Futsal-Liga

VfL 05 inoffizieller Herbstmeister/Bericht vom 9. Spieltag der NOFV-Futsal-Liga

Im Spitzenspiel des letzten Hinrundenspieltages der NOFV-Futsal-Liga zwischen dem gastgebenden Tabellenzweiten VfL 05 Hohenstein-Ernstthal und dem Ersten „1894“ aus Berlin setzte sich der Titelverteidiger VfL 05 in einem guten Futsalligaspiel mit 7:2 (2:1) durch. Mit dem siebenten Sieg im siebenten Spiel für den VfL tauschten beide Teams die Plätze. Der NOFV-Futsal-Meister der letzten fünf Jahre sicherte sich damit trotz zweier Spiele im Rückstand die inoffizielle Herbstmeisterschaft.
VfL-Trainer Petr Schatalin sprach nach der Partie von einem „harten Kampf“ und Hallensprecher sowie VfL-Futsal-Chef Heiko Fröhlich zollte den Gästen nach der Schlusssirene seinen „Respekt für die 1894er“. Die Berliner zeigten vor allem in der ersten Halbzeit ein Spiel fast auf Augenhöhe und gingen mit nur einem 1:2-Rückstand in die Pause. Und auch als der Gast nach einem Doppelschlag in der 23. Minuten 1:4 hinten lag, steckten die Hauptstädter nicht auf, verkürzten sogar noch einmal auf 2:4 und trafen in den 40 Minuten insgesamt fünfmal das Torgebälk der 05er. Das bemerkenswerte bei den Berlinern war, dass sie ohne Wechselspieler anreisten, wenn auch mit knapp einer Stunde Verspätung, wegen eines Staus auf der Autobahn.
Der VfL war um Spielkontrolle bemüht, hatte auch mehr Ballbesitz und einen Plan. Den Plan hatten aber auch die Berliner, hinten dicht machen und mit Nadelstichen zum Erfolg zu kommen. Mit seinem ersten Tor im seinem ersten NOFV-Liga-Spiel eröffnete Dmyto Tosich den Torreigen für den VfL (6.). Michal Salak erhöhte auf 2:0 (12.). Als sich einige Gästespieler, vor allem Alban Feta, mehr mit dem Spiel, als mit den Schiedsrichtern, beschäftigen, wurden sie sogar zum Ende der ersten Hälfte torgefährlicher und kamen durch Marino Stawrakakis zum Anschluss (19.). Er selbst traf mit einem Kopfball noch einmal die Querlatte und Feta zuvor den Pfosten.
Der schon erwähnte Doppelschlag durch Tosich und Salak nach nur drei Minuten in der zweiten Halbzeit sorgte dann für eine Vorentscheidung. Feta verkürzte noch einmal auf 2:4 (29.) und hatte insgesamt dreimal Pech, als er immer am Pfosten scheiterte. Mit seinen beiden ersten Toren im dritten Liga-Spiel für Hohenstein-Ernstthal machte Juri Jeremejev (31., 35.) alles klar. Zum Endstand von 7:2 traf noch einmal Salak (36.). Letztendlich fehlte den Gästen aus Berlin am Ende die Kraft und in der einen oder anderen Szene das Glück. Der VfL tat wohl nur das nötigste und gewann verdient, wobei ein Tor schöner als das andere war. Interessant wäre es gewesen, wenn die Bundeshauptstädter mit ausreichend Wechselspielern angereist wären.
In einem für diese Konstellation fairen Spiel mussten die mit viel Fingerspitzengefühl amtierenden Schiedsrichter (Feta sollte sich dafür bedanken) nur drei Verwarnungen (1:2) aussprechen. Bei den Fouls langten die Gastgeber etwas mehr zu, so das „1894“ in der ersten Hälfte sogar einen 10-Meter-Freistoß bekamen, den DFB-Futsal-Nationalkeeper Pavlos Wiegels, der diesmal Marco Pohl für 30 Minuten den Platz im Tor überließ, parierte. Am Ende stand eine Foulstatistik von 6:3/5:3 zubuche.
Kamen zum Spitzenspiel 165 Zuschauer, sahen die anderen drei ausgetragenen Begegnungen des neunten Spieltages lediglich zusammen 56 Zuschauer. Die sahen wiederum 47 der 56 Treffer an diesem Spieltag, bei noch einem ausstehenden Spiel.
Recht eng ging es zwischen dem FK Srbija und dem SC Borea Dresden zu. Auch hier reisten die Gäste, wie in Hohenstein-Ernstthal, ohne Wechselspieler an, was am Ende vielleicht den Ausschlag für die 5:7 (3:5)-Niederlage der Sachsen gab. Den besseren Start erwischten Borea mit dem 1:0 (1.) und einer 3:1-Führung nach 13 Minuten. Dann kam der Tabellendritte immer besser ins Spiel und ging mit einer 5:3-Führung in die Halbzeitpause. Den letzten Treffer vor dem Seitenwechsel erzielte Hartmut Lange mit einem von bisher zehn Liga-Eigentoren der Saison - für Borea schon das dritte. Nach dem Wiederanpfiff erwischten die Dresdner erneut den besseren Start und schafften den Anschluss (25.). Dann traf aber wieder Srbija gleich zweimal ehe Christian Kuhl mit seinem dritten Tor in diesem Spiel den Endstand besorgte (36.). Ebenfalls dreimal traf für den FK Ievgenii Khorolskyi, und das in seinem ersten NOFV-Futsalliga-Spiel. Bei null Verwarnungen pfiffen die Schiedsrichter 3:0/5:1 Fouls.
