Frauen und Mädchen

50 Jahre Frauenfußball - Prägende Persönlichkeiten (Teil I)

Mit dem Fußball verheiratet: Margit Stoppa (r.) © NOFV

In der Serie "50 Jahre Frauenfußball – Prägende Persönlichkeiten" möchten wir Persönlichkeiten vorstellen, die den Frauenfußball geprägt haben.

Der Anfang der Serie kann im Grunde nur einer Persönlichkeit gebühren, denn wer sich mit der Geschichte des Frauenfußballs befasst kommt um ihren Namen nicht herum: Margit Stoppa.

Die sportbegabte Schülerin machte 1967 ihr Abitur an der KJS Forst/Lausitz. Dabei war sie in der Leichtathletik, im Handball und im Fußball unterwegs. Nach dem Studium an der DHFK und an der Uni Leipzig spielte Stoppa von 1974 (dem Jahr in dem zum ersten Mal ein Deutscher Meister im Frauenfußball ermittelt wurde – es wurde der TuS Wörrstadt) bis 1982 bei der BSG Motor Köpenick Berlin und in der Ostberliner Auswahl.

"Es war ein komplizierter, langer Weg"

Der Frauenfußball gehörte damals noch nicht zum Rollenbild in der Gesellschaft. Sowohl in der DDR als auch in der BRD. "Es war ein komplizierter, langer Weg" sagt Stoppa rückblickend über die Entwicklung des Frauenfußballs. Doch bis Ende der 70er Jahre folgte ein Boom der Aktiven im Frauenfußball. Die Leidenschaft löste Motivation aus sich zu engagieren. 1984 wurde Stoppa Mitglied der AG Frauenfußball und in der Kommission Freizeit- und Breitensport.

"Richtungweisend war ein Verbandstag des DFV im März 1990. Dort wurde beschlossen, eine DDR-Meisterschaft auszutragen. Vorher hieß der Wettbewerb DDR-Bestenermittlung. Der Frauenfußball bekam eine eigene Struktur und ich wurde Vorsitzende und Mitglied des Vorstandes" erinnert sie sich an die Zeit um die Wende zurück. Zudem wurde eine Nationalmannschaft gegründet. "Das waren schon Zeichen der Anerkennung" resümiert Stoppa.

(Margit Stoppa (r.) überreicht Medaillen beim Ü35-Frauen Cup 2013 © GettyImages)

Gründung des NOFV

Nach der Wende wurde 1990 der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) gegründet. Stoppa agierte als Referentin für Frauenfußball, wurde 1991 für 17 Jahre (!) Spielleiterin der Frauen-Regionalliga und Vorsitzende des Ausschusses für Frauen- und Mädchenfußball (AFM) im NOFV und damit Präsidiumsmitglied. Für ihre ehrenamtliche Arbeit erhielt sich 1995 die Silberne, sowie 2007 die Goldene Ehrennadel.

"Es hat sich gelohnt, sich dafür einzusetzen" analysiert die 72-jährige die Zeit, die sie für ihre große Leidenschaft und investiert hat. Ihr Engagement ging über die NOFV-Grenzen hinaus. Im Deutschen Fußball-Bund (DFB) wurde sie 1998 stellvertretende Vorsitzende im Ausschuss für Frauenfußball (AfFF) und war für drei Jahre Spielleiterin der 2. Frauen-Bundesliga (Staffeln Nord und Süd), erhielt für ihre Leistungen 1997 die Verdienstnadel des DFB.

Mit dem Fußball verheiratet

Seit 2007 ist Stoppa Vorsitzende im AFM (ehemals AfFF) im DFB, Mitglied im Vorstand und Spielausschuss, Spielleiterin der FLYERALARM Frauen-Bundesliga, implementierte unter anderen auch die B-Juniorinnen Bundesliga und leitete diese für drei Jahre. Des Weiteren agierte sie auch vier Jahre im Präsidialausschuss des DOSB. Als sie 2010 Mitglied der Kommission Frauen-Bundesligen wurde, ehrte der DFB Stoppa mit der Silbernen Ehrennadel.

 "Es wird noch etwas dauern, bis Überraschungen noch regelmäßiger vorkommen. Aber wir sind auf einem guten Weg", betrachtet sie die aktuelle Lage des Frauenfußballs in der Spitzenklasse. Vor vier Jahren wurde ihr noch die höchste Ehre des DFB zu teil: Die Goldene Ehrennadel. "Wenn mich einer nach meinen Beziehungsstatus fragt, dann sage ich oft, dass ich mit dem Fußball verheiratet bin. Ich blicke gern auf diese Entwicklung, in die ich mich aktiv einbringen konnte und heute noch einbringe, zurück."

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