Regionalliga Nordost
Erfurt vorne, Chemnitz dran: Der große Gipfel wartet
Ein verlorener Ball im Mittelkreis, ein Pass in die Tiefe, ein Tor in der Nachspielzeit: Als Dustin Forkel in Probstheida zum 4:3 für Rot-Weiß Erfurt einschob, verdichteten sich elf Spieltage zu einer einzigen Szene. Hier eine Mannschaft, die selbst nach einem 1:3 weiter an ihre Chance glaubte. Dort ein Titelverteidiger, der einen mit großem Aufwand erarbeiteten Vorsprung aus der Hand gab. Erfurt jubelte, Lok Leipzig haderte. Und die Regionalliga Nordost hatte ihr vorerst eindrucksvollstes Beispiel dafür, wie eng spielerische Qualität, Risikobereitschaft und fehlende Absicherung beieinanderliegen.
Fast ein Drittel der Saison ist absolviert. Aus ersten Eindrücken sind belastbare Tendenzen geworden, aus manchem guten Start bereits handfeste Probleme. Rot-Weiß Erfurt und der Chemnitzer FC haben sich einen Vorsprung erarbeitet. Dahinter drängt eine Verfolgergruppe, deren Mitglieder auf unterschiedliche Weise noch nach der nötigen Konstanz suchen. Im unteren Drittel wiederum zählt längst jeder Punkt gegen die Gefahr, dass aus einem schlechten Auftakt ein dauerhaftes Hinterherlaufen wird.
Der Titel besitzt diesmal besonderen Wert: Nach der geltenden NOFV-Regelung steigt der Meister direkt in die 3. Liga auf, sofern die Zulassungsvoraussetzungen erfüllt sind. Zusätzliche Aufstiegsspiele bleiben ihm erspart.
Erfurt setzt den Maßstab. Und gewinnt auch schwierige Spiele
27 Punkte, acht Siege, drei Unentschieden, keine Niederlage: Die Erfurter Führung ist verdient. Ihre Grundlage wurde früh gelegt. Dem 4:1 gegen den BFC Dynamo folgten unter anderem ein 6:0 gegen Tasmania, das 2:1 im Thüringenderby in Jena und ein 5:0 in Luckenwalde. RWE bestrafte gegnerische Schwächen konsequent und baute sich damit mehr auf als ein günstiges Torverhältnis: die Gewissheit, Begegnungen aus eigener Kraft entscheiden zu können.
»Wahnsinnsspiel auf wahnsinnig hohem Niveau«, urteilte Gerber beim MDR über das Leipziger 4:3. Die Begeisterung ist nachvollziehbar. Der wichtigere Befund reicht über diesen Nachmittag hinaus: Erfurt kann von der Bank nachlegen. Stanislav Fehler verwandelte den Strafstoß zum Ausgleich, Benjamin Dreca bereitete mit seinem Ballgewinn den Siegtreffer vor. Wechsel veränderten das Spiel tatsächlich. Das ist ein Vorteil für eine Saison, in der Belastung und personelle Ausfälle die Hierarchie noch mehrfach prüfen werden.
36 Tore nach elf Spielen sind ein herausragender Wert. Daraus folgt jedoch per se keine automatische Meisterschaft. Gerade die jüngsten Begegnungen liefern Gerber Ansatzpunkte für die Arbeit gegen den Ball. Wer in Leipzig drei Gegentreffer aufholen kann, hat große offensive Möglichkeiten. Wer gegen den nächsten Spitzengegner gar nicht erst drei Gegentreffer zulässt, dürfte mit deutlich weniger Aufwand auskommen.
Chemnitz: Die beste Abwehr allein erklärt diesen zweiten Platz nicht
Nur einen Punkt hinter RWE wartet ein Verfolger mit einem anderen statistischen Profil. Fünf Gegentore in elf Partien machen den Chemnitzer FC zur defensiven Referenz. Doch die Mannschaft von Benjamin Duda auf Absicherung zu reduzieren, würde ihrer bisherigen Saison nicht gerecht. Schon die ersten Wochen brachten ein 4:0 bei Hertha II, ein 3:0 gegen Preussen sowie jeweils ein 3:1 gegen Zwickau und Aue. Der CFC verband Stabilität früh mit Torgefahr.