Drei Verwarnungen zeigte das gleiche Schiedsrichtertrio beim Spiel zuvor zwischen dem FC Liria und der HSG Uni Greifswald, bei einer Foulstatistik von 1:2/5:1. 27 Zuschauer sahen einen 13:5 (4:2)-Kantersieg der Berliner, die vor allem nach der Pause aufdrehten. Die Gäste mit nur einem Wechselspieler angereist, hielten das Spiel eine Halbzeit lang offen. Zweimal konnte Ludwig Bruer (8., 17.) die Berliner Führung durch Sanid Sejdic (3., 13.) ausgleichen, ehe Kushtrim Ibrahimi mit einem Doppelschlag in der 19. Minute für den 4:2-Pausenstand des FC Liria sorgte. Mit sieben Treffern in Folge zog der Vierte der NOFV-Futsal-Liga nach dem Wechsel uneinholbar auf 11:2 davon. Für den fünften HSG-Treffer zeichnete der Berliner Ante Jurilj mit einem Eigentor verantwortlich. Mit vier Toren war Sejdic erfolgreichster Torschütze in diesem Spiel und verbesserte sich mit jetzt 13 Ligatreffern auf den geteilten 3. Platz der Torschützenliste.
Mit 16 Treffern führt weiterhin Ömer Toktumur von „1894“, der diesmal ohne Torerfolg blieb. Auf Platz zwei mit 14 Toren folgt Teamkollege Alban Feta (einmal erfolgreich). 13 Tore wie Sejdic hat auch Kaan Oguz Ergün von FK Srbija. Drei weitere Spieler folgen mit 12 Toren, die alle wie die beiden 10er Torschützen, diesmal ohne Erfolg blieben.
Trösten können sich die Spieler der HSG Uni Greifswald jedoch mit drei Punkten am grünen Tisch, die sie in der vergangenen Woche für das Nichtantreten der Dresdner in Greifswald erhielten. Das NOFV-Sportgericht wertete die Partie mit 5:0 für die Mannschaft aus Mecklenburg-Vorpommern.
Ihren dritten Sieg in Folge konnten die Landeshauptstädter aus Sachsen-Anhalt beim Tabellenschlusslicht UfK Potsdam mit 14:3 (9:1) feiern. Der 7:5-Erfolg vorige Woche in Berlin beim FC Liria ist jedoch ein Fall für das NOFV-Sportgericht geworden, nach dem Liria gegen den Spielausgang Einspruch einlegte. Der Einspruch richtet sich gegen den Einsatz eines Spielers unter vermutlich falschem Namen, der in diesem Spiel gleich fünf Tore schoss.
Diesmal spielten sich gleich zwei Magdeburger in den Vordergrund. Zum einer der achtfache Torschütze Ramin Tajik bei seiner Premiere für den SV Eintracht, zum anderen Patrick Ellrich mit drei Treffern. Der Eintracht-Mannschaftskapitän Ellrich, der meistens wegen gelber Karten (6 und einmal gelb/rot = Liga-Negativ-Rekord bei Verwarnungen) und einem Eigentor in den Statistiken auffiel, blieb erst das zweite Mal in dieser Saison ohne Verwarnung und erzielte in seinem achten Spiel seine ersten drei Saisontore. Nur vier Spieler teilten sich die 13 Tore für Magdeburg.
Besonders hervorzuheben ist auch die Fairness in diesem Spiel mit keiner Verwarnung und nur vier Fouls (1:0/2:1). Die Magdeburger kamen gar nur mit einem Foul aus, was bisher nur Dresden (auch an diesem Spieltag), schaffte. Zuvor „produzierte“ die Eintracht mindestens immer sieben Fouls sowie mindestens einen 10-Meter-Freistoß pro Spiel gegen sich.
Mit der neunten Niederlage im neunten Spiel bleibt Potsdam als einziges Team weiter ohne Punktgewinn. Der Abstand zum rettenden Ufer, dem Klassenerhalt, beträgt zu Saisonhalbzeit bereits sechs Punkte.
Die NOFV-Futsal-Liga geht jetzt in eine 21-tägige Herbst-Spielerwechsel-Pause, in der am 14.10. (Hohenstein-Ernstthal gg. Greifswald/5. ST) noch eines von vier Nachholspielen ausgetragen wird. Weitere Nachholspiele sind FC Liria – FC RW Neuenhagen (29.10./6. ST), FK Srbija – VfL 05 Hohenstein-Ernstthal (13.1./8. ST) und CFC Hertha 06 – FC RW Neuenhagen (26.11./9. ST).

 

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