Regionalliga Nordost
Regionalliga Nordost: Zusammenfassung 1. Spieltag
GFC – HFC 2:2 / Chemie – SVB 0:2 / Jena – FSV 1:2 / Aue – VSG 3:3 / Hertha II – CFC 0:4 / FCM II – Tasmania 5:1 / Preussen – Eintracht 1:1 / Erfurt – Dynamo 4:1 / FSV 63 – Lok 1:3
Die Spiele vom Sonntag (26.07.26): Der Hallesche FC erkämpfte beim Greifswalder FC nach einem Pausenrückstand ein 2:2. Niclas Stierlin leitete zunächst mit einem Fehlpass Janis Juckels Ausgleich ein, rettete den Gästen in der 84. Minute aber selbst einen Punkt. Greifswald überzeugte mit kompakter Defensive und gefährlichen Gegenstößen, brachte seine 2:1-Führung jedoch nicht über die Zeit. - Der SV Babelsberg 03 gewann zum Saisonauftakt mit 2:0 bei der BSG Chemie Leipzig. Amadeus Ebel vollendete in der 63. Minute eine sehenswerte Kombination und nutzte zwölf Minuten später einen schweren Fehler von Chemie-Torhüter Marcel Bergmann. Die Leipziger besaßen nach der Pause ihre beste Phase, blieben vor dem gegnerischen Tor aber ohne die nötige Konsequenz. - Der FSV Zwickau hat das Auftaktspiel beim FC Carl Zeiss Jena nach einem Rückstand mit 2:1 gewonnen. Jenas 18-jähriges Eigengewächs Emilio Munser traf bei seinem Startelfdebüt, ehe Cemal Sezer noch vor der Pause ausglich. Joker Philipp Harant entschied die Partie in der 82. Minute nach einem langen Ball und einem entschlossenen Solo.
Am Samstag (25.07.26) spielten: Erzgebirge Aue und die VSG Altglienicke trennten sich in einem temporeichen Spitzenspiel mit 3:3. Der FCE drehte einen 1:2-Rückstand durch Tim Maciejewski und Marcel Bär, verpasste beim Pfostenschuss des eingewechselten Tino Pauling aber die Entscheidung. Jonas Nietfeld rettete den Berlinern in der 87. Minute per Kopf einen verdienten Punkt. - Der Chemnitzer FC gewann bei Hertha BSC II nach einer dominanten Vorstellung verdient mit 4:0. Ron Berlinski sorgte für die Pausenführung, ehe Domenico Alberico sowie die eingewechselten Maximilian Fesser und Jonas Marx im zweiten Durchgang nachlegten. Herthas Enoch Adetokunbo-Adelenu sah beim Stand von 0:2 die Gelb-Rote Karte. - Der 1. FC Magdeburg II besiegte Aufsteiger Tasmania Berlin nach vier Treffern innerhalb von zehn Minuten mit 5:1. Zajusch, Baars, Elsner und Birk entschieden die Partie bereits vor der Pause, ehe Berko für Berlin verkürzte. Joker Niklaus setzte in der Schlussphase den Schlusspunkt unter den gelungenen Saisonauftakt der FCM-Reserve. - Der RSV Eintracht 1949 erkämpfte bei seinem Regionalliga-Debüt ein 1:1 gegen den BFC Preussen. Nikolas Frank brachte die Berliner in der 21. Minute in Führung, ehe Joker Endi Jupolli nur drei Minuten nach seiner Einwechslung ausglich. Preussen bestimmte die erste Hälfte, fand nach der Pause gegen den mutiger auftretenden Aufsteiger aber keine entscheidende Antwort.
Die Saison eröffneten am Freitagabend (24.07.26): Rot-Weiß Erfurt besiegte den BFC Dynamo nach einer überragenden ersten Halbzeit mit 4:1 und eröffnete die Saison mit einem deutlichen Ausrufezeichen. Hinata Gonda erzielte innerhalb von 22 Minuten einen Hattrick, Marco Wolf steuerte den vierten Erfurter Treffer bei. Levin Mattmüllers Distanzschuss kurz nach der Pause konnte die erheblichen Berliner Defensivprobleme nur noch kaschieren. - Der 1. FC Lokomotive Leipzig drehte beim FSV 63 Luckenwalde einen frühen Rückstand und gewann mit 3:1. Nach Felix Pilgers Führung glich Djamal Čevis noch vor der Pause aus, ehe die eingewechselten Ricky Bornschein und Elsamed Ramaj Adetula die Partie in der Schlussphase entschieden. Luckenwalde verteidigte lange kompakt und besaß unmittelbar vor dem 1:2 selbst die große Gelegenheit zur Führung.
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Erst Munser, dann Harant: Jena verspielt Führung
FC Carl Zeiss Jena – FSV Zwickau 1:2 (1:1)
Der FC Carl Zeiss Jena hat den erhofften Auftakterfolg trotz einer verdienten Führung noch aus der Hand gegeben. Eigengewächs Emilio Munser krönte sein Startelfdebüt mit dem 1:0, doch Cemal Sezer brachte den FSV Zwickau noch vor der Pause zurück. In der Schlussphase stach dann Rico Schmitts Joker: Philipp Harant nutzte einen langen Ball zum entscheidenden Treffer und bescherte den Gästen vor 9002 Zuschauern in der ad hoc Arena einen 2:1-Auswärtssieg.
Nach dem Anpfiff von Schiedsrichter Florian Lukawski ruhte der Ball zunächst. Beide Mannschaften und die Fans beteiligten sich am Protest gegen die weiterhin ausstehende Reform der Regionalliga-Aufstiegsregelung. Anschließend übernahm Jena unter seinem neuen Trainer Marco Grote die Initiative. Die Gastgeber ließen den Ball durch die eigenen Reihen laufen, während sich Zwickau weit zurückzog und zunächst auf defensive Stabilität konzentrierte.
Der FCC wirkte wacher in den Zweikämpfen, fand gegen den kompakten Block aber kaum Wege in die gefährlichen Räume. Ein Steckpass von Kevin Lankford blieb an einer Hacke hängen, Amir Ajvazi verzog den ersten Abschluss aus gut 20 Metern deutlich. Auch auf der Gegenseite prägten technische Fehler und fehlende Präzision eine nervöse Anfangsphase.
Nach der Trinkpause gewann die Begegnung an Kontur. Jena eroberte im Mittelfeld den Ball und schaltete schnell um. Christoph Burmeister setzte Munser in Szene, der 18-Jährige bewahrte bei seinem Regionalligadebüt bemerkenswert die Ruhe und schob aus zwölf Metern ins kurze Eck zum 1:0 ein (30.). Der Treffer verlieh den Thüringern spürbaren Auftrieb. Nur fünf Minuten später flankte Munser präzise auf Lankford, dessen Flugkopfball hauchdünn am Tor vorbeistrich.
Zwickau musste nun aktiver werden und fand zunehmend Zugriff. Nach einem Abschluss von Jannis Möbius an der Strafraumkante erhielten die Gäste einen Eckball – und nutzten die Standardsituation zum Ausgleich. Sezer stellte in der 39. Minute auf 1:1. Die zuvor zielstrebigen Gastgeber verloren danach an Klarheit, während der FSV mit schnellen Gegenstößen Nadelstiche setzte. Jahn Dobruna versäumte bei einer aussichtsreichen Umschaltsituation allerdings das rechtzeitige Abspiel.
Auch nach dem Seitenwechsel sorgte zunächst eine Zwickauer Ecke für Unordnung in Jenas Strafraum, ehe die Defensive klärte. Die Partie wurde nun offener: Stanley Ratifo Haubner schloss einen energischen Vorstoß zu harmlos ab, auf der Gegenseite setzte sich Elias Löder bei einem Konter durch, fand mit seiner Eingabe aber nur FSV-Torhüter Benjamin Hiemann. Der Schlussmann hatte wenig später Glück, als ihm eine Ballannahme missriet und er den lauernden Löder anschoss – der Abpraller flog knapp am Tor vorbei.