Auch der bisherige Spielplan relativiert jede Vermutung, die Himmelblauen hätten sich ausschließlich an den hinteren Mannschaften nach oben gearbeitet. Das 0:0 in Halle, der Sieg gegen Aue, das 2:0 bei Lok und das 1:1 gegen Jena stammen aus Duellen mit anspruchsvollen Gegnern. Chemnitz besitzt bereits Erfahrung darin, in solchen Begegnungen unterschiedliche Spielverläufe auszuhalten.
Dass diese Mannschaft dennoch verwundbar bleibt, zeigte das 0:1 gegen Babelsberg am neunten Spieltag. Nach ungenutzten Möglichkeiten wurde ein Fehler im Aufbau spät bestraft. Gerade darin liegt die praktische Warnung an einen Spitzenklub: Viel Kontrolle ersetzt weder den erfolgreichen Abschluss noch die Sorgfalt in der entscheidenden Situation. Eine über weite Strecken ordentliche Leistung kann durch einen einzigen Moment entwertet werden.
Die Reaktion spricht für Chemnitz. Auf den ersten Rückschlag folgten das 3:1 bei Chemie und das 4:0 beim RSV Eintracht. In Stahnsdorf stellten Dennis Slamar, Tom Baumgart und Jonas Marx zwischen der 13. und 22. Minute auf 3:0. Maximilian Fesser ergänzte später den vierten Treffer. Verschiedene Torschützen, eine frühe Entscheidung, anschließend ein kontrollierter Verlauf: Dudas Mannschaft benötigt keine permanenten Aufholjagden, um ihre Punkte einzusammeln.
Das macht das bevorstehende Spitzenspiel so interessant. Erfurt bringt die stärkere Torproduktion mit, Chemnitz die bislang zuverlässigere Gegentorvermeidung. Diese Zahlen beschreiben Leistungen, keine starren taktischen Etiketten. Auch der CFC kann offensiv zuschlagen, auch RWE kann einen Gegner ohne Gegentreffer beherrschen. Entscheidend wird sein, wer dem anderen seine bevorzugten Räume nimmt.
Die Verfolger dürfen sich weiter etwas ausrechnen
Der Hallesche FC hat mit drei Siegen nacheinander Boden gewonnen. Beim jüngsten 3:2 gegen den BFC Preussen war dafür eine Korrektur während des Spiels nötig: Aus einem 0:2 wurde ein Erfolg, der den Anschluss an die Spitze sicherte. Lennard Becker, Osman Atilgan und Niclas Stierlin erzielten die Treffer. Stierlin brachte den psychologischen Wert am MDR-Mikrofon auf den Punkt: »Das sind Spiele, die zusammenschweißen.«
Mit 22 Punkten hält Halle unmittelbaren Kontakt zum Führungsduo. Dahinter stehen BFC Dynamo, Altglienicke und Aue bei jeweils 21. Der Abstand zwischen Rang drei und sechs ist entsprechend klein. Eine Niederlage verändert dort sofort die Reihenfolge, eine Serie kann die gesamte Spitzengruppe wieder zusammenschieben. Von einem bereits feststehenden Zweikampf um Platz eins kann deshalb keine Rede sein.
Der BFC Dynamo demonstrierte gegen Greifswald, wie wertvoll ein konzentriert zu Ende gespieltes 1:0 sein kann. Rufat Dadashov entschied die Begegnung in der 70. Minute. Unmittelbar zuvor hatte Lion Semic für die Gäste den Pfosten getroffen. Der Greifswalder Vereinsbericht schildert außerdem eine starke Doppelparade von Jakub Jakubov gegen die Berliner. Dynamo erarbeitete sich Chancen und brachte den knappen Vorsprung anschließend ins Ziel.
