Frauen und Mädchen

Frauen-Regionalliga startet in die Rückrunde

Vor der größten Kulisse und favorisiert: Türkiyemspor und Viktoria Berlin © NOFV / Rasenperlen

Eine ungewohnt lange Pause musste die Liga hinnehmen. Grund dafür war abermals die Pandemie. Die hohen Fallzahlen im November und Dezember 2021 führten zum vernünftigen Schritt verfrüht in die Winterpause zu gehen. Der kürzere Spielplan in Form einer Einfachen Runde ermöglichte dies, ohne in Terminnöte zu geraten. Die längere Pause mindert natürlich nicht die Vorfreude auf den Start in die Rückrunde, im Gegenteil... HIER GEHT ES ZUM SPIELPLAN

Die NOFV Umfrage zur Winterpause in der Frauen-Regionalliga

Merken konnten wir das an der NOFV Umfrage zur Winterpause in der Frauen-Regionalliga, an der knapp 100 Personen teilnahmen. Wie bereits im Sommer wollten wir von unseren Lesenden wissen, wie sie die Liga einschätzen, aber auch wie sie die Situation im Frauenfußball im Allgemeinen beurteilen. Zur Teilnahme waren alle (Fans, Follower, Spielerinnen, Trainerinnen und Trainer, als auch Präsidiums- und Vorstandsmitglieder) eingeladen.

Das größte Teilnehmerfeld kam dabei aus der Gruppe Fan/Vereinsmitglied (39%), gefolgt von den Spielerinnen (32%). Die kleinere Teilnehmergruppe bestand aus den Trainerteams/Staff (20%) und den Präsidiums- und Vorstandsmitgliedern (10%). Mit 15,8% fühlten sich die meisten Personen dem 1. FFV Erfurt unter den Vereinen der Frauen-Regionalliga zugehörig.  Die Anhängerschaften von Viktoria Berlin (13%) und Union Berlin (11%) waren häufig vertreten.

Meister wird...

Während vor der Saison noch ein breites Teilnehmerfeld favorisiert wurde (siehe Bild 1), konzentriert sich der Favoritenkreis im Winter laut Umfrage nur noch auf zwei bis drei. Den meisten trauen Viktoria Berlin (46%) die Meisterschaft zu. Engster Verfolger, auch entsprechend der Tabelle, ist Türkiyemspor (32%). Außenseiterchancen traut man noch dem 1. FFC Turbine Potsdam II (7%) zu. Die anderen genannten machen in Summe 15% aus.

Bild 1 Wer wird Meister? Umfrageergebnis aus dem Sommer © NOFV

Bild 2 Wer wird Meister? Umfrageergebnis © NOFV

Überraschend deutlich fallen die Tipps aus, angesichts dessen, dass die Tabelle noch sehr eng beisammen liegt. Mit der größten Enttäuschung (sicherlich auch für die beiden Vereine) - dem Rückzug des SC Staaken als auch vom FC Phoenix Leipzig, könnte sich das Tabellenbild jedoch noch einmal verändern. Fest steht: Es bleibt auf allen Ebenen spannend, insbesondere durch die enorme Bedeutung einzelner Spiele in der Einfachen Runde.

Überraschungen, Hoffnungen, Enttäuschungen

Am meisten positiv überrascht hat in der Runde bis zur Winterpause laut Umfrage Türkiyemspor (49%). Hatte mit Viktoria Berlin  nur ein Verein im Sommer die Berliner als Meisterschaftskandidat auf dem Zettel, sieht man dies nun auch in der Frage nach dem Meister. Als zweite große Überraschung empfanden die Befragten die Leistungen des SFC Stern 1900 (10%). Auch genannt werden der DFC Wetsachsen Zwickau (9%) und der 1. FFV Erfurt (7%). 

Überrascht hat die Befragten aber auch vor allem die Leistungen des Magdeburger FFC (26%), die alle deutlich stärker erwartet hätten. Auch dem Rostocker FC (12%) hatte man mehr zugetraut. Deutlich wird auch die Enttäuschung über die im Sommer noch als Meisterfavoriten gehandelten Union Berlin (10%) und Turbine Potsdam II (10%). Die Zweitvertretung, die aus der 2. Frauen-Bundesliga abgestiegen war, wurde im Sommer als Topfavorit benannt.

Was motiviert die Spielerinnen?