Jena blieb offensiv bemüht, entwickelte aber zu wenig Durchschlagskraft. Ein Distanzschuss Lankfords rauschte über die Latte. Zwickau wirkte inzwischen vor dem Tor gefährlicher: Ben-Luca Moritz verpasste eine Hereingabe nur knapp, Sezers Nachschuss wurde abgewehrt. Grote brachte mit Jakob Wollschläger einen frischen Angreifer, während Schmitt auf einen Dreifachwechsel setzte.
Unter den Zwickauer Einwechselspielern befand sich Harant, dessen Hereinnahme wegen Sezers verzögerten Abgangs nach einer neuen Regel zunächst um eine Minute hinausgeschoben wurde. Sportlich benötigte der Joker anschließend nur wenig Anlaufzeit. Erst setzte er einen direkten Freistoß knapp am kurzen Pfosten vorbei, dann entschied er die Begegnung: Ein langer Ball hebelte Jenas letzte Linie aus, Harant behauptete sich gegen Nils Butzen und schob nach seinem entschlossenen Solo überlegt zum 1:2 ein (82.).
Jena warf in der Schlussphase alles nach vorn. Ajvazi drang noch einmal gefährlich in den Strafraum ein, blieb jedoch auf den Beinen, ein Kopfball von Sören Reddemann nach einer Ecke wurde geblockt. Zwickau verteidigte den Vorsprung mit großer Konsequenz, unterbrach den Jenaer Rhythmus geschickt und brachte den Auswärtssieg durch die fünfminütige Nachspielzeit.
Der FCC bezahlte für seine nachlassende Zielstrebigkeit nach Munsers Führung und die Anfälligkeit gegen Zwickaus geradliniges Umschaltspiel. Die Gäste steigerten sich nach schwierigem Beginn, blieben geduldig und profitierten schließlich von Schmitts glücklichem Händchen bei den Wechseln. So wurde aus Jenas verheißungsvollem Auftakt ein Fehlstart – und aus Harants kurzem Einsatz ein spielentscheidender Auftritt.
Zuschauer: 9002
Spielstätte: Ernst-Abbe-Sportfeld, Jena
Schiedsrichter: Florian Lukawski – Marcel Riemer, Jonas Marx
Tore: 1:0 (30.) Munser; 1:1 (39.) Sezer; 1:2 (82.) Harant
Mannschaftsaufstellungen:
FC Carl Zeiss Jena: Liesegang, Reddemann, Hehne, Lankford (86. Hoppe), Ajvazi (86. Aghatise), Talabidi, Munser (59. Wollschläger), Löder (77. Eshele), Fritz (46. Werner), Butzen, Burmeister
FSV Zwickau: Hiemann, Moritz, Dobruna (65. Besong), Möbius, Startsev (77. von Baer), Sengersdorf, Sezer (65. Harant), Fobassam Nawe, Putze (65. Seidel), Ziemer (77. Senkbeil), Haubner
Besondere Vorkommnisse: Gelbe Karten: Reddemann, Butzen, Werner, Wollschläger, Aghatise (FC Carl Zeiss Jena)
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Stierlin korrigiert Patzer und rettet Halle das Remis
Greifswalder FC – Hallescher FC 2:2 (2:1)
Niclas Stierlin hat dem Halleschen FC zum Saisonauftakt einen späten Punkt gerettet. Der Mittelfeldspieler verschuldete zunächst mit einem folgenschweren Fehlpass den Greifswalder Ausgleich, traf in der 84. Minute aber selbst zum 2:2. Der weitgehend neu formierte GFC überzeugte vor 1641 Zuschauern mit einer kompakten Fünferkette und gefährlichem Umschaltspiel, verpasste jedoch die Belohnung für einen über weite Strecken disziplinierten Auftritt.
Nach der gemeinsamen Protestaktion gegen die ausstehende Regionalligareform übernahm zunächst der HFC die Initiative. Die Gäste ließen den Ball sicher durch die eigenen Reihen laufen und drängten Greifswald in dessen Hälfte. Ein Freistoß nach einem Foul an Stanley Ratifo zwang Jakub Jakubov zu einer ersten Parade. Die folgende Ecke blieb ohne Ertrag.
Greifswald zeigte jedoch früh, wie es Halle gefährlich werden wollte. Nach einem Ballgewinn beschleunigte Farid Semic über die rechte Seite, ließ mehrere Gegenspieler stehen und bediente Colin Kroll-Thiel im Zentrum. Der Angreifer verzog aus aussichtsreicher Position deutlich (9.).
Stattdessen traf der HFC. Ein von Niklas Kulke getretener Freistoß wurde zunächst abgewehrt, doch Felix Langhammer nahm den zweiten Ball aus rund 16 Metern direkt und jagte ihn zum 1:0 ins Netz (12.). Die Führung hatte nur vier Minuten Bestand: Torhüter Luca Bendel spielte Stierlin am eigenen Strafraum an, dessen unkontrollierte Ablage jedoch keinen Mitspieler erreichte. Janis Juckel hatte die Situation vorausgeahnt, fing den Ball ab und schob zum 1:1 ein (16.).
Der Patzer brachte Halle sichtbar aus dem Rhythmus. Greifswald intensivierte sein Spiel über die Außenbahnen und fand vor allem auf der linken Seite immer wieder Räume. In der 26. Minute ließ Bendel eine tückisch aufsetzende Hereingabe von Kay Seidemann nach vorn abprallen. Kroll-Thiel reagierte am schnellsten und staubte aus kurzer Distanz zur 2:1-Führung ab.
Seidemann blieb der auffälligste Unruheherd der Gastgeber. Eine seiner Flanken erreichte erneut Kroll-Thiel, dessen Kopfball Bendel diesmal sicher aufnahm. Wenig später rettete der HFC-Schlussmann an der Strafraumgrenze in höchster Not gegen Manassé Bokake. Halle fand erst in der Schlussphase des ersten Durchgangs wieder offensiv statt: Soufian Benyamina scheiterte aus der Drehung an Jakubov, Ratifo setzte einen von Ali Baro vorbereiteten Abschluss knapp am langen Pfosten vorbei. Auf der Gegenseite strich ein Distanzschuss von Paul Niemitz unmittelbar vor der Pause nur knapp am Tor vorbei.
Auch nach Wiederbeginn gehörten die ersten Gelegenheiten dem GFC. Kroll-Thiel köpfte nach einer Niemitz-Flanke über das Tor, Seidemann verfehlte wenig später aus spitzem Winkel. Trainer Alain Karim ließ seine Mannschaft nun noch tiefer in einer Fünferkette verteidigen. Greifswald verdichtete das Zentrum, überließ Halle weitgehend den Ball und suchte nach Ballgewinnen mit langen Verlagerungen sowie schnellem Umschalten den Weg nach vorn.
Der HFC entwickelte gegen diesen kompakten Block lange Zeit kaum Lösungen. Zwei Eckbälle blieben ebenso ungefährlich wie zahlreiche horizontale Passfolgen. Greifswald setzte dagegen die klareren Nadelstiche. Der eingewechselte Felix Heim zwang Bendel beinahe mit seiner ersten Aktion zu einer Parade. Nach einem weiteren Konter wehrte der Torhüter dessen Schuss zur Seite ab, Bokake setzte den Nachschuss ans Außennetz.
