Regionalliga Nordost
Regionalliga Nordost: Nachholspiel
Preussen bestraft tapfere Zehlendorfer in der Schlussphase
Die Begegnung vom Mittwoch (22.04.26): Hertha 03 Zehlendorf führte im Nachholspiel beim BFC Preussen nach Toren von Smailovic und Doll zur Pause mit 2:1 und durfte kurz vom dringend benötigten Befreiungsschlag träumen. Nach dem Platzverweis gegen Smailovic kippte die Partie jedoch, Preussen glich durch Voahariniaina aus und entschied das Derby durch Kühns Treffer in der 88. Minute. Für Zehlendorf rückt der Abstieg nach der siebten Niederlage in Folge damit bedrohlich nah.
Vom Hoffnungsschimmer zum nächsten Tiefschlag
BFC Preussen – Hertha 03 Zehlendorf 3:2 (1:2)
Was lange nach einem Befreiungsschlag für das abgeschlagene Schlusslicht aussah, kippte im letzten Viertel endgültig gegen Hertha 03 Zehlendorf. Der BFC Preussen drehte das Berliner Nachholspiel des 19. Spieltages nach einem 1:2-Rückstand noch in ein 3:2 und stieß die Gäste damit tiefer in den Abgrund. Zehlendorf hielt nach einer couragierten ersten Hälfte und trotz Unterzahl lange dagegen, brach in der Schlussphase aber doch noch ein – und musste zudem in der Nachspielzeit erleben, wie ein vermeintlicher Ausgleich ohne Wert blieb.
Die Ausgangslage war eindeutig und brutal zugleich: Während Preussen mit vergleichsweise ruhigem Tabellenbild in dieses Stadtduell ging, stand Hertha 03 schon vor Anpfiff mit dem Rücken zur Wand. Entsprechend nervös, aber durchaus diszipliniert begannen die Gäste. Sie verdichteten die Räume, hielten die Abstände zunächst eng und wollten dem Favoriten die Kontrolle über die zentralen Zonen erschweren. Doch Preussen fand zusehends Zugriff, ließ den Ball sicher laufen und setzte mit seiner höheren Präsenz in den Zweikämpfen erste Akzente.
Die Führung der Hausherren war folgerichtig, auch wenn sie nicht aus dem offenen Spiel fiel. In der 21. Minute wurde Kühn im Strafraum zu Fall gebracht, Stein übernahm die Verantwortung und verwandelte den Foulelfmeter souverän zum 1:0 – ausgerechnet gegen seinen früheren Klub. Es war in dieser Phase der verdiente Lohn für eine Mannschaft, die geordneter wirkte, das Spiel kontrollierte und Zehlendorf immer wieder in Rückwärtsbewegungen zwang.
Doch anders als in vielen Wochen zuvor zerfiel Hertha 03 nach dem Rückschlag nicht. Die Gäste arbeiteten sich mit wachsender Entschlossenheit in die Partie, wurden mutiger in ihren Vorstößen und nutzten ihre Momente nun konsequenter. Nach einem in den Strafraum verlängerten Einwurf war es ausgerechnet Smailovic, der seinen Anteil am Elfmeter vergessen machte und in der 32. Minute zum 1:1 traf. Die Partie bekam damit eine neue Statik: Preussen verlor für einige Minuten den klaren Rhythmus, Zehlendorf gewann an Glauben, an Präsenz und an Direktheit.
Diese Phase nutzten die Gäste kurz vor der Pause sogar zur Wende. Als Doll auf der rechten Seite freigespielt wurde, nahm er den Raum entschlossen an, setzte noch einige Schritte und schloss in der ersten Minute der Nachspielzeit trocken zum 2:1 ab. Aus Sicht der Gastgeber war das nicht nur ein unerwarteter Rückschlag, sondern auch Ausdruck einer nachlassenden Konsequenz im eigenen Defensivverhalten. Zehlendorf dagegen durfte zur Halbzeit tatsächlich von jenem letzten Hoffnungsschimmer sprechen, der im Abstiegskampf schon fast verloschen schien.
Nach dem Seitenwechsel bekam die Begegnung jedoch rasch ihre entscheidende Wendung – und erneut stand Smailovic im Mittelpunkt. Der Torschütze zum 1:1 wurde in der 50. Minute des Feldes verwiesen, womit sich die Statik des Spiels grundlegend verschob. Preussen hatte fortan nicht nur mehr Ballbesitz, sondern auch deutlich mehr territoriale Kontrolle. Zehlendorf zog sich tief zurück, verteidigte leidenschaftlich, warf sich in Hereingaben und versuchte, mit maximaler Disziplin die knappe Führung zu konservieren.
Lange gelang genau das. Die Gäste hielten das Zentrum eng, arbeiteten gegen den Ball mit großer Hingabe und brachten Preussen trotz zunehmenden Drucks immer wieder zum Stocken. Doch in der Schlussphase wurde die personelle Unterzahl unübersehbar. In der 78. Minute klärte Hertha 03 einen Einwurf nicht sauber, Brandt flankte präzise nach innen, und der eingewechselte Voahariniaina setzte sich in der Luft durch und köpfte zum 2:2 ein. Es war der Treffer, der das Spiel endgültig in Richtung der Hausherren kippen ließ.
Preussen roch nun die völlige Wende und drängte auf den Sieg. Zehlendorf wankte, stemmte sich aber mit letzter Kraft gegen die Niederlage. Als Brandt in der 88. Minute nur den Pfosten traf, schien für einen Augenblick noch alles offen. Doch Kühn reagierte am schnellsten und staubte zum 3:2 ab. Es war der späte Punch einer Mannschaft, die den längeren Atem besaß – und der bittere Wirkungstreffer für einen Gegner, dem die Zeit in dieser Liga zunehmend davonläuft.
Die Nachspielzeit hielt noch einen letzten dramatischen Moment bereit: Zehlendorf jubelte über das vermeintliche 3:3, doch der Treffer zählte nicht. So blieb es beim 3:2 für den BFC Preussen, der sich nach einer zähen ersten Halbzeit mit Nachdruck und Geduld durchsetzte. Für Hertha 03 ist diese siebte Niederlage in Serie dagegen mehr als nur ein weiterer Rückschlag. Sie wirkt wie das nächste schwere Stück Realität auf dem Weg in die Oberliga.
Zuschauer: 321
Spielstätte: Preussen-Stadion NR1, Berlin
Schiedsrichter: Lars Albert – Jan Seidel, Johannes Schipke
Tore: 1:0 (21.) Stein; 1:1 (33.) Smailovic; 1:2 (45.+1) Doll; 2:2 (78.) Voahariniaina; 3:2 (88.) Kühn
Mannschaftsaufstellungen:
BFC Preussen: Albers, Brandt, Fontein, Maric, Kühn, Butkovic (57. Schröder), Ramadan (61. Voahariniaina), Häusl, Hoch (57. Abou-Chaker), Stein, Meyer
FC Hertha 03 Zehlendorf: Dedidis, Smailovic, Wicht (86. Günay), Hasenberg, Yamada, Reimann, Yoldas, Wachs (80. Jones), Doll (75. May), Abe (80. Hebisch), Schulze
Besondere Vorkommnisse: Gelbe Karten: Voahariniaina (BFC Preussen) – Smailovic, Schulze (FC Hertha 03 Zehlendorf); Gelb-Rote Karte: Smailovic (FC Hertha 03 Zehlendorf)
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Redaktion: Holger Elias (NOFV)
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