnung vollständig entglitt. Nach ordentlichem Beginn und der Führung durch Robert Leipertz kassierte der GFC vier Tore, ehe Fodelcio Gomes Pereira nur noch verkürzen konnte. Die Gäste hatten zunächst Druck erzeugt und Chancen besessen, verloren nach dem Ausgleich jedoch die Kontrolle über das Spiel.

Mit Erfurt kommt nun die bislang treffsicherste Mannschaft der Liga. 39 Tore stehen für Rot-Weiß zu Buche. Dass auch diese Offensive nicht jeden Rückschlag ausgleichen kann, zeigte allerdings das jüngste 2:2 gegen Zwickau: Erst der Kopfball von Til Linus Schwarz tief in der Nachspielzeit rettete einen Punkt. Zuvor hatten Fehler im Aufbau den Gegner zu gefährlichen Angriffen eingeladen.

Für Greifswald ist das eine Warnung und zugleich ein Ansatz für die eigene Spielgestaltung. Wer Erfurts Aufbau stört, kann zu Möglichkeiten kommen; wer dabei die Absicherung vernachlässigt, bietet einer durchschlagskräftigen Offensive Räume. Die Thüringer wollen nach zwei Ligaspielen ohne Sieg wieder dreifach punkten und den Kontakt zu Chemnitz halten. Der GFC benötigt dafür seinerseits eine deutlich stabilere Vorstellung über die gesamte Spielzeit als zuletzt in Magdeburg.

 

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Sonntag, 25.10.26, 14:00 Uhr

BSG Chemie Leipzig – Hertha BSC II

Chemie hat aus dem Leipziger Derby einen Punkt und eine Leistung mitgenommen, auf der sich aufbauen lässt. Beim 2:2 gegen Lok trafen Willi Reincke und Luis Jakobi zur Zwei-Tore-Führung. Noch vor der Pause fiel der Anschluss, spät folgte der Ausgleich. Torhüter Marcel Bergmann verhinderte in der Nachspielzeit sogar die Niederlage. So blieb neben der Enttäuschung über den verspielten Vorsprung auch die Erkenntnis, unter großem Druck bestehen zu können.

Herthas zweite Mannschaft erlebte einen bittereren Schluss. Gegen den RSV Eintracht fiel das Tor zum 0:1 erst in der Nachspielzeit. Statt eines weiteren Punktgewinns stand eine Heimniederlage gegen einen unmittelbaren Konkurrenten. Nun geht es zu einem Gegner, der ebenfalls bei zehn Punkten steht, aufgrund der besseren Tordifferenz aber vor den Berlinern rangiert.

Für Chemie liegt die Aufgabe darin, die Entschlossenheit aus der ersten Derbyhälfte erneut abzurufen und längere Phasen ohne Entlastung zu vermeiden. Hertha braucht vor allem mehr Durchschlagskraft: Zehn Tore aus 13 Begegnungen sind bislang die geringste Ausbeute der Liga. Beide Mannschaften können sich mit einem Sieg etwas Luft verschaffen. Nach den späten Gegentreffern des vergangenen Wochenendes wird dabei auch die Konzentration in der Schlussphase im Mittelpunkt stehen.

 

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Hallescher FC – 1. FC Lokomotive Leipzig

Halle hat seine Erfolgsserie in Aue mit großer Geduld fortgesetzt. Erst in der Nachspielzeit erzielte Fabrice Hartmann nach einer Flanke von Niklas Landgraf den Treffer zum 1:0. Es war der fünfte Ligasieg nacheinander. Der HFC steht damit punktgleich mit Erfurt und nur zwei Zähler hinter Chemnitz. Für Landgraf könnte das Heimspiel gegen Lok außerdem einen persönlichen Meilenstein bringen: Der Verein kündigt die Begegnung als sein mögliches 300. Pflichtspiel im HFC-Trikot an.

Lok reist nach einer Aufholjagd an. Im Stadtderby machte die Mannschaft einen 0:2-Rückstand wett. Jonas Arcalean verkürzte kurz vor der Pause, Ricky Bornschein glich in der Schlussphase aus. Danach war sogar noch der Sieg möglich. Der zweite Durchgang zeigte, welchen Druck die Leipziger entwickeln können; der frühe Rückstand verdeutlichte allerdings erneut, wie teuer Fehler und ungenutzte Möglichkeiten werden können.

Gegen Halle dürfte Lok eine ähnlich aufwendige Aufholjagd vermeiden wollen. Die Gastgeber haben erst neun Gegentore zugelassen und zuletzt zweimal mit 1:0 gewonnen. Ihre Geduld bis zur entscheidenden Szene ist derzeit eine Stärke. Für die Leipziger wird es darauf ankommen, ihre Angriffe mit klarer Strafraumbesetzung zu verbinden und zugleich dem HFC möglichst wenig Raum für seine Flügelaktionen zu lassen. Halle kann seine Position im Titelrennen festigen, Lok den Anschluss an die obere Tabellenhälfte verbessern.

Redaktion der Vorschau: Holger Elias

Sport Freak

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