Erst in der Schlussphase steigerte Halle den Druck. Langhammer prüfte Jakubov aus rund 30 Metern und gab damit den ersten HFC-Torschuss des zweiten Durchgangs ab. Die entscheidende Szene entsprang schließlich ausgerechnet einer Greifswalder Einwechslung: Der gebürtige Hallenser Morten Oke, kaum eine Minute auf dem Feld, köpfte den Ball im Strafraum in die Mitte. Stierlin rückte entschlossen nach und schoss aus etwa 16 Metern wuchtig zum 2:2 ein (84.).
Halle drängte anschließend mit langen Bällen und einer weiteren Ecke auf die vollständige Wende, Greifswald behauptete das Remis jedoch bis zum Schlusspfiff von Schiedsrichter Philipp Jacob. Der HFC verhinderte dank Stierlins spätem Treffer zwar einen Fehlstart, offenbarte gegen die tief gestaffelte Defensive aber über lange Phasen fehlende Ideen. Greifswald wiederum deutete nach seinem großen personellen Umbruch bereits an, wie unangenehm Karims kompakte und konsequent umschaltende Mannschaft werden kann.
Zuschauer: 1681
Spielstätte: Stadion, Greifswald
Schiedsrichter: Philipp Jacob – Luis Riedel, Oskar Lämpel
Tore: 0:1 (12.) Langhammer; 1:1 (16.) Juckel; 2:1 (25.) Kroll-Thiel; 2:2 (84.) Stierlin
Mannschaftsaufstellungen:
Greifswalder FC: Jakubov, Kaizer, Walchhütter, Bokake Bolufe, Semic (82. Oke), Kroll-Thiel (61. Leipertz), Juckel (68. Schmökel), Seidemann (68. Heim), Niemitz, Sternberg (61. Hüther), Seidel;
Hallescher FC: Bendel, Halili, Baro (61. Ehrlich), Hartmann (61. Damelang), Stierlin, Kulke (68. Becker), Hauptmann, Ratifo, Landgraf, Langhammer, Benyamina
Besondere Vorkommnisse: Gelbe Karten: Landgraf, Langhammer, Damelang (Hallescher FC)
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Ebel bestraft Chemies Drangphase mit einem Doppelpack
BSG Chemie Leipzig – SV Babelsberg 03 0:2 (0:0)
Die BSG Chemie Leipzig ist mit einer ebenso vermeidbaren wie ernüchternden Niederlage in die neue Regionalliga-Saison gestartet. Vor 4999 Zuschauern im ausverkauften Alfred-Kunze-Sportpark besaßen die Gastgeber nach der Pause ihre stärkste Phase, wurden jedoch von zwei Treffern Amadeus Ebels kalt erwischt. Babelsberg überzeugte vor allem durch größere Konsequenz: Einer sehenswerten Kombination zum 0:1 ließ Ebel nach einem schweren Fehler von Chemie-Torhüter Marcel Bergmann die Entscheidung folgen.
Unmittelbar nach dem Anstoß beteiligten sich beide Mannschaften zunächst am Protest gegen die weiterhin verzögerte Reform der Aufstiegsregelung. Als der Ball wieder rollte, erwischte die stark veränderte Leipziger Elf den besseren Beginn. Luca Bürger kam nach einer kurz ausgeführten Ecke zum Abschluss, blieb aber in der Potsdamer Deckung hängen. Babelsberg benötigte einige Minuten, um seine Ordnung zu finden, verlagerte das Geschehen danach jedoch zunehmend in die Leipziger Hälfte.
Chemie verteidigte die ersten Gästeangriffe aufmerksam und setzte seinerseits den ersten deutlichen Akzent. Marc Sodji erhielt im Strafraum den Ball, schoss aus guter Position aber über das Tor (15.). Auf der Gegenseite entwickelte Babelsberg besonders über die Außenbahnen Gefahr. Tino Schmidt schickte Theo Ogbidi rechts in die Tiefe, dessen Hereingabe jedoch keinen Abnehmer fand.
Noch brenzliger wurde es in der 28. Minute: Ebel setzte sich an der linken Grundlinie durch und spielte scharf vor das Tor. David Pfeil klärte einen Meter vor der Linie zur Ecke und verhinderte damit, dass der hinter ihm lauernde Ogbidi einschieben konnte. Es blieb die klarste Gelegenheit einer zunehmend kampfbetonten ersten Hälfte, in der sich beide Mannschaften zwischen den Strafräumen weitgehend neutralisierten.
Erst kurz vor der Pause wurde Chemie wieder zwingender. Nach Sودjis Vorstoß über rechts blieb Elias Kratzer an einem Abwehrbein hängen. Julius Hoffmann prüfte Maximus Babke aus etwa 15 Metern, Rajk Lisinski verfehlte mit einem Distanzschuss das Babelsberger Tor. So ging es leistungsgerecht ohne Treffer in die Kabinen.
Chemie-Trainer Alexander Schmidt reagierte mit einem Doppelwechsel: Tyron Profis und Conner Schulze ersetzten Sodji und Valon Aliji. Tatsächlich kamen die Grün-Weißen mit deutlich mehr Schwung zurück. Hoffmann köpfte nach einem langen Freistoß aus kurzer Entfernung auf das Tor, scheiterte jedoch am reaktionsschnellen Babke (49.). Anschließend erarbeitete sich die BSG mehrere Eckbälle. Nach einer Hereingabe Bürgers versuchte es Philipp Wendt artistisch per Rückzieher, setzte den Ball aber über die Latte.
Gerade als Chemie dem Führungstreffer näher schien, schlug Babelsberg zu. Ausgangspunkt war ausgerechnet ein Leipziger Einwurf. Über Lukas Lämmel gelangte der Ball zu Ogbidi, der ihn technisch anspruchsvoll mit der Hacke in den Lauf von Schmidt weiterleitete. Dieser ging auf Bergmann zu, legte uneigennützig quer und ermöglichte Ebel das mühelose 0:1 (63.). Eine ebenso elegante wie effiziente Umschaltaktion, welche die Leutzscher Drangphase abrupt beendete.
Chemie bemühte sich um eine Antwort, verlor jedoch an Klarheit. Ein weiterer Eckball wurde wegen eines Offensivfouls abgepfiffen. Wenig später besiegelte ein individueller Aussetzer die Niederlage. Bergmann nahm einen hohen Ball außerhalb seines Tores mit der Brust an, wurde zur Seitenlinie abgedrängt und spielte seinen Befreiungsschlag direkt zu Ebel. Der Babelsberger erkannte die Situation sofort und traf aus gut 25 Metern in das verwaiste Tor zum 0:2 (75.).
In der Schlussphase fehlten Chemie Kraft und Präzision, um die Partie noch einmal zu öffnen. Selbst in einer unübersichtlichen Strafraumszene gelang kein Abschluss mehr. Babelsberg verteidigte den Vorsprung kontrolliert und hätte einen späten Konter durch Samir Werbelow zielstrebiger ausspielen können.
Während die Filmstädter ihre wenigen klaren Möglichkeiten konsequent nutzten, bezahlte Chemie für mangelnde Durchschlagskraft und zwei folgenschwere Fehler. Der Leipziger Auftritt war besonders nach der Pause engagiert, offenbarte aber zugleich ein Problem, das sich nicht mit Einsatz allein beheben lässt: In den entscheidenden Strafraumsituationen fehlte den Gastgebern jene Präzision, die Ebel auf der Gegenseite zweimal demonstrierte.