Die VSG reist ihrerseits mit drei Siegen in Folge in diese nächste Saisonphase. Bemerkenswert am 1:0 in Magdeburg: Altglienicke blieb nach eigener Vereinsdarstellung erstmals in dieser Ligaspielzeit ohne Gegentor. Dominik Schickersinsky erzielte den entscheidenden Treffer. Die Mannschaft von Dan Twardzik hat ihre Punktesammlung damit fortgesetzt und zugleich eine bislang offene Aufgabe erfüllt. Nun geht es darum, defensive Verlässlichkeit wiederholbar zu machen.
Aue muss Dominanz besser schützen
Für Erzgebirge Aue bedeutete das 1:2 gegen Chemie Leipzig einen deutlichen Dämpfer. Der Vereinsbericht beschreibt eine Partie mit viel eigener Initiative, einer frühen Führung und ungenutzten Möglichkeiten. Die Gäste benötigten dagegen zwei Standardsituationen, um das Spiel zu drehen. Rudolf Sanin und Julius Hoffmann trafen per Kopf. Aue hatte den Ball oft genug in aussichtsreichen Bereichen, kontrollierte aber die entscheidenden Momente nicht.
Trainer Khvicha Shubitidze benannte das Problem gegenüber TAG24 unmissverständlich: »Dass wir die zwei Standards sehr schlecht verteidigen, war spielentscheidend«. Das ist eine präzisere Diagnose als der pauschale Verweis auf fehlendes Glück. Es geht um Zuordnung, Aufmerksamkeit und die Konsequenz, eine gefährliche Situation tatsächlich zu Ende zu verteidigen
Auch personell ist die Lage anspruchsvoll. Marcel Bär fehlte gegen Chemie erneut; Shubitidze bezeichnete ihn in dem TAG24-Bericht als auf Dauer kaum zu ersetzen. Trotzdem lässt sich der Abstand zur Spitze nicht auf einen Ausfall reduzieren. Die Standardschwächen und die vergebenen Möglichkeiten sind Aufgaben der gesamten Mannschaft. Der nächste Gegner Greifswald wird genau prüfen, ob Aue aus diesem Rückschlag Konsequenzen gezogen hat.
Jena: Deutliches Ergebnis beseitigt nicht jede offene Frage
Das 5:1 bei Tasmania verschaffte dem FC Carl Zeiss Jena nach zwei Niederlagen Erleichterung. »Der Sieg tut heute jedem gut«, sagte Marco Grote beim MDR. Der Endstand dokumentiert eine überzeugende Steigerung nach der Pause; er darf aber nicht die Schwierigkeiten im ersten Durchgang überdecken. Jena musste sich den Zugriff auf die Begegnung erst erarbeiten.
Eine Zahl aus dem Jenaer Vereinsbericht ist für die Zwischenbilanz besonders interessant: Der FCC ging in Berlin zum zehnten Mal im elften Saisonspiel in Führung. Sechs Siege stehen diesen zehn Führungen gegenüber. Schon dieser Vergleich zeigt, weshalb die Diskussion nicht ausschließlich um die Fähigkeit kreisen kann, ein Spiel gut zu beginnen. Ebenso wichtig ist die Frage, wie Jena nach dem eigenen Treffer weiterspielt.
Greifswald liegt punktgleich mit Jena bei 19 Zählern. Das 0:1 beim BFC war erst die zweite Saisonniederlage. Die Mannschaft hat damit eine ordentliche Grundlage, ließ aber durch vier Unentschieden ebenfalls Punkte liegen. In Berlin fehlte bei Semics Pfostenkopfball wenig zum Führungstor. Solche Details verdienen Beachtung, ohne die Niederlage wegzuerklären: Ein Verfolger muss auch dann Lösungen finden, wenn seine beste Gelegenheit zunächst nicht sitzt.
Lok Leipzig und Zwickau: Mittelfeld statt Spitze
Der auffälligste Widerspruch der Liga findet sich beim amtierenden Meister. Lok holte aus fünf Auswärtsspielen 13 Punkte und blieb dabei ungeschlagen. Zu Hause stehen aus sechs Begegnungen lediglich zwei Zähler. Das ergibt einen neunten Platz, der die Spannweite zwischen Leistungsvermögen und Ertrag kaum deutlicher abbilden könnte.