Kein Wunder, die Turbininnen trainieren mitunter fünf mal die Woche und damit am meisten. Die Mehrheit der Spielerinnen in der Frauen-Regionalliga trainiert zwei bis viermal die Woche. Davon 26% zweimal, 48% dreimal, 24% viermal. Was motiviert die Spielerinnen, die zu großer Mehrheit alle unentgeltlich trainieren und spielen primär? Der Spaß (42%) steht im Vordergrund. Der Sport als Ausgleich zum Alltag (32%) ist auch ein wichtiger Faktor. 

Gemischte Mannschaften? 

Wo kommen die Spielerinnen eigentlich her? Die Mehrheit hat früher bei Jungs gespielt (68%) und ALLE würden behaupten, dass ihnen das in der Entwicklung geholfen hat und ALLE sagen, dass es Spaß gemacht hat. Sollte es also auch im Erwachsenenspielbetrieb gemischte Mannschaften geben? Die Mehrheit aller Befragten sagt NEIN (76%). Die Mehrheit der Spielerinnen (54%) fände die Möglichkeit gut. 

Jedoch nur 35% der Spielerinnen würden es vorziehen statt in einer Frauenmannschaft in einer gemischten Mannschaft zu spielen. Das sieht auch die Mehrheit aller Befragten (76%) so. Es klingt so, als ob die Geschlechtertrennung bis zu einem gewissen Alter laut den Spielerinnen weniger wünschenswert ist. Was sich auf alle Fälle viele wünschen ist die Abweichung vom Begriff "Frauenfußball", der eine eigene Sportart suggeriert. Denn Fußball ist Fußball.

Wo, wie und welcher Fußball wird verfolgt?

Den Sozialen Medien kommt im Fußball der Frauen eine noch größere Rolle und Bedeutung zu. Das zeigt sich auch in der Umfrage: 67% der Befragten verfolgen die Frauen-Regionalliga über Social Media. Das sind sogar mehr als Live im Stadion vor Ort. Die Liga dort zu verfolgen gaben nur 57% aller Befragten dan. Der Konsum aus Live vor Ort und in den Sozialen Medien prägt also das Interesse. Die Hälfte gibt darüber hinaus an die Liveticker zu verfolgen.

Bild 3 Den Fußball der Frauen als auch die Frauen Regionalliga wird am liebsten verfolgt in... © NOFV

Während von den europäischen Topligen im Fußball der Herren fast eine Übersättigung in den Medien herrscht, muss man für die Frauen und auch für Regionalliga Nordost fachspezifische Medien (Verband, Hobbyportale etc.) kennen. Das Außenbild von Mannschaften ist oft vom Engagement und der Medienaffinität ihrer Spielerinnen abhängig. Beim Fußball der Herren ist wenig überraschend die Bundesliga (46%) am beliebtesten, gefolgt von der Champions League (23%).

Gefragt nach den Ligen im Fußball der Frauen die meisten verfolgt werden bzw. am meisten Interesse wecken, geben  bemerkenswerte 51% die Liga in der sie spielen bzw. lokale Spiele von Befreundeten an. Die Identifikation ist hier lokaler und bevorzugt Nähe zu den Aktiven. Das deutsche Oberhaus - die FLYERALARM Frauen-Bundesliga kommt als zweitgrößtes Interesse nur auf 27%. Die Frauen-Nationalmannschaft verfolgen 12% am liebsten. 

Rückrundenauftakt

Also können wir sicher sein, wenn am kommenden Sonntag, dem 13. März, die Frauen-Regionalliga mit den Nachholspielen SV Eintracht-Leipzig-Süd gegen Turbine Potsdam II und Magdeburger FFC gegen Türkiyemspor in die Rückrunde startet, werden im Stadion, in den sozialen Medien und im Liveticker wieder viele Interessierte die Liga verfolgen. Am 20. März wird dann 11. Spieltag nachgeholt, bis es dann am 27. März im ursprünglich geplanten Rhythmus weitergeht.

Die erste Nachholpartie fand bereits am vergangenen Sonntag statt: Blau Weiß Hohen Neuendorf und der Rostocker FC trennten sich beim "kleinen" Auftakt 1:1 (0:1) Die Frauen-Regionalliga können Sie auch hier auf der Verbandsseite verfolgen: Nach jedem Spieltag gibt es seit einigen Jahren einen Spielbericht. Auf dem aktuellen Stand bleiben sie auch hier:

Frauen-Regionalliga auf FUSSBALL.DE

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