Zuschauer: 4999
Spielstätte: Alfred-Kunze-Sportpark Hauptfeld, Leipzig
Schiedsrichter: Chris Rauschenberg – Daniel Bartnitzki, Eugen Ostrin
Tore: 0:1 (63.) Ebel; 0:2 (75.) Ebel
Mannschaftsaufstellungen:
BSG Chemie Leipzig: Bergmann, Hoops (65. Hollenbach), Bürger (81. Enke), Pfeil, Aliji (46. Schulze), Wendt, Hoffmann, Sodji (46. Profis), Sanin, Lisinski, Kratzer (61. Jakobi)
SV Babelsberg 03: Babke, Lang, Wegener, Lämmel, Schmidt (71. Berger), Ebel, Hasse (78. Okpalaike), Kang (82. Salaske), Ogbidi (71. Werbelow), Büch, von Piechowski (78. Kalckreuth)
Besondere Vorkommnisse: Gelbe Karten: Bergmann, Hoffmann (BSG Chemie Leipzig) – Ebel, Kang (SV Babelsberg 03)
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Nietfeld entreißt Aue spät den Auftaktsieg
FC Erzgebirge Aue – VSG Altglienicke 3:3 (2:2)
Erzgebirge Aue hat bei seiner Regionalliga-Premiere einen Sieg gegen Mitfavorit VSG Altglienicke spät aus der Hand gegeben. In einem temporeichen und wechselhaften Spitzenspiel verwandelten die Sachsen einen 1:2-Rückstand in eine 3:2-Führung, ehe Jonas Nietfeld den Berlinern kurz vor Schluss einen verdienten Punkt sicherte. Vor 8611 Zuschauern prägten individuelle Fehler, starke Torhüteraktionen und zwei gefährliche Offensivreihen einen unterhaltsamen Nachmittag.
Nach der knapp dreiminütigen Protestaktion unter dem Motto „Meister müssen aufsteigen“ bestimmte zunächst Altglienicke das Geschehen. Aue, mit acht Neuzugängen in der Startformation, fand kaum kontrolliert aus der eigenen Hälfte. Die erste Großchance entsprang einer Freistoßflanke von Luca Saliger: Anthony Barylla klärte gefährlich in Richtung des eigenen Tores, doch FCE-Keeper Luis Uhlig verhinderte mit einer starken Reaktion den Rückstand. Wenig später parierte er auch gegen Last-Minute-Neuzugang Kevin-Prince Ibrahimi.
Mit seiner ersten klaren Möglichkeit ging Aue dennoch in Führung. Kilian Queißer ließ bei einem dynamischen Solo drei Berliner stehen und scheiterte zunächst an Torhüter Leon Klatte. Der zurückspringende Ball traf Lennart Czyborra und rollte zum 1:0 über die Linie (17.). Altglienicke blieb davon unbeeindruckt. Besonders bei ruhenden Bällen bekam Aue den 1,93 Meter großen John Anthony Brooks kaum unter Kontrolle, dessen erster Kopfball nur knapp am langen Pfosten vorbeiging.
Nach der Trinkpause wurden allerdings auch die Gastgeber zielstrebiger. Simon Skarlatidis fand mit einer präzisen Flanke Marcel Bär, dessen Kopfball Klatte parierte. Auf der Gegenseite machte Uhlig gegen Nietfeld die kurze Ecke zu. Beim Ausgleich war der Schlussmann machtlos: Sydney Sylla nahm das Zuspiel technisch stark herunter und traf mit links – von Tim Kapp noch entscheidend abgefälscht – zum 1:1 (32.).
Altglienicke nutzte nun seine spielerischen Vorteile. Nach einem Auer Ballverlust bediente Nietfeld den freistehenden Georgios Zografakis, doch Uhlig hielt seine Mannschaft im Spiel. In der 39. Minute vollendete Brooks die Berliner Wende: Der frühere Bundesliga-Profi setzte sich bei einer Standardsituation im Luftduell gegen den deutlich kleineren Kapp durch und köpfte zum 1:2 ein.
Aues Antwort folgte postwendend. Maxim Burghardt brach auf der rechten Seite durch und brachte den Ball scharf vor das Tor, wo Tim Maciejewski aus kurzer Distanz den 2:2-Ausgleich erzielte (40.). Beinahe hätte Altglienicke noch vor dem Seitenwechsel erneut zugeschlagen, doch Uhlig klärte eine weitere gefährliche Ecke. Bär setzte bei einem kraftvollen Drehschuss den Schlusspunkt unter eine rasante erste Hälfte, zielte jedoch zu hoch.
Nach der Pause verlor die Begegnung zunächst an Tempo. Sylla musste verletzt ausgewechselt werden, ehe ein Missverständnis in der Berliner Defensive Aue die erneute Führung eröffnete: Klatte und Ex-Auer Barylla waren sich bei einem Ball nicht einig, Queißer spritzte dazwischen und wurde vom Torhüter zu Fall gebracht. Bär verwandelte den fälligen Strafstoß mit etwas Glück durch die Mitte zum 3:2 (58.).
Altglienickes Angriffsspiel büßte nun merklich an Präzision ein. Dazu musste auch Brooks angeschlagen vom Feld. Aue kontrollierte die Partie zunehmend und besaß durch den eingewechselten Tino Pauling die große Chance zur Entscheidung. Der Flügelspieler setzte sich bei seiner ersten Aktion auf der rechten Seite durch, traf mit seinem Abschluss aber nur den Pfosten. Bär schoss nach einem Ballgewinn deutlich über das Tor.
Dass die ausgelassene Möglichkeit Folgen haben würde, kündigte sich bereits an, als Nietfeld eine Flanke am langen Pfosten noch knapp vorbeiköpfte. In der 87. Minute stand der Mittelstürmer dann richtig und drückte eine Hereingabe aus Nahdistanz per Kopf zum 3:3 über die Linie. Altglienicke wurde anschließend wieder agiler, der Lucky Punch gelang jedoch keiner Mannschaft mehr.
Das Remis spiegelte eine Partie wider, in der beide Aufstiegsanwärter ihre Qualitäten ebenso offenlegten wie ihren Abstimmungsbedarf. Altglienicke überzeugte über weite Strecken mit Spielkontrolle und gefährlichen Standards, während Aue nach schwierigem Beginn mit hoher Effizienz und energischen Flügelangriffen antwortete. Für den Drittliga-Absteiger war der späte Ausgleich bitter – gemessen am Spielverlauf aber nicht unverdient.
Zuschauer: 875
Spielstätte: Stadion auf dem Wurfplatz, Berlin
Schiedsrichter: Niclas Rose – Lukas Pilz, Tim Gerstenberg
Tore: 0:1 (27.) Berlinski; 0:2 (50.) Alberico; 0:3 (70.) Fesser; 0:4 (76.) Marx
Mannschaftsaufstellungen:
Hertha BSC II: Heide, Kourouma, Ngwa, Schößler (86. Wehbe), Ben-Hatira (21. Aslanidis), Kannewurf (46. Grundmann), Brekalo, Adetokunbo-Adeleye, Weiland, Akoto (75. Müller), Gashi (46. Krizic)
Chemnitzer FC: Richter, Löhmannsröben (73. Gröger), Geipl, Stockinger (64. Vogt), Berlinski (33. Marx), Alberico (73. Pistol), Tchouangue, Slamar, Grimaldi (64. Fesser), Eppendorfer, Baumgart
Besondere Vorkommnisse: Gelbe Karten: Adetokunbo-Adeleye, Gashi (Hertha BSC II) – Löhmannsröben (Chemnitzer FC); Gelb-Rote Karte: Adetokunbo-Adeleye (Hertha BSC II)
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Chemnitz nutzt Überzahl zum deutlichen Auswärtssieg
Hertha BSC II – Chemnitzer FC 0:4 (0:1)
Der Chemnitzer FC ist mit einem überzeugenden Auswärtssieg in die neue Regionalliga-Saison gestartet. Die Sachsen bestimmten bereits die erste Hälfte, führten zur Pause durch Ron Berlinski aber nur knapp. Nach dem Seitenwechsel brach die Gegenwehr der Berliner zunehmend zusammen: Domenico Alberico traf sehenswert, Enoch Adetokunbo-Adelenu sah Gelb-Rot, ehe die eingewechselten Maximilian Fesser und Jonas Marx das Ergebnis auf 4:0 schraubten.