Das 3:4 gegen Erfurt war dafür ein besonders schmerzhaftes Beispiel. Torsten Ziegners Mannschaft spielte sich eine 3:1-Führung heraus und verlor dennoch. »Wir können einfach nicht runterfahren«, lautet die vom MDR veröffentlichte Kernaussage des Trainers. Seine Mannschaft fand keine ausreichende Balance zwischen weiterem Vorwärtsdrang und Sicherung des bereits Erreichten.
Zwickau steht ebenfalls bei 15 Punkten, hat aber ein anderes Problemprofil. Beim 1:1 bei Hertha II erspielte sich der FSV zahlreiche Möglichkeiten, benötigte dennoch den eingewechselten Philipp Harant, um den Rückstand auszugleichen. Trainer Rico Schmitt sprach beim MDR von einem »sehr wilden Spiel«. Mehr Spielanteile und brauchbare Abschlüsse allein reichten erneut nicht für einen Sieg.
Magdeburg verliert Boden, Babelsberg verschafft sich Luft
Beim 1. FC Magdeburg II hat eine Negativserie den zunächst ordentlichen Eindruck getrübt. Das 0:1 gegen Altglienicke war bereits die vierte Niederlage nacheinander. Die VSG schildert in ihrem Spielbericht eine enge Begegnung mit Möglichkeiten auf beiden Seiten. Der FCM blieb also konkurrenzfähig, verlor aber erneut. Der eigene Verein bestätigt den punktlosen Abend, an dem auch mehrere Wechsel keinen Ausgleich mehr brachten.
Babelsberg hat dagegen zwei besonders wichtige Auswärtssiege eingefahren: zunächst das 1:0 in Chemnitz, nun das 3:2 in Luckenwalde. Der Erfolg beim CFC bewies, dass Nulldrei auch einen Spitzengegner bestrafen kann. Im Brandenburgduell folgte der Sieg gegen einen direkten Konkurrenten aus dem unteren Bereich. Unterschiedliche Aufgaben, derselbe wertvolle Ertrag.
In Luckenwalde setzte sich die von Michael Braune trainierte Mannschaft nach einer 2:0-Pausenführung auch gegen das Aufbäumen der Gastgeber durch. Matthew Meiers Treffer zum zwischenzeitlichen 3:1 nahm dem FSV erneut Schwung. Damit gewann Babelsberg ein Spiel, in dem das Verteidigen des eigenen Vorteils ebenso wichtig war wie dessen Herstellung.
Unten entscheidet die Fähigkeit, gute Phasen zu verlängern
Preussen führte in Halle 2:0 und verlor 2:3. Tasmania hielt Jena eine Halbzeit lang in Reichweite und unterlag 1:5. Luckenwalde kam gegen Babelsberg zweimal heran, blieb aber ohne Punkt. Diese Ergebnisse beschreiben unterschiedliche Spiele, führen für die beteiligten Mannschaften jedoch zu einer ähnlichen Aufgabe: Wettbewerbsfähigkeit über einzelne Abschnitte genügt nicht. Es braucht längere stabile Phasen.
Der BFC Preussen hat in Halle nachgewiesen, einen höher platzierten Gegner empfindlich treffen zu können. Jetzt gilt es, solche Ausgangslagen zu nutzen. Beim nächsten Berliner Duell gegen Hertha II trifft diese Aufgabe auf einen Gegner, der zuletzt in Babelsberg gewann und gegen Zwickau nachlegte. Für beide Mannschaften ist es eine Gelegenheit, den Abstand zu den hintersten Plätzen zu vergrößern.
Chemie Leipzig wiederum nahm aus Aue einen Sieg mit, dessen Entstehung einen brauchbaren Weg aus der Gefahrenzone zeigt: kompakt verteidigen, gegnerische Ungenauigkeiten überstehen und bei eigenen Standards entschlossen zugreifen. Ein spektakulärer Erfolg ist allerdings noch keine Serie. Im nächsten Heimspiel gegen Luckenwalde werden andere Fähigkeiten gefragt sein, weil Chemie dann selbst stärker mit der Erwartung eines Sieges umgehen muss.
