Frauen und Mädchen

Frauen-Regionalliga Nordost: Spannung, Comebacks und Überraschungen vor der Pokalpause

© Sebastian Dühring

Der 5. Spieltag der Frauen-Regionalliga Nordost hatte wieder alles zu bieten, was den Fußball so besonders macht: späte Ausgleichstreffer, spektakuläre Aufholjagden, deutliche Siege und einige überraschende Punktgewinne. Während die Spitzenteams von RB Leipzig II und dem 1. FC Magdeburg ihre Erfolgsserien eindrucksvoll fortsetzten, sorgten Turbine Potsdam II mit einer erneuten Last-Minute-Wende sowie Hansa Rostock und Blau-Weiß Hohen Neuendorf mit wichtigen Erfolgserlebnissen für weitere Spannung in der Liga.

Bevor die Regionalliga nun für zwei Wochen pausiert, standen noch einmal emotionale und torreiche Begegnungen auf dem Programm. Während einige Teams am kommenden Wochenende im DFB-Pokal antreten, kämpfen andere im Landespokal um das Weiterkommen oder genießen ein spielfreies Wochenende. Die Fans verabschieden sich damit vorerst von einer Liga, die auch am fünften Spieltag eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat, wie ausgeglichen, spannend und überraschend der Frauenfußball im Nordosten derzeit ist.

SV Eintracht Leipzig-Süd – FC Hansa Rostock 1:1 (0:0)

Der SV Eintracht Leipzig-Süd und der FC Hansa Rostock trennten sich nach einer umkämpften Begegnung am Ende Unentschieden. Die favorisierten Gastgeberinnen erspielten sich im ersten Durchgang mehrere Möglichkeiten und versuchten, früh in Führung zu gehen. Doch auch Rostock setzte offensive Akzente und kam zu eigenen Abschlüssen. Da beide Mannschaften ihre Chancen ungenutzt ließen, blieb es bis zur Pause torlos.

Mit Wiederbeginn verstärkten die Gastgeberinnen die Offensivbemühungen, während die Gäste ebenfalls den Weg zum Tor suchten und gefährlich blieben. In der 79. Minute erhielten die Gastgeberinnen einen Strafstoß, den Emily Reissmann (80.) zur 1:0-Führung verwandelte. Als Leipzig-Süd bereits auf den Heimsieg hoffen durfte, schlug Rostock noch einmal zurück: Vivien Knappe erzielte in der dritten Minute der Nachspielzeit den 1:1-Ausgleich und sicherte Hansa damit einen späten und vielumjubelten Punktgewinn.

1.FFC Turbine Potsdam II – Chemnitzer FC 3:2 (0:0)

Erneut kämpfte sich die zweite Mannschaft des 1. FFC Turbine Potsdam nach einem Zwei-Tore-Rückstand eindrucksvoll zurück und besiegte den Aufsteiger vom Chemnitzer FC mit 3:2. Beide Mannschaften fanden zunächst nur schwer in die Begegnung. Im weiteren Verlauf gewannen die Gastgeberinnen zunehmend Spielanteile und kamen zu einigen Möglichkeiten, ohne jedoch zum Torerfolg zu kommen. Chemnitz setzte seinerseits immer wieder gefährliche Akzente. So wurden beim Stand von 0:0 die Seiten gewechselt.

Den besseren Start in die zweite Halbzeit erwischten die Gäste. Davina Graf brachte Chemnitz in der 55. Minute in Führung und legte nur sechs Minuten später das 2:0 nach (61.). Das junge Turbine-Team ließ sich davon jedoch nicht entmutigen und startete in der Schlussphase eine bemerkenswerte Aufholjagd. Shirley Riessner verkürzte per Foulelfmeter in der 82. Minute auf 1:2. Nur drei Minuten später gelang Pia Pantel (85.) der Ausgleich. Die Potsdamerinnen drängten weiter auf den Sieg und wurden belohnt: Alea Pospiech erzielte in der 89. Minute den umjubelten Treffer zum 3:2-Endstand. Damit drehte Turbine II eine bereits verloren geglaubte Begegnung innerhalb von nur sieben Minuten.

1.FC Magdeburg – FC Carl Zeiss Jena II 6:0 (2:0)

Der 1. FC Magdeburg feierte vor 162 Zuschauern einen weiteren deutlichen Heimsieg gegen den FC Carl Zeiss Jena II. Die Gastgeberinnen suchten früh den Weg zum Tor und kamen bereits in der Anfangsphase zu ersten Abschlüssen. Neele Abraham brachte Magdeburg in der 19. Minute mit 1:0 in Führung. Nach weiteren Möglichkeiten erhöhte die kurz zuvor eingewechselte Kira Josefin Bölke (34.) auf 2:0. Mit diesem Ergebnis verabschiedeten sich beide Mannschaften in die Halbzeitpause.