Nach einer einminütigen Protestaktion unmittelbar beim Anstoß übernahm Chemnitz am Stadion auf dem Wurfplatz sofort das Kommando. Die Gäste pressten Herthas Nachwuchs tief in die eigene Hälfte und fanden vor allem über die Außenbahnen Wege in den Strafraum. Maurizio Grimaldi setzte den ersten gefährlichen Abschluss aus halbrechter Position knapp am langen Pfosten vorbei. Anschließend wurde Alberico von einem Verteidiger geblockt, während Konstantin Heide einen Distanzschuss von Dennis Slamar parierte.
Berlin benötigte einige Minuten, um sich aus dem Chemnitzer Zugriff zu lösen. Mit größerer körperlicher Präsenz und aggressiveren Zweikämpfen gelang es der Mannschaft zunächst, das Spiel vom eigenen Tor fernzuhalten. Der CFC verlor in dieser Phase etwas an Präzision und leistete sich mehrere Fehlpässe, blieb jedoch das offensiv gefährlichere Team. Einen hohen Ball Slamars nahm Grimaldi auf, scheiterte im Eins-gegen-eins aber am aufmerksamen Heide (22.).
Fünf Minuten später war der Berliner Torhüter machtlos. Ken Tchouangue setzte sich auf der linken Seite gegen mehrere Gegenspieler durch, drang bis zur Grundlinie vor und legte in die Mitte. Albericos erster Abschluss wurde noch geblockt, doch Berlinski verwertete den Abpraller aus kurzer Distanz zum 1:0 (27.). Der Führungstreffer hatte für Chemnitz allerdings einen bitteren Nachklang: Filip Brekalo stoppte Berlinski wenig später mit einer seitlichen Grätsche. Der Torschütze musste verletzt vom Feld und wurde durch Marx ersetzt.
Die Hertha versuchte, mit Robustheit auf die spielerischen Vorteile der Gäste zu antworten, überschritt dabei aber mehrfach die Grenze des Erlaubten. Brekalo wurde für sein Einsteigen verwarnt, ebenso Adetokunbo-Adelenu nach einem Foul an Tchouangue. Aus dem Spiel heraus entwickelten die Berliner dagegen nur wenig Durchschlagskraft. Eine Hereingabe von Jermaine Ngwa fing CFC-Torhüter David Richter sicher ab. Auf der Gegenseite wäre Marx nach einem Chipball Albericos beinahe durchgebrochen, doch Heide klärte rechtzeitig. So ging Chemnitz mit einer verdienten, gemessen an seinen Vorteilen aber knappen Führung in die Pause.
Hertha reagierte zum Wiederbeginn mit einem Doppelwechsel, doch die nächste entscheidende Aktion gehörte erneut den Gästen. Tchouangue eroberte im Mittelfeld den Ball und setzte Alberico in Szene. Der Flügelspieler zog von außen nach innen und jagte seinen Abschluss zum 2:0 in den rechten Winkel (50.). Der sehenswerte Treffer gab dem CFC zusätzliche Sicherheit, während Berlin immer stärker die Kontrolle über die Partie verlor.
Chemnitz blieb auch danach zielstrebig. Nach einer Ecke von links tauchte Jan Löhmannsröben am zweiten Pfosten auf und donnerte den Ball an das Aluminium (57.). Die Berliner hielten mit Härte dagegen, schwächten sich damit jedoch selbst: Der bereits verwarnte Adetokunbo-Adelenu kam gegen Alberico zu spät und traf den Chemnitzer von der Seite. Schiedsrichter Niclas Rose zeigte folgerichtig Gelb-Rot (65.).
In Überzahl nutzten die Sachsen die wachsenden Räume konsequent. Nur fünf Minuten nach dem Platzverweis wurde Fesser auf der rechten Seite des Strafraums freigespielt. Der kurz zuvor eingewechselte Angreifer umkurvte seinen Gegenspieler und traf aus spitzem Winkel ins kurze Eck zum 3:0 (70.). Damit war die Begegnung entschieden, doch Chemnitz ließ nicht nach.
Fesser trat wenig später auch als Vorbereiter in Erscheinung und bediente Marx, der das 4:0 erzielte (77.). Selbst in der Schlussphase drängte der CFC vor 875 Zuschauern auf einen weiteren Treffer. David Vogt traf aus 18 Metern die Latte, Tom Baumgart setzte einen Abschluss knapp neben den Pfosten. Hertha fand in Unterzahl keine Antwort mehr und blieb offensiv weitgehend wirkungslos.
Der auch in dieser Höhe verdiente Erfolg beruhte auf Chemnitzer Spielkontrolle, konsequentem Gegenpressing und einer nach der Pause erheblich verbesserten Chancenverwertung. Hertha hielt im ersten Durchgang noch dagegen, verlor mit zunehmender Spieldauer jedoch Ordnung und Disziplin. Der CFC setzte damit zum Saisonauftakt ein deutliches Ausrufezeichen.
Zuschauer: 875
Spielstätte: Stadion auf dem Wurfplatz, Berlin
Schiedsrichter: Niclas Rose – Lukas Pilz, Tim Gerstenberg
Tore: 0:1 (27.) Berlinski; 0:2 (50.) Alberico; 0:3 (70.) Fesser; 0:4 (76.) Marx
Mannschaftsaufstellungen:
Hertha BSC II: Heide, Kourouma, Ngwa, Schößler (86. Wehbe), Ben-Hatira (21. Aslanidis), Kannewurf (46. Grundmann), Brekalo, Adetokunbo-Adeleye, Weiland, Akoto (75. Müller), Gashi (46. Krizic)
Chemnitzer FC: Richter, Löhmannsröben (73. Gröger), Geipl, Stockinger (64. Vogt), Berlinski (33. Marx), Alberico (73. Pistol), Tchouangue, Slamar, Grimaldi (64. Fesser), Eppendorfer, Baumgart
Besondere Vorkommnisse: Gelbe Karten: Adetokunbo-Adeleye, Gashi (Hertha BSC II) – Löhmannsröben (Chemnitzer FC); Gelb-Rote Karte: Adetokunbo-Adeleye (Hertha BSC II)
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Magdeburger Torwirbel lässt Tasmania kollabieren
1. FC Magdeburg II – SV Tasmania Berlin 5:1 (4:0)
Mit einem bemerkenswerten Torwirbel unmittelbar vor der Pause ist die zweite Mannschaft des 1. FC Magdeburg in die neue Regionalliga-Saison gestartet. Nachdem sich beide Teams mehr als eine halbe Stunde lang in einer zerfahrenen Begegnung neutralisiert hatten, trafen Miro Zajusch, Magnus Baars, Luc Elsner und Kapitän Timo Birk innerhalb von zehn Minuten. Erich Berko verkürzte nach einem Konter, ehe Joker Jonas Niklaus den deutlichen Erfolg des spielerisch reiferen FCM vollendete.
Nach dem Anstoß ruhte der Ball zunächst für knapp drei Minuten. Beide Mannschaften beteiligten sich damit am Protest der Regionalligisten gegen die weiterhin ausstehende Reform der Aufstiegsregelung. Als die Begegnung anschließend tatsächlich Fahrt aufnehmen sollte, blieb vieles Stückwerk. Tasmania suchte über körperbetonte Zweikämpfe Zugriff, Magdeburg versuchte dagegen, das gegnerische Anlaufen durch einen bewusst verzögerten Aufbau zu provozieren.