Besonders groß bleibt der Handlungsdruck beim RSV Eintracht, bei Tasmania und beim FSV 63. Nach elf Begegnungen stehen sechs, fünf beziehungsweise drei Punkte zu Buche. Tasmania kassierte bereits 36 Gegentore, der RSV 29, Luckenwalde 28. Das sind keine kleinen Schönheitsfehler, sondern Belastungen, die selbst ordentliche offensive Leistungen immer wieder entwerten.
Luckenwalde zeigte gegen Babelsberg nach der Pause eine Reaktion, musste aber erneut erleben, dass ein Anschlusstreffer allein die Partie nicht dreht. Für das Schlusslicht zählt nun jeder Schritt, der zu einem weniger fehleranfälligen Auftritt führt. Zugleich wäre es verfrüht, die Lage nach elf Spieltagen für aussichtslos zu erklären. 23 Begegnungen bleiben. Die Möglichkeit zur Korrektur ist groß; der bisherige Punkteschnitt verlangt aber eine deutliche Veränderung.
Wie viele Mannschaften am Ende absteigen, hängt nach den NOFV-Bestimmungen auch von den Absteigern aus der 3. Liga aus dem Verbandsgebiet ab. Sicher ist nach der aktuellen Erläuterung des Verbandes mindestens der Abstieg des Tabellenletzten. Für die Vereine oberhalb von Platz 18 wäre es deshalb riskant, den Abstand zum Schlusslicht bereits als ausreichendes Polster zu betrachten.
Der Oktober liefert Antworten auf offene Fragen
Nach dem Landespokalwochenende folgt vom 9. bis 11. Oktober ein Ligaspieltag, der fast alle Themen dieser Zwischenbilanz unmittelbar aufgreift. Altglienicke empfängt am Freitag um 19 Uhr den BFC Dynamo. Zwei punktgleiche Verfolger treffen aufeinander; der Sieger könnte den eigenen Anspruch deutlich untermauern. Zeitgleich spielen Zwickau gegen Tasmania und Chemie gegen Luckenwalde. Auch im unteren Bereich werden damit Weichen gestellt.
Am Samstag stehen um 14 Uhr Jena gegen Magdeburg II, Preussen gegen Hertha II sowie Babelsberg gegen Lok auf dem Programm. Am Sonntag folgen um 14 Uhr Greifswald gegen Aue und Halle gegen den RSV. Diese Paarungen sind auch deshalb reizvoll, weil sie Mannschaften mit sehr unterschiedlichen jüngsten Erfahrungen zusammenbringen: Befreiungsschläge treffen auf Negativserien, offensive Möglichkeiten auf die Suche nach Stabilität.
Den Abschluss bildet am Sonntag, 11. Oktober, um 16 Uhr das Spitzenspiel Chemnitz gegen Erfurt. Der CFC hat den Termin in seiner Mitteilung zu den zeitgenauen Ansetzungen bestätigt. Gewinnt Chemnitz, übernimmt es aus eigener Kraft Platz eins. Gewinnt Erfurt, wächst der Vorsprung auf den unmittelbaren Verfolger auf vier Punkte. Ein Remis würde den Abstand zwischen beiden erhalten und könnte den anderen Verfolgern helfen.
Für Chemnitz folgt am 18. Oktober gleich die nächste Bewährungsprobe beim BFC Dynamo. Damit erhält die bisher starke Bilanz innerhalb kurzer Zeit zwei besonders aussagekräftige Tests. Der übrige Verfolgerkreis wird genau hinsehen – und muss seine eigenen Aufgaben erledigen, um von möglichen Punktverlusten tatsächlich zu profitieren.
Nach elf Spieltagen verdient Erfurt die Rolle des Gejagten, Chemnitz die des engsten Herausforderers. Dahinter ist genügend Qualität vorhanden, um die Reihenfolge zu verändern. Im Tabellenkeller wiederum haben einzelne Mannschaften bereits gezeigt, dass selbst Spitzengegner zu schlagen sind. Die entscheidende Frage des Herbstes lautet deshalb für fast alle gleich: Wer macht aus seinen besten Phasen einen verlässlichen Standard?
Text: Holger Elias