Unmittelbar nach Wiederanpfiff baute Carlia Angelique Diamond Johnson (46.) die Führung weiter aus. Nur vier Minuten später traf Mia Alina Juhnke (50.) zum 4:0. Magdeburg blieb auch im weiteren Verlauf erfolgreich: Antonia Schulz (72.) erzielte den fünften Treffer, ehe Lara Montzki (80.) mit dem 6:0 den Schlusspunkt setzte. Jena II gelang es nicht, die Magdeburger Offensive entscheidend zu bremsen. Das Spiel und die Tore können sie hier im Replay sehen.

1.FFV Erfurt – SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf 1:2 (0:2)

Der SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf nahm mit einem 2:1-Auswärtssieg beim 1. FFV Erfurt drei Punkte mit nach Hause. Die Begegnung nahm bereits früh eine entscheidende Wendung, nachdem Erfurts Keeperin Martha Louise Frieling in der 13. Minute die Rote Karte sah. Nur vier Minuten später nutzten die Gäste ihre Überzahl und gingen durch Paula Reutter (17.) in Führung. Alexandra Almasalme (29.) erhöhte noch vor dem Pausenpfiff auf 2:0.

Trotz der personellen Unterlegenheit gab sich Erfurt nicht geschlagen und kam zu guten Tormöglichkeiten. So verkürzte Lea Schrenk in der 65. Minute für die Gastgeberinnen. In der verbleibenden Spielzeit versuchte Erfurt, zwar noch den Ausgleich zu erzwingen, während Hohen Neuendorf ebenfalls zu weiteren Standardsituationen kam. Am Ergebnis änderte sich jedoch nichts mehr, sodass die Gäste die knappe Führung über die Zeit brachten und den dritten Saisonsieg bejubelten.

1.FC Union Berlin U23 – FSV Babelsberg 74 6:1 (2:0)

Sechs Tore und drei Punkte: Die U23 des 1. FC Union Berlin setzte sich vor knapp 90 Zuschauenden mit 6:1 gegen den FSV Babelsberg 74 durch. Nach einer zunächst ausgeglichenen Anfangsphase übernahmen die Gastgeberinnen zunehmend die Kontrolle. Hannah Linea Wegner brachte Union in der 26. Minute in Führung, als sie eine hohe Hereingabe annahm, sich vor dem Tor drehte und flach ins lange Eck traf. Nur sechs Minuten später erhöhte Michaela Ahlberg (32.) auf 2:0. Nach einem Abschluss von Lea Aseko Nkili konnte Babelsbergs Torhüterin den Ball nicht festhalten, sodass Ahlberg den Abpraller verwertete. Mit einer Zwei-Tore-Führung ging Union in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel verkürzte Denise Simon (55.) im Anschluss an eine Ecke auf 2:1. Union ließ sich davon jedoch nicht aus dem Konzept bringen und stellte durch einen direkt verwandelten Freistoß von Vivien Angelina Stibal (62.) den alten Abstand wieder her. In der Schlussphase bauten die Berlinerinnen ihre Führung weiter aus: Lea Aseko Nkili (75.) und die eingewechselte Amelie Noelia Doganer (76.) trafen innerhalb von zwei Minuten zum 5:1.

Kurz vor dem Abpfiff sah eine Babelsberger Spielerin nach einem Handspiel auf der Torlinie die Rote Karte (88.). Den anschließenden Strafstoß verwandelte Vivien Angelina Stibal (89.) zum 6:1-Endstand und schnürte damit ihren Doppelpack. Union sicherte sich nach einer insbesondere in der zweiten Halbzeit überzeugenden Vorstellung drei weitere Punkte.

Türkiyemspor Berlin 1978 – RB Leipzig II 0:2 (0:0)

RB Leipzig II setzte sich bei Türkiyemspor Berlin 1978 mit 2:0 durch und sicherte sich drei weitere Punkte. Im ersten Durchgang fielen keine Tore. Kurz nach Wiederanpfiff gelang den Gästen der Führungstreffer: Natalie Grenz brachte die Leipzigerinnen in der 48. Minute mit 1:0 in Führung.

Für die Entscheidung sorgte Johanna Güth (79.), die den Vorsprung auf 2:0 ausbaute. Dabei blieb es bis zum Abpfiff. Türkiyemspor gelang auch am 5. Spieltag kein eigener Treffer, während Leipzig II mit dem Auswärtssieg seine erfolgreiche Saison fortsetzte.

Tabelle & Ergebnisse 05. Spieltag

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