FCM-Torhüter Kampa wartete mit seinen Zuspielen häufig bis zum letzten Moment, um anschließend mit langen Bällen die Kopfballduelle und zweiten Bälle im Zentrum anzuvisieren. Das Vorgehen barg jedoch Risiken: Nachdem der Schlussmann zuvor mehrfach nur knapp dem Berliner Zugriff entkommen war, verlor er schließlich den Ball und stoppte einen Gegenspieler an der Strafraumgrenze regelwidrig. Kampa sah Gelb, fing den folgenden Freistoß aber sicher ab.
Auch die Gastgeber fanden zunächst kaum klare Wege in den Strafraum. Widmann wurde wiederholt in die Tiefe geschickt, stand dabei jedoch im Abseits. Elsner kam nach einem Zuspiel aussichtsreich ins Laufen, wurde von Eder aber mit einem taktischen Foul gestoppt. Viele kleinere Regelverstöße und Unterbrechungen verhinderten einen flüssigen Rhythmus. Erst kurz vor der Trinkpause kombinierte sich der FCM sehenswert durch das Zentrum, ohne den Angriff sauber zu Ende zu spielen.
Nach der Unterbrechung veränderte sich die Partie grundlegend. Magdeburg erhöhte die Intensität, besetzte die Rückräume konsequenter und drängte Tasmania immer tiefer in die eigene Hälfte. Zajusch durchbrach in der 36. Minute den Berliner Widerstand und erzielte das 1:0. Der Führungstreffer löste bei den Gästen einen kaum erklärbaren Verlust an defensiver Ordnung aus.
Nur wenige Minuten später wurde Widmann im Strafraum von Torhüter Mika abgeräumt. Schiedsrichter John Bartsch entschied folgerichtig auf Elfmeter und verwarnte den Berliner Schlussmann. Baars blieb vom Punkt ruhig, schickte Mika in die linke Ecke und verwandelte nach halbrechts zum 2:0 (41.). Tasmania musste zudem den verletzten Kapitän Danko durch Yajima ersetzen.
Nun ging es Schlag auf Schlag. Nach einem Magdeburger Angriff über die linke Seite missglückte der Berliner Abwehr der Klärungsversuch. Elsner köpfte den Abpraller zunächst an die Latte, reagierte danach aber am schnellsten und beförderte den erneut zurückspringenden Ball aus kurzer Entfernung ins Tor (44.). In der Nachspielzeit folgte bereits der vierte Treffer: Eine nicht optimal abgewehrte Eingabe von rechts landete im Rückraum bei Birk, der aus rund 16 Metern überlegt zum 4:0 abschloss (45.+1). Ein weiterer Versuch nach dem bekannten Muster – Angriff über links, Rücklage ins Zentrum – wurde von Mika pariert.
Magdeburg kam auch nach dem Seitenwechsel mit Angriffslust aus der Kabine, wurde aber für seinen riskanten Aufbau bestraft. Der eingewechselte Berko nutzte einen schnellen Berliner Gegenstoß und schob zum 1:4 ein (52.). Der Treffer verlieh dem Aufsteiger allerdings keinen nachhaltigen Auftrieb. Zwar unterliefen den Gastgebern weiterhin einzelne Ungenauigkeiten – Frohburg musste Berko nach einem Fehlpass auf Kosten einer Gelben Karte stoppen –, doch Tasmania fand kaum Mittel, um den FCM länger unter Druck zu setzen.
Stattdessen schob Magdeburg seine letzte Linie wieder nach vorn und attackierte zeitweise bereits bei Berliner Abstößen. Den Gästen blieb häufig nur der lange Befreiungsschlag. Birk wurde am Fünfmeterraum noch im letzten Moment geblockt, während der eingewechselte Niklaus nach einem weiten Zuspiel zunächst eine weitere Gelegenheit ungenutzt ließ. In der 89. Minute trug sich der Joker schließlich doch in die Torschützenliste ein und stellte den 5:1-Endstand her.
Die Mannschaft des zurückgekehrten Ronny Thielemann lieferte damit einen überzeugenden Auftakt, ohne über die gesamte Distanz fehlerfrei zu agieren. Entscheidend waren die höhere spielerische Qualität und jene zehn Minuten vor der Pause, in denen Magdeburg Tasmanias auseinanderfallende Defensive mit bemerkenswerter Konsequenz bestrafte. Der Berliner Aufsteiger muss dagegen vor allem aufarbeiten, weshalb nach dem ersten Gegentor sämtliche Stabilität verloren ging.
Zuschauer: 517
Spielstätte: Avnet Arena, Magdeburg
Schiedsrichter: John Bartsch – Oliver Seib, Benjamin Arnold
Tore: 1:0 (34.) Zajusch; 2:0 (41.) Baars (Strafstoß); 3:0 (44.) Elsner; 4:0 (45.+2) Birk; 4:1 (50.) Berko; 5:1 (88.) Niklaus
Mannschaftsaufstellungen:
1. FC Magdeburg II: Kampa, Lemke (66. Beimborn), Birk, Widmann (83. Bräunling), Frohberg (75. Hiller), Elsner, Mewes, Trkulja, Zajusch, Baars, Drews (66. Niklaus)
SV Tasmania Berlin: Mika, Labbouz (46. Berko), Eder, Yayla, Grigoriadis (65. Wostrikow), Cakmak (75. Jakob), Beyazit (75. Sambale), Mensah, Baca, Danko (40. Yajima), Beyreuther
Besondere Vorkommnisse: Gelbe Karten: Kampa, Lemke, Frohberg (1. FC Magdeburg II) – Mika, Eder, Grigoriadis (SV Tasmania Berlin)
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Jupolli schreibt Stahnsdorfer Premierengeschichte
BFC Preussen – RSV Eintracht 1949 1:1 (1:0)
Der RSV Eintracht 1949 hat bei seinem ersten Regionalligaspiel Vereinsgeschichte geschrieben. Der Aufsteiger trotzte dem BFC Preussen nach Rückstand ein 1:1 ab und verdiente sich den ersten Punkt durch eine deutliche Steigerung nach der Pause. Nikolas Frank brachte die Berliner in Führung, ehe der kurz zuvor eingewechselte Endi Jupolli ausglich.
Schon die Spielstätte verlieh dem Nachbarschaftsduell eine ungewöhnliche Note. Preussen besaß an der Malteserstraße zwar das formelle Heimrecht, doch auch der RSV wird dort seine Heimspiele austragen, weil die eigene Anlage in Stahnsdorf die Anforderungen der Regionalliga nicht erfüllt. Klassische Auswärtsatmosphäre gab es für den Neuling vor 526 Zuschauern deshalb kaum.
Sportlich übernahm zunächst der erfahrenere BFC die Initiative. Die Elf von Daniel Volbert versuchte, mit geordnetem Aufbau das Zentrum zu kontrollieren und über Luca Butkovic auf der linken Seite Breite herzustellen. Stahnsdorf hielt die Abstände eng, verteidigte tief und suchte nach Ballgewinnen den schnellen Weg nach vorn. In der 21. Minute schlug sich die Berliner Spielkontrolle im Ergebnis nieder: Frank erzielte das 1:0.
Der Treffer gab Preussen Sicherheit, ohne die Partie vorzeitig zu entscheiden. Der RSV blieb kompakt und ließ sich auch von einer intensiveren Phase mit mehreren Verwarnungen nicht aus seiner Ordnung bringen. So nahm der Gastgeber eine verdiente Führung mit in die Kabine, ließ dem Aufsteiger aber die Tür offen.
Nach Wiederbeginn verschoben sich die Kräfteverhältnisse. Thomas Frankes Mannschaft rückte mutiger heraus, störte den Berliner Passfluss früher und gewann mehr Zugriff auf die zweiten Bälle. Der entscheidende Impuls kam von der Bank: Endi Jupolli ersetzte Tim Göth (57.) und traf nur drei Minuten später zum 1:1 (60.). Damit erzielte der Joker das erste Regionalligator der Stahnsdorfer Vereinsgeschichte.
Volbert reagierte in der 64. Minute mit einem Dreifachwechsel. Preussen erhöhte den Aufwand, fand gegen die nun selbstbewusst und diszipliniert verteidigenden Gäste aber keine entscheidende Lücke mehr. Auch die später eingewechselten Philipp Kühn und Finn Cramer brachten nicht den erhofften Durchbruch.
Der Punktgewinn war für den RSV mehr als ein gelungenes Ergebnis: Die junge Mannschaft übertrug ihre Unbekümmertheit und Kompaktheit aus der Vorbereitung auf das höhere Niveau. Preussen muss sich dagegen vorhalten lassen, aus seiner Überlegenheit vor der Pause zu wenig gemacht und nach dem Ausgleich keine zwingende Antwort gefunden zu haben.
Zuschauer: 526
Spielstätte: Preussen-Stadion NR1, Berlin
Schiedsrichter: Patrick Kluge – Tim Kohnert, Albert Lehmann
Tore: 1:0 (21.) Frank; 1:1 (60.) Jupolli
Mannschaftsaufstellungen:
BFC Preussen: Palmowski, Lessel, Vierling, Fontein, Covic (78. Kühn), Dikarev, Butkovic (64. Maric), Adekunle (64. Gramberg), Häusl (64. Stein), Frank (84. Cramer), Meyer
RSV Eintracht 1949: Güldner, Göth (57. Jupolli), Smailovic, Baraze Adam (90.+2 Belizario Ferreira), Hasenberg, Fron, Kim, Williams (70. Herrmann), Bilbija, Kasola (70. Chornenkyi), Kukanda
Besondere Vorkommnisse: Gelbe Karten: Fontein, Covic, Meyer, Cramer (BFC Preussen) – Göth, Kasola (RSV Eintracht 1949)
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Traumauftakt im Steigerwald: Gonda trifft dreifach
FC Rot-Weiß Erfurt – BFC Dynamo 4:1 (4:0)
Mit einer furiosen ersten Halbzeit hat Rot-Weiß Erfurt zum Auftakt der Regionalliga Nordost ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Vor mehr als 6000 Zuschauern im Steigerwaldstadion traf Hinata Gonda dreimal innerhalb von 22 Minuten, während der BFC Dynamo nach einem zunächst stabilen Beginn defensiv nahezu auseinanderfiel. Levin Mattmüllers Distanztreffer kurz nach der Pause blieb nicht mehr als Berliner Ergebniskosmetik.
Nach der gemeinsamen Protestaktion aller 22 Spieler unmittelbar beim Anstoß übernahm Erfurt erwartungsgemäß die Initiative. Der BFC verteidigte zunächst kompakt, hielt die Gastgeber vom eigenen Strafraum fern und lauerte auf Umschaltmomente. Die erste Erfurter Annäherung gehörte Benjika Caciel, der nach einem langen Ball aus spitzem Winkel nur das Außennetz traf. Zwei Minuten später suchten die Gäste nach einem weiten Einwurf Viktor Miftaraj, doch Lorenz Otto war aufmerksam zur Stelle.
Mit dem Führungstreffer kippte die Begegnung grundlegend. Romario Hajrulla behauptete sich im Mittelfeld mit dem Rücken zum Tor gegen gleich drei Gegenspieler und spielte den Ball nahezu blind in den Lauf von Gonda. Der Japaner enteilte der Berliner Abwehr und ließ Paul Hainke keine Abwehrchance (13.). Der BFC verlor anschließend seine defensive Ordnung und gewährte den spielfreudigen Thüringern immer größere Räume zwischen Mittelfeld und letzter Linie.
Nur acht Minuten später schlug Gonda erneut zu. Über Hajrulla gelangte der Ball halbrechts im Strafraum zum Erfurter Offensivmann, dessen Abschluss Hainke unter dem Körper hindurchrutschen ließ (21.). Der Torwartfehler verschärfte die Verunsicherung der Gäste, während RWE sein Kombinationsspiel nun beinahe ungehindert aufziehen konnte. Berlin fand nur sporadisch Entlastung: Nach einem Ballverlust von Marco Wolf kam Mattmüller zum Abschluss, Nathan Claxton blockte jedoch mit langem Bein.
Erfurt blieb dagegen vor dem Tor gnadenlos effizient. Einen langen Einwurf von Dustin Forkel verlängerte Sofiane Ikene am Rand des Fünfmeterraums auf Wolf, der aus kürzester Entfernung das 3:0 erzielte (29.). Zwar bot sich John Liebelt wenig später auf der Gegenseite eine Abschlussmöglichkeit, doch die größeren Chancen gehörten weiterhin den Hausherren. Wolfs nächster Versuch musste sogar auf der Torlinie geklärt werden.
In der 35. Minute vollendete Gonda schließlich seinen Hattrick. Niclas Walther überspielte die Berliner Defensive mit einem langen Ball, Forkel legte von außen in die Mitte, und Gonda brauchte aus kurzer Distanz nur noch einzuschieben. Der Treffer zum 4:0 dokumentierte die Auflösungserscheinungen in der Dynamo-Hintermannschaft. Kurz vor der Pause hätte Herdi Bukusu verkürzen können: Nach Joey Breitfelds flacher Hereingabe und Leander Fritzsches cleverem Durchlassen scheiterte der Neuzugang aus zwölf Metern am gut reagierenden Otto.
Dynamo kam mit mehr Entschlossenheit aus der Kabine und belohnte sich unmittelbar. Mattmüller erhielt rund 20 Meter vor dem Erfurter Tor zu viel Raum, zog kraftvoll ab und überwand Otto, der den Ball trotz einer Berührung mit den Fingerspitzen nicht mehr entscheidend ablenken konnte (50.). Eine nachhaltige Aufholjagd entwickelte sich daraus allerdings nicht. Erfurt blieb offensiv präsent, während der BFC trotz mehrerer Wechsel weder dauerhaft Druck noch Kontrolle aufbauen konnte.
Jamal Rogero zwang Otto aus halbrechter Position noch einmal zu einer Parade. Auf der anderen Seite verfehlte Forkel nach einer Ecke mit einem Dropkick das Tor, ehe die eingewechselten Benjamin Dreca und Stanislav Fehler weitere Akzente setzten. Dreca schoss knapp am rechten Pfosten vorbei, Fehler bediente Forkel, dessen Lupfer über Hainke neben dem Tor landete. Zuvor hatten die Gastgeber sogar eine Drei-gegen-eins-Situation leichtfertig vergeben.
Am klaren Erfurter Erfolg änderte dies nichts mehr. Die Mannschaft von Fabian Gerber verband hohe Effizienz mit variablem Kombinationsspiel und nutzte die Berliner Abstimmungsprobleme konsequent. Der BFC zeigte zwar einzelne offensive Ansätze, offenbarte nach dem Rückstand aber erhebliche Defizite in der Restverteidigung. Für Rot-Weiß war das 4:1 ein Start nach Maß – für Dynamo ein Saisonauftakt, der bereits reichlich Aufarbeitungsbedarf hinterlässt.
Zuschauer: 8226
Spielstätte: Steigerwaldstadion, Erfurt
Schiedsrichter: Jens Klemm – Christopher Gaunitz, Benjamin Seidl
Tore: 1:0 (13.) Gonda; 2:0 (21.) Gonda; 3:0 (28.) Wolf; 4:0 (36.) Gonda; 4:1 (49.) Mattmüller
Mannschaftsaufstellungen:
FC Rot-Weiß Erfurt: Otto, Ikene (76. Awoudja), Caciel, Hajrulla (62. Assibey-Mensah), Wolf (62. Fehler), Forkel, Claxton, Walther, Boboy, Dehl (46. Felßberg), Gonda (62. Dreca)
BFC Dynamo: Hainke, Liebelt, Miftaraj, Mattmüller, Fritzsche (62. Dadashov), Oellers, Breitfeld (78. Balde), Windsheimer (85. Savicevic), Bukusu (78. Reincke), Gunte, Ho (46. Mantatu Rogero)
Besondere Vorkommnisse: Gelbe Karten: Dehl (FC Rot-Weiß Erfurt) – Miftaraj, Savicevic (BFC Dynamo)
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Čevis eröffnet die Wende, Bornschein vollendet sie
FSV 63 Luckenwalde – 1. FC Lokomotive Leipzig 1:3 (1:1)
Der 1. FC Lokomotive Leipzig ist mit einem hart erarbeiteten Auswärtssieg in die neue Saison der Regionalliga Nordost gestartet. Beim FSV 63 Luckenwalde geriet der amtierende Meister früh in Rückstand, erarbeitete sich anschließend jedoch ein deutliches Übergewicht und drehte die Begegnung durch Djamal Čevis sowie die beiden Joker Ricky Bornschein und Elsamed Ramaj Adetula. Die Gastgeber verteidigten lange leidenschaftlich und besaßen kurz vor dem Leipziger Führungstor selbst eine große Chance zum 2:1.
Nach einer einminütigen Protestaktion gegen die geltende Aufstiegsregelung begann die Partie für Lok denkbar ungünstig. Luckenwalde nutzte gleich seinen ersten zielstrebigen Angriff: Eine Flanke von rechts segelte an den langen Pfosten, wo Felix Pilger vor Luca Kusić zum Kopfball kam und zum 1:0 einnickte (4.). Der vom ZFC Meuselwitz gekommene Neuzugang hätte nur vier Minuten später nachlegen können, scheiterte diesmal jedoch am aufmerksamen Niclas Naumann.
Leipzig benötigte einige Minuten, um den frühen Schock abzuschütteln. Djamal Ziane setzte einen artistischen Kopfball knapp neben das Tor, ehe der Druck der Gäste spürbar zunahm. Besonders über Arne Rühlemanns linke Seite und mit zahlreichen Flanken versuchte Lok, die kompakte Luckenwalder Defensive auseinanderzuziehen. Die beste Gelegenheit zum schnellen Ausgleich besaß Efe Öztürk, der aus halbrechter Position und zwölf Metern an der Latte scheiterte (14.).
Auf der Gegenseite sorgte Pilger erneut für Gefahr. Bei dessen zweiter Möglichkeit verlor Naumann zunächst die Kontrolle über den Ball und griff anschließend außerhalb seines Strafraums mit der Hand danach. Nach Einschätzung des Tickers hätte Schiedsrichter Kai Kaltwaßer den Leipziger Torhüter dafür des Feldes verweisen müssen; die Partie lief jedoch ohne Sanktion weiter.
Luckenwalde zog sich nun in ein tiefes 4-4-2 zurück und überließ den Gästen weitgehend den Ball. Lok verlagerte geduldig, erhöhte über die Außenpositionen das Tempo und belohnte sich in der 25. Minute: Čevis erhielt rund 23 Meter vor dem Tor zu viel Raum, nahm Maß und jagte den Ball zum 1:1 in den rechten Winkel. Der Ausgleich entsprach der zunehmenden Leipziger Dominanz. Adetulas geblockter Abschluss brachte bereits die siebte Gästeecke, während der FSV kaum noch zu längeren Entlastungsphasen kam. Kurz vor der Pause rettete Luckenwalde nach einem Öztürk-Dribbling am langen Pfosten und behauptete das Remis bis zum Seitenwechsel.
Auch nach Wiederbeginn gehörte die erste Chance allerdings den Gastgebern. Julian Mätzke zog von rechts im Strafraum ab, traf aber nur das Außennetz. Danach setzte sich das Muster der ersten Hälfte fort: Lok kontrollierte die Begegnung, Dombrowa schob auf der rechten Seite immer wieder an und bereitete Öztürk eine weitere Gelegenheit vor, dessen Schuss knapp am Pfosten vorbeistrich. Trotz des höheren Ballbesitzes fehlte den Leipzigern zunächst die nötige Präzision im letzten Drittel.
Trainer Torsten Ziegner reagierte und brachte nach einer guten Stunde Bornschein für Kapitän Ziane, wenig später folgten Artur Mergel und Jakub Sadílek. Zwei vermeintliche Treffer Adetulas wurden anschließend wegen Abseitsstellungen aberkannt. Die Partie blieb damit offen – und beinahe wäre Lok für seine fehlende Durchschlagskraft bestraft worden. Luckenwaldes Simon Schneider kam in der 74. Minute zum Abschluss, doch Naumann bewahrte seine Mannschaft mit einer starken Reaktion vor dem Rückstand.
Fünf Minuten später zahlten sich Ziegners Wechsel aus. Dombrowa flankte von rechts in den Strafraum, FSV-Torhüter Kevin Tittel verfehlte den Ball, und Bornschein vollendete am zweiten Pfosten in Torjägermanier zum 2:1 (79.). Der von Erzgebirge Aue verpflichtete Angreifer benötigte nur rund 17 Minuten, um bei seinem Pflichtspieldebüt für Lok zu treffen.
Luckenwaldes Widerstand war damit gebrochen. Der ebenfalls eingewechselte David Vuc setzte sich auf der rechten Seite durch und durfte nahezu unbedrängt in die Mitte passen. Adetula schob am zweiten Pfosten zum 3:1 ein (82.) und entschied die Begegnung. Der FSV gab sich dennoch nicht auf: Mätzke verfehlte mit einem Schuss aus halbrechter Position nur knapp das Leipziger Tor. Auf der Gegenseite ließen Bornschein und Adetula weitere Möglichkeiten ungenutzt.
Lok musste für den Auftakterfolg viel Geduld aufbringen, setzte sich aufgrund seiner wachsenden Spielkontrolle und der größeren personellen Reserven aber verdient durch. Luckenwalde bestätigte mit seiner kompakten Ordnung und konsequenten Arbeit gegen den Ball, dass der Klub auch in dieser Saison unbequem sein kann. Für den Meister wiederum lieferten insbesondere Bornschein und Vuc ein erstes Argument dafür, dass Ziegners Mannschaft Spiele künftig auch von der Bank aus entscheiden kann.
Zuschauer: 1854
Spielstätte: Werner-Seelenbinder-Stadion, Luckenwalde
Schiedsrichter: Kai Kaltwaßer – Julius Hanft, Johann Schwarz
Tore: 1:0 (3.) Pilger; 1:1 (24.) Čevis; 1:2 (82.) Bornschein; 1:3 (85.) Adetula
Mannschaftsaufstellungen:
FSV 63 Luckenwalde: Tittel, Pollasch, Koplin, Butendeich (69. Dahlke), Will (62. Zamzow), Mätzke, Jannene, Neumann, Pilger (80. Hathaway), Schneider (80. Heidrich), Kühn
1. FC Lokomotive Leipzig: Naumann, Wilton, Schierack (63. Sadlek), Abderrahmane, Adetula, Ziane (58. Bornschein), Čevis, Rühlemann (80. Vuc), Öztürk (63. Mergel), Dombrowa, Kusic
Besondere Vorkommnisse: Gelbe Karten: Butendeich, Jannene (FSV 63 Luckenwalde) – Čevis, Adetula, Öztürk, Abderrahmane (1. FC Lokomotive Leipzig)
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Redaktion: Holger Elias (NOFV